»Minkowskis Zitronen« – Ein literarisch-musikalischer Ausflug

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»Minkowskis Zitronen« – Ein literarisch-musikalischer Ausflug

Lesung im Rahmen der Leselounge von Birgit Bauer.
19. Februar 2012 :: 18 Uhr, in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9-10, 10711 Berlin.

»Sie in der Wand trinkt Kaffee, ein Löffel klappert. Gott wird umgerührt. Die neuen Mieter sind in den Hof gezogen, weil es heute warm geworden ist. Oder gestern. Sie installierten eine Zentralheizung, Speichererhitzer, Heißwasseraufbereiter, gigantische Kessel, und sie überdachten das Draußen mit Treibhausfolie. Ich sehe sie durch mein Küchenfenster. Kleine fleischige Zapfen einer großartigen Blüte. Florale Formen des Menschseins. Jugendstilsubjekte.«

Alexander Graeff legt mit seinem zweiten Buch dreizehn neue Erzählungen vor. Dabei bleibt er seiner individuellen Ästhetik treu, wie er sie bereits in Gedanken aus Schwerkraftland (2007) mit Erzählungen und Prosafragmenten entwarf. Minkowskis Zitronen ist eine Sammlung von Erzählungen – klassische wie experimentelle. Die Geschichten exemplifizieren und reflektieren die Erinnerungen, Gedanken und Erfahrungen ihrer Protagonisten und Protagonistinnen. Ohne zu theoretisieren, gelingt es Graeff, das immerzu gegenwärtig Musterhafte innerhalb von Beziehungen zwischen Menschen aufzuzeigen: die verborgenen psychologischen wie mythischen Muster, die den zwischenmenschlichen Raum prägen, werden freigelegt.

René Glase ist Mitbegründer der Berliner Band The Midges, Mitstreiter in unterschiedlichen Musikprojekten von Rock bis Jazz und aktuell bei dem Elektro-Avantgarde-Projekt KOMA69 tätig. Seit 2006 sammelt er Erfahrungen in der Bespielung von Literaturveranstaltungen und versteht sich eher als Klangexperimentator, Musiker und Techniker für hörbare und nicht hörbare Frequenzen, als die Grenzen der Musik überschreitender Bassist, als unersetzlicher Begleiter von tonalen Gruppierungen, in denen Wort und Musik auf gleicher Stufe stehen.

Alexander Graeff studierte Wirtschafts-, Ingenieur-, Erziehungswissenschaften und Philosophie in Karlsruhe und Berlin. Er lebt und arbeitet als Autor in Berlin. Ergebnisse seiner Schöpfungsprozesse sind gleichermaßen philosophische Essays sowie erzählende Prosa. Alexander Graeff scheut sich nicht vor Literaturmischformen, Text-Bild-Transformationen und transdisziplinärem Arbeiten.

Weitere Informationen auf www.leselounge-birgitbauer.de und www.alexander-graeff.de und www.enerb.de/cms
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