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Kasabian
Kasabian: Die rotzigen Glimmer Twins der Post-Britpop
Die rotzigen Glimmer Twins der Post-Britpop-Ära haben nie einen Hehl daraus gemacht, wer und was sie für ihr selbstbetiteltes erstes Album beeinflusst hat. Meighan und Pizzorno kennen sich seit ihrer Schulzeit in Leicester. 1993 inspirierte sie Oasis, wie so viele andere musikbegeisterte Schuljungen, selbst Musik zu machen. „Kasabian“, das Debütalbum der Band erschien 2004 und wurde zum Überraschungserfolg. Kasabian hatten im Handumdrehen eine riesige, begeisterte Gefolgschaft – die Fans konnten sich mit Meighan und Pizzorno hundertprozentig identifizieren. So, wie es den beiden früher selbst mit Oasis gegangen war.
Das Album „Kasabian” hat sich in UK auf Doppelplatin-Niveau verkauft und die Band war der unbestrittene Gewinner der vergangenen Festival-Saison mit fulminanten Auftritten in Glastonbury, Reading/ Leeds und T In The Park. Das Debütalbum legte aber auch zugleich ungeniert die Einflüsse der Gruppe offen.
Das zweite Album „Empire“ aber zeigt nun, wer Kasabian wirklich sind. Keine andere Band hätte eine solche Platte machen können. Und das an den Tag gelegte Selbstbewusstsein ist keineswegs unbegründet. Ein Beispiel: 8.000 Tickets für das Kasabian-Konzert im Londoner „Ally Pally“ (Alexandra Palace) gingen im letzten Jahr innerhalb kürzester Zeit weg ohne dass die Band zu vorverkaufsfördernden Werbemaßnahmen hätte greifen müssen.
Vor einiger Zeit wurde Meighan gebeten zu beschreiben wie die erste Single „Empire” klingt und er antwortete: „Marc Bolan raucht Crack mit Dr. Who.“ „Keine andere Band außer vielleicht Radiohead hätte sich getraut, einen solchen Tempowechsel einzubauen“, fügt Pizzorno hinzu. Und selbst Radiohead waren erst mit ihrem dritten Album soweit, notiert man ergänzend im Kopf, behält es aber aus Gründen der höflichen Zurückhaltung für sich. Diesmal bilden Serges elektronische Soundentwürfe den musikalischen Kern. Die Flut der Ideen hört nicht auf. Angetrieben von Handclaps und Ian Matthews „Studio 54“-Style Schlagzeug wird an „Shoot The Runner“ zwischen jetzt und Weihnachten (mindestens!) kein Weg vorbeiführen. „Last Trip“ ist (wenig überraschend bei dem Titel) eine klingende Postkarte von einem gepflegten Totalabsturz bis in die frühen Morgenstunden. Meighans spröder Gesang ist über ein Arrangement gelegt, das an den primitiven Elektro-Puls von Suicide erinnert. Schon im dritten Stück klingt „Empire“ wie das allgemeine Rock’n’Roll-Register.






