Tourtagebuch:  Regensburg/ Gloria

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30.10. Regensburg/ Gloria

Heute spielen wir in RegensBURG, in meinem Tagebucheintrag vom 26.4. könnt ihr eine kleine, ironische Abhandlung nachlesen, die sich mit dem „Thema Rentner und Städte die auf …burg enden“ befasst. Ein geschätztes Mitglied meiner Familie hat gerade ein Studium in Würzburg begonnen und mich darauf hingewiesen, dass ich mit meiner Einschätzung total falsch liege. Ich sollte mal lieber genauer hinsehen und mich an die Fakten halten, anstatt vorschnell meine selbstverliebten Schlussfolgerungen zu Papier zu bringen.
Dementsprechend gewissenhaft reflektiere ich nun unsere Reise nach Regensburg, der fünftgrößten Stadt Bayerns. Meine im Vorfeld durchgeführten Recherchen ergeben, dass in Regensburg Vollbeschäftigung herrscht und die Stadt über einen „kompakten Stadtkern mit einer „fast schon zu homogenen Siedlungsfläche“ verfügt.
Das mit der Vollbeschäftigung verunsichert mich, denn wer freitags arbeitet geht in der Regel nicht donnerstags auf ein Konzert. Das Prinzip „Stadt der kurzen Wege“ und ein früher Konzertbeginn machen meine Sorgen aber hinfällig: das, übrigens wunderschöne, GLORIA ist am Abend tatsächlich gut gefüllt.
Ob Zufall, oder geniale Arbeit unseres Tourbookers, viel motivierender kann ein Tourstart nicht verlaufen. Wir werden extra vom Team bekocht, Schweinsbraten mit Sauerkraut: klassisch! Unser Hotel ist 200 Meter vom Club entfernt: praktisch! Es heißt „Zum fröhlichen Türken“: lustig!
Dank des früh beendeten Konzerts und dem mir auferlegten Zwang objektiv zu sein, machen Val und ich uns schon um 9:00 Uhr auf einen ausgedehnten Erkundungsgang durch den kompakten Stadtkern. Und siehe da, Regensburg entpuppt sich tatsächlich als äußerst bemerkenswerte Stadt. Hier gibt es alles, Romanik, Gotik, Barock, Renaissance. Und sogar prachtvollen Rokoko! 6000 denkmalgeschützte Sakral- bzw. Profanbauten! Das Ambiente ist eher italienisch als deutsch, wer hätte das gedacht.
Die Scharen fröhlicher Rentner, die kurzsichtig in die Displays ihrer Digitalkameras blinzeln und somit orientierungslos die Gassen der Altstadt verstopfen, tun der Stimmung keinen Abbruch, im Gegenteil: ihre prall gefüllten Geldbörsen tragen dazu bei, dass Städte wie Regensburg den Krisen der heutigen Zeit unbeeindruckt gegenüberstehen. Wir verneigen uns voll Dankbarkeit, wollen nicht weiter stören und reisen ab, gen Konstanz.



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