Neues vom Hexer

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    Vom Leben im Osten der Republik geprägt, ohne in Jammerei und Pauschalisierung in Richtung Norden, Süden oder gar Westen zu verfallen, werden Fahrenheit 212 keine Propaganda Alben abliefern. Vielmehr wollen die Künstler ein Statement abgeben in dem ihre Entwürfe zu bestimmten Themen dargestellt werden, jedoch nicht ohne andere kritisch zu hinterfragen. Fahrenheit 212 soll als eine Band wahrgenommen werden, die Wut und Frust sowie Mut und Lust in musikalisch und textlich abwechslungsreicher Art und Weise transportieren kann. Als eine Band die analytisch, politisch und lyrisch ist. Die aber eben auch brachial, emotional und wenn es sein muß auch banal sein kann. Mirko Kerber überzeugt mit seiner kräftigen rauen und zugleich einfühlsamen Stimme. Er versteht es, mit einfachen Mitteln die deutschen Texte lyrisch umzusetzen. Jean-Ray Kokoschko und Patrick lyhs sorgen für einen unvergesslichen Gitarrensound mit knackigen und fetten Riffs sowie interessanten Melody-Tracks, die den Songs ein ganz eigenes Gepräge geben. Bassist Kay Gerling und Schlagzeuger Carsten F. Hiller bilden zusammen das rhytmische Fundament der Band. Die ersten beiden Alben Der Hexer und Kreuzzug der Gefühle zeigen die Entwicklung der Band mit ihren Höhen und Tiefen, immer auf der Suche nach eigener Vervollkommnung ihres Handwerks, der Musik. Über 16.000 verkaufte Alben und Hunderte von Konzerten sprechen für sich. Das aktuelle Album Neues vom Hexer soll nach 15 Jahren musikalischer Entwicklung die Vitalität und Reifung der Band unter Beweis stellen. Das Album belegt eindrucksvoll den Zusammenhalt der Band und ihren Willen, den musikalischen Traum konsequent zu verfolgen und bis zur Neige ausschöpfen. Fahrenheit 212 wollen damit eine Sehnsucht befriedigen, die seit einigen Jahren nicht nur in ihnen gärt, sondern auch in großen Teilen von den sogenannten Konsumenten. Das heißt insbesondere Erwachsene jeden alters sehnen sich nach Künstlern, die musikalisch und textlich etwas zu sagen haben. Nach Künstlern die Zeitloses erzeugen, die ein Produkt kreieren, dass man gern kauft weil man es nicht nach drei Monaten in den Schrank stellt um es höchstens zum nächsten Revival wieder vorzukramen. Zu diesen Künstlern gehören auch Fahrenheit 212. Schon ihre ersten beiden Alben lassen dies erkennen. Auf dieser Tradition aufbauend wollen die Musiker mit ihrem heutigen Schaffen aber zeigen, dass sie noch etwas darauf zu setzen haben. Dabei kombinieren die Künstler Musik und Text in gleichberechtigter Form, setzen mit ihrer Art des Komponieren und Texten Zeichen, sprechen die aktuelle Lage auf eine Weise an wie es derzeit kein anderer Künstler in dieser Form macht. Der Sound und die Art der Produktion sind kein Zufallsprodukt sondern Erfahrungen geschuldet die die Musiker in ihrer bisherigen Karriere gemacht haben. So soll der raue Sound, der auch durch das gemeinsame Einspielen der Basics erreicht wird, verdeutlichen worum es Fahrenheit 212 bei ihren Alben geht: Ehrlichkeit, Erdigkeit, Authentizität sowie gehöriges Maß an klaren und manchmal bewusst ungeschliffenen musikalischen und textlichen Ansagen. Dem Groove und der Emotion soll dabei eindeutig der Vortritt eingeräumt werden. Ein gewisses Understatement ohne in Klischees zu verfallen ist ein unabdingbares muß um eine polarisierende Außendarstellung der Band zu gewährleisten. Zum Tragen kommen hier das authentische und souveräne Auftreten der Band, sowie gewisses Know how das die Künstler in ihren Kompositionen sowie im Gesamterscheinungsbild der Band einbringen ohne dabei ihre eigene Handschrift zu verfälschen, immer so, dass man diese auch erkennen kann. Dies ist nicht nur eine Frage des musikalischen Vermögens sondern auch ein Zeichen mentaler Stärke und eines gewissen Gespürs. Entstehen können diese Fähigkeiten aber normaler Weise erst im Laufe der Jahre, weshalb die Musiker von Fahrenheit 212 ihr Alter auch eher als Bereicherung empfinden. Aus dieser Überzeugung entstand in der Band eine ganz besondere Form ihres Selbstbewusstseins. Eine Form die es den Musikern ermöglicht sich und ihre Musik charismatisch und souverän zu präsentieren. Dies gipfelt in einem Understatement, dass sie manchmal unterkühlt erscheinen lässt, sie aber davor schützt als vergänglicher Vertreter einer Welle oder gar als Kopie angesehen zu werden.
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