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a: der maßnahmeeinrichtungsleiter, nerviger sprechhektiker mit unaussprechlichem namen, übergeschäftiges auftreten im anpassungs-outfit des niederen verwaltungsapparates (gewöhnungsbedürftige krawatte, gebügeltes oberhemd etc.)
b: der mir im ‚computerraum’ gegenübersitzende arbeitslose im aktivierungszustand der verstärkten betreuung durch a
weitere merkmale der situation: b wurde von einer a unterstellten mitarbeiterin im maßnahmehaus am rande der stadt mit ausdrucken von im internet angebotenen arbeitsstellen 'helfer im bereich lager, logistik, transport' versorgt, die b in konkrete bewerbungsschreiben umwandeln soll, was inhalt und sinn der jobcenter-maßnahme für b ist. b ist privat nicht im besitz eines datenverarbeitenden elektronischen haushaltsgerätes namens computer und deshalb im verlauf der bisherigen anwesenheit in der aktivierungsmaßnahme-ggmbh durch vermittlung einfachster schreibprogrammnutzungskenntnisse in die lage versetzt worden, bewerbungsanschreiben an private personalvermittler oder firmen zu versenden, die (oft unter inanspruchnahme eines vermittlungsgutscheines im wert von zweitausend euro aus dem steuerfinanzierten etat der bundesagentur für arbeit durch den 'arbeitgeber') arbeitsstundenentlohnungen von fünf bis sieben euro brutto anbieten. a, der gegenüber dem jobcenter maßnahmewochenverlaufsberichtpflichtig ist, intensiviert die seiner ansicht schleppende bewerbungsarbeit von b durch seine mitarbeit, die ich hier aus dem gedächtnis und deshalb leicht abgewandelt wiedergeben möchte.
a: (mit funktelefon in einer schutztasche am ledergürtel; er setzt sich zu b und mustert übertrieben diensteifrig das mir nicht einsehbare schriftbild auf dem betagten flachbildschirm, welcher von b genutzt wird…) 'wie weit sind sie denn jetzt mit den bewerbungen?'
b: (ein schnellsprechender berliner, der schon viele instrumente der von rot-grün geschaffenen neuen halbstaatlichen billigarbeitsvermittlungswelt kennengelernt und monate in einer arbeitsbeschaffungsmaßnahme zugebracht hat. er erhielt von seinem fallmanager schon einmal 'trockenbauer'-arbeitsangebote, obwohl er nie in diesem bereich gearbeitet hat und seinen worten nach ein rückenleiden hat…) 'na, sie sehen ja…'
a: (blättert in den heftgeklammerten angeboten, wählt eines aus und studiert die details) 'da muß man wohl erst einmal anrufen und nachfragen, ob diese stelle überhaupt noch angeboten wird. ein anruf kostet ja nichts…' (der schlußsatz ist versehen mit dem kalt-unpersönlichen gekicher des angestellten, der für eine weiterbeschäftigung seine schwiegermutter verkaufen würde; sein versuch, lockerheit in den raum auszustrahlen…)
b: (unbeholfen auf den monitor schauend, er gibt seine verantwortung in diesem moment an a ab und erwartet das, was a jetzt einleitet…) '…mhh…'
a: (wählt die telefonnummer, die auf dem job-angebotsausdruck vermerkt ist und begibt sich nach kenntnisnahme des freileitungssignals in eine dürftige autorität ausstrahlende sitzposition auf einem altersbedingt wenig sitzkomfort bietenden bürostuhl…) 'guten tag, herr [jobanbieter xy, personalverantwortlicher], mein name ist b von der aktivierungsmaßnahme-ggmbh – ich habe hier einen jungen mann neben mir zu sitzen, der sich für ihr arbeitsangebot interessiert. ich wollte vorab einmal nachfragen, ob dieses angebot noch gilt…?'b: (b hört interessiert zu, sein 'interesse' an dem für a interessanten job hält sich in den grenzen des raumes, in dem dieses geschehen an einem tag im mai stattfindet; er nestelt an den blättern anderer jobangebote niedrig entlohnender arbeitgeber des bereiches 'lager, logistik, transport')
a: (hört die bejahende antwort des [jobanbieter xy, personalverantwortlicher] und wird wohl von diesem nach dem genauen alter von b gefragt – a wendet sich b zu und erfragt diese angabe, die für seinen anrufbeitrag wichtig ist…)
b: 'ich bin achtundvierzig…'
a: (dreht sich auf dem stuhl wieder in die anrufweiterführungsposition für ein gespräch zwischen zwei personalverantwortlichen…) 'der junge mann neben mir ist achtundvierzig…'
b: (ergreift eine teilnahmeinitiative) '…ich werde, werde neunundvierzig…'
a: (aus dem telefon dringt nichts in die außenwelt, a hört aufmerksam zu…)'…ja, ja, das hatte ich mir auch schon gedacht. vielen dank und einen schönen tag noch…auf wiederhören.'
b: 'hat er gesagt, ich wäre zu alt?'
a: 'das kann ich ihnen nicht sagen; ich habe mit dem teilnehmer stillschweigen vereinbart. aber wenn sie einmal eine dementsprechende antwort erhalten, können sie klagen, das wissen sie ja…'
ich sitze irgendwo in pankow und verzweifele stumm an der 'arbeit' von a und an der lage von b, die sich von meiner situation verwaltungstechnisch kaum unterscheidet. ich möchte in f bei l sein und hoffe, dass der k nicht nur eine utopie ist.
p.s.: das gute siegt...
