Lido Berlin

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Seit langer Zeit war ich mal wieder bei einem Konzert einer Band, die ich bisher noch nicht auf dem Schirm hatte. Kein Album schmückt mein Regal. Und außer der Single Wir ziehen die Zeit kannte ich auch nicht wirklich andere Songs.

Jedenfalls las ich mir vorher noch schnell ein paar Rezensionen durch. Von ausgefeilten Kompositionen war da die Rede. Groß und pompös waren verwendete Worte. Zu den Texten bekriegen sich in diversen Foren verschiedene Menschen. Die Fraktion, die die Texte von Klez.e für kitschig und nicht authentisch hält, trifft auf Genießer dieser scheinbar ungreifbaren songwriterischen Werke.

Meine Vorstellung, selbstverständlich maßlos überzogen, sah so aus: Das Lido wird neben den obligatorischen Medienvertretern vor Indie-Mädchen aus allen Nähten platzen und ein Engpass an Bionade wird kurzfristig beim Veranstalter Sorgenfalten hervorrufen.

Im Lido angekommen, wurde auch schon meine erste klischeehafte Vorstellung widerlegt. Man waren da viele Männer. Und ich meine viele.

Als Support gab es glass and fishes - eine 1-Mann-Band. Bearbeitet wurden u.a. eine Pauke, eine Gitarre, ein Notebook. Experimentelle Musik soll es laut der myspace-Seite sein. Und das war es auch. Nicht grausam experimentell. Aber die Übergänge zwischen den Songs und der Wechsel der Instrumente störte den Fluss ein bisschen.

Und dann kamen Klez.e. Das Lido gut gefüllt. Aber nicht so voll wie gedacht. Der Sound der Instrumente war super, jedenfalls da wo ich stand.. Aber der Gesang kam nicht wirklich sauber an. Wie ich gestehen muss, fand ich das aber nicht so schlimm. Denn musikalisch war das gestern schon beachtlich genug was Klez.e abgeliefert haben. 5 Personen auf der Bühne. Unzählige Instrumente. Falls ich mich nicht täusche, wurden eingesetzt: Schlagzeug, Gitarren, Bass, Akkordeon, Keyboard, Notebook, Xylophon, eine Loop-Station, Keyboard und mehr. Und die Klangwelten, die damit aufgebaut wurden, haben mich gecatcht.

Ein angenehmer Wechsel. Von treibenden Songs, die mit dem Schlagzeug und den Gitarren zumindest bei den Refrains nach vorn drücken. Sich dem zu entziehen war nicht möglich Das war schon äußerst beeindruckend. Andererseits gab es auch das Große. Das Tragende. Lange Instrumental-Parts. Im Kopf die Melodien und die Augen auf dem Frontmann, der sich dazu heftig bewegte - vielleicht litt. Hab den Text ja nicht verstanden. Und ob ich ihn verstanden hätte, wenn ich ihn verstanden hätte, ist ja auch nicht sicher.

Ich werd mir die Platte zulegen, um zu sehen ob auch das Gesamtpaket Klez.e mich so einfangen kann wie es das Musikalische gestern schaffte.
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aberaber
aberaber vor 1196d 18h 

Ich war gestern auch dabei im Lido. Das, was mich an klez.e am meisten fasziniert, ist vor allem die Leichtigkeit, mit der sie immer wieder wunderbare Melodien erschaffen, die trotz der Eingängigkeit nie billig wirken. Es sind die eingesetzten Harmonien, die nicht auf den einfachen Pop-Rock Schienen gefahren werden. Die Konzerte von klez.e werden oft von etwas - für meine Begriffe - zu cooooolen Fans besucht. Aber gestern hat endlich auch das Publikum mitgezogen.So hat sich eine tolle Balance zwischen der Bühne und dem Saal entwickelt. Und klez.e? Die Jungs haben bewiesen, dass ihr schöner Studio-Stoff auch live richtig begeisternd flimmern und feuern kann. Super!

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