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Volkspalast Leipzig. Hört und sieht sich gut an. 'Der größte Gay-Event des Ostens' trifft die eintägige Independent-Musik-Messe, Disco-Kugel den Info-Stand der GEMA-Regionalbehörde. Dazwischen Jugendliche und Ältere, die sich noch dafür halten und halten lassen, die mit der ID-Karte um den Hals populärmusikalische Konversation halten. Abgerundet von Konzerten, auf denen halbwegs unbekannte Künstler zu hörensehen sind und Partys, wo DJ's aus der Prekariatsfalle flüchten wollen.
Mich würde ja schon interessieren, wieviel Miete der Volkspalast so nimmt und wer Besitzer der Immobilie ist. So, jetzt kann der Einwand kommen: 'Ey, Miesmacher, weißt Du eigentlich, wieviel Arbeit in der Organisation eines solchen Events steckt? Wieviele ehrenamtliche Mitarbeiter ihre Freizeit dafür opfern?'... Und, und... Erstens - die Donnerkuppel scheint der ideale Veranstaltungsort für die Podiumsdiskussion über die Probleme des alternativen Musikmanagements zu sein, die düsteren Flure des Kaiserzeitbaus scheinen jedem Aussteller mit seinem Angebot einen höheren Aussagewert zuzuweisen, die Bands finden ihr Publikum und, zweitens, die Fotos illustrieren das alles professionell.
Sind diese Pop-Messen, die wie Pilze aus dem Boden des deutschen Spätkapitalismus schießen, eigentlich in Netzwerken zusammengeschlossen oder stehen sie in Konkurrenz zueinander, werben sie sich gegenseitig den jüngsten Indie-Act ab und spotten sie intern übereinander? All dieses erfahre ich nicht. Wo ist der alternative Ansatz; jenseits von Event-Immobilienvermietern, die ihr Haus auch der Jahrestagung von Roland Bergers Unternehmensberatung zur Verfügung stellen würden, jenseits von Urheberrechtsmonopolen im Musikbereich, abseits von Berufsjugendlichen, die ihr Hobby zum Praktikum machen? Ich denke, irgendwo schlummert dieser Ansatz - ein Entwurf, der sich der vereinnahmenden Kommerzialisierung entzieht und richtungsweisend sein wird. Ihr erzählt mir nicht, was ich als Qualität beurteilen muß; für mich kann der betrunkene Sänger, der in der U-Bahn, im Bus auf dem Weg zu eurer Messe unverständliche Liedzeilen singgröhlt, eine musikalische Offenbarung sein und die Kreidezeichnung eines Kindes auf der Straße vor der Pop-Messen-Leichtbauhalle die Weltformel entdeckbar machen. Es kostet mich nur ein Lächeln - den Tauschwert, die Währung der Zukunft. Beiträge, die sich ausnehmen, als ob der Verfasser zum Distributionsmodell einer Musikrichtung, eines Musikportals oder einer Band gehört, wecken jedenfalls mein Mißtrauen, ebenso Promotionsveranstaltungen mit gemeinnützigem Rahmen, die den Verfassern der ebengenannten Beiträge ein Feigenblatt liefern, den Anschein, eben nicht zum musikalisch-industriellen Komplex zu gehören. Die Schamanen des Marktes haben schon vielen den hellen Kopf vernebelt, die Schweinevögel kreisen über den Registrierkassen, vor denen das jugendliche Zielpublikum sein Taschengeld opfern soll. Das Bedürfnis des Menschen, kreativ zu sein, gipfelt in knallbuntblinkenden Internetseiten, die die Sehnsucht nach Lebensqualität zur Ware umformen, gestaltet vom Musiker nach dem schlecht bezahlten Halbtagsjob auf dem Weg zum mietteuren Proberaum. Und das alles, um sich irgendwann bestmöglich an die Teufel der Aneignung zu verkaufen oder, im besten Fall, einer zu werden. Der Untergrund muß neu entdeckt werden...
Mich würde ja schon interessieren, wieviel Miete der Volkspalast so nimmt und wer Besitzer der Immobilie ist. So, jetzt kann der Einwand kommen: 'Ey, Miesmacher, weißt Du eigentlich, wieviel Arbeit in der Organisation eines solchen Events steckt? Wieviele ehrenamtliche Mitarbeiter ihre Freizeit dafür opfern?'... Und, und... Erstens - die Donnerkuppel scheint der ideale Veranstaltungsort für die Podiumsdiskussion über die Probleme des alternativen Musikmanagements zu sein, die düsteren Flure des Kaiserzeitbaus scheinen jedem Aussteller mit seinem Angebot einen höheren Aussagewert zuzuweisen, die Bands finden ihr Publikum und, zweitens, die Fotos illustrieren das alles professionell.
Sind diese Pop-Messen, die wie Pilze aus dem Boden des deutschen Spätkapitalismus schießen, eigentlich in Netzwerken zusammengeschlossen oder stehen sie in Konkurrenz zueinander, werben sie sich gegenseitig den jüngsten Indie-Act ab und spotten sie intern übereinander? All dieses erfahre ich nicht. Wo ist der alternative Ansatz; jenseits von Event-Immobilienvermietern, die ihr Haus auch der Jahrestagung von Roland Bergers Unternehmensberatung zur Verfügung stellen würden, jenseits von Urheberrechtsmonopolen im Musikbereich, abseits von Berufsjugendlichen, die ihr Hobby zum Praktikum machen? Ich denke, irgendwo schlummert dieser Ansatz - ein Entwurf, der sich der vereinnahmenden Kommerzialisierung entzieht und richtungsweisend sein wird. Ihr erzählt mir nicht, was ich als Qualität beurteilen muß; für mich kann der betrunkene Sänger, der in der U-Bahn, im Bus auf dem Weg zu eurer Messe unverständliche Liedzeilen singgröhlt, eine musikalische Offenbarung sein und die Kreidezeichnung eines Kindes auf der Straße vor der Pop-Messen-Leichtbauhalle die Weltformel entdeckbar machen. Es kostet mich nur ein Lächeln - den Tauschwert, die Währung der Zukunft. Beiträge, die sich ausnehmen, als ob der Verfasser zum Distributionsmodell einer Musikrichtung, eines Musikportals oder einer Band gehört, wecken jedenfalls mein Mißtrauen, ebenso Promotionsveranstaltungen mit gemeinnützigem Rahmen, die den Verfassern der ebengenannten Beiträge ein Feigenblatt liefern, den Anschein, eben nicht zum musikalisch-industriellen Komplex zu gehören. Die Schamanen des Marktes haben schon vielen den hellen Kopf vernebelt, die Schweinevögel kreisen über den Registrierkassen, vor denen das jugendliche Zielpublikum sein Taschengeld opfern soll. Das Bedürfnis des Menschen, kreativ zu sein, gipfelt in knallbuntblinkenden Internetseiten, die die Sehnsucht nach Lebensqualität zur Ware umformen, gestaltet vom Musiker nach dem schlecht bezahlten Halbtagsjob auf dem Weg zum mietteuren Proberaum. Und das alles, um sich irgendwann bestmöglich an die Teufel der Aneignung zu verkaufen oder, im besten Fall, einer zu werden. Der Untergrund muß neu entdeckt werden...
