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Northern Lite
Northern Lite: Tourtagebuch: Ein schöner Tag in Hannover
Es gibt Tourtage, die erinnern mich an die Familienausflüge meiner Kindheit. An diesen ganz besonderen Tagen steigt man mit Menschen die einem vertraut sind in ein Kraftfahrzeug, und zwar nicht nur um einen Weg zurückzulegen, sondern auch des Events wegen. Denn am Ende erweisen sich diese kleinen Höhepunkte zwischen den täglich gleichen Verrichtungen als der Stoff aus dem die Erinnerungen sind. Ein Tag im Zoo, oder der Besuch in einem böhmischen Schloss, das mit einer Motorradsammlung aufwarten kann, hinterlassen tiefere Spuren im Großhirn als ein Jahr Arbeitsleben!
Wir müssen also von Bremen nach Hannover - und was liegt am Weg? Der Serengeti Park Hodenhagen! Nicht immer ist es so einfach, dem Tour-Alltag ein Gesicht zu geben wie heute.
Gern zahlen wir die geforderten 126 € Eintritt für fünf Personen, Führung im Bus inklusive! Voller Erwartungen retardieren wir zu den kleinen Scheißern die wir vor langer Zeit mal waren und stürmen als erstes den im Preis inbegriffenen Vergnügungspark. Dankbar machen wir vom Angebot des Restaurants gebrauch: Keine Spur vom Schickimicki Scheißfraß der einem heute überall serviert wird. Man reicht hier nur Dinge über den Selbstbedienungstresen die man frittieren kann (vorausgesetzt sie waren vorher gefroren). Die Preise sind ein Ausdruck der Wertschätzung, die Eltern ihren Kindern entgegenbringen. Und wenn man diese Eltern dann sieht, wie sie mit ihrer fleischgewordenen Selbstüberschätzung an der Hand durch den Vergnügungspark schlendern, wird einem warm ums Herz.
Viele Familien sind es nicht, die heute ihrem Leben einen unauslöschlichen Höhepunkt hinzufügen wollen. Dementsprechend freie Bahn haben wir, unsere infantilen Neigungen auszuleben. Wir benutzen jede Kotzmühle, die man bereit ist extra für uns in Gang zu setzen. Wir steigen in Klaus' abgewrackten Doppelstockbus, um gemeinsam mit einer Behindertengruppe die Serengeti zu erleben. Wir streicheln im Streichelzoo, füttern Nashorn und Giraffe und erschauern vor mächtigen Raubtieren. Die Niedlichkeit eines gerade geborenen Hirschbabys und die Witze unseres Führers Klaus treiben uns die Tränen in die Augen. Zum krönenden Abschluss der Safari dürfen wir dem Löwen Pascha beim Ficken zusehen. Der macht das übrigens rund fünfzig Mal am Tag! Demütig verneigen wir uns vor der Schöpfung, denken an die Daheimgebliebenen und fahren ins nahe Hannover.
Das Gebäude-Ensemble Hannovers muss man gesehen haben, es ist bemerkenswert! Hannover ist außerdem die einzige Stadt Deutschlands, die ungefähr so viele Gitarrenbauer wie Psychiater hat. Hier ist nicht nur die Rockerseele gesund, sondern auch die so genannte "ehrliche Musik" zuhause. All die Bands aufzuzählen, die wir dieser schönen Stadt verdanken, würde diesen Rahmen sprengen. Ich sage nur Scorpions und Fury In The Slaughterhouse!
Hannovers Clubszene atmet das Muckertum aus allen Poren. Während auf anderen Bühnen der Republik der Gitarrist schon eher als Störfaktor wahrgenommen wird, ist er hier noch wer. Wie schön es ist, nach einem gelungenen Gitarrenlick in die leuchtenden Augen des örtlichen Monitormannes zu blicken (der wahrscheinlich selbst in einer unterschätzen Hardrockband spielt) kann nur der wissen, der schon mal bei der Mayday als Gitarrist engagiert war.
Hannover, du Schöne, wir kommen wieder!
Danke für die Blumen! Ist interessant, was Du da schreibst. Wir hatten den Gig vom letzten Jahr gar nicht als so spektakulär in Erinnerung... Mehr Leute waren es auf jeden Fall in diesem Jahr, und die Stimmung war, glaube ich, auch dieses Mal besser. Der Sound war tatsächlich ein wenig Old School, aber wir fanden es ganz gut. Muss aber nix heißen, denn wir erfahren ja nur den Bühnensound
Danke für die Blumen! Ist interessant, was Du da schreibst. Wir hatten den Gig vom letzten Jahr gar nicht als so spektakulär in Erinnerung... Mehr Leute waren es auf jeden Fall in diesem Jahr, und die Stimmung war, glaube ich, auch dieses Mal besser. Der Sound war tatsächlich ein wenig Old School, aber wir fanden es ganz gut. Muss aber nix heißen, denn wir erfahren ja nur den Bühnensound
Die Liveperformance der Band war wieder mal tadellos und wurde bei anspielen der bekannten Kracher für den Fan auch durchaus noch mitreißend. Das größte Manko war für mich, dass der Sound leider eher matschig abgemischt war, was der Ortbarkeit der Instrumente und vor allem der sonst so hypnotischen Präsenz von Kubats Stimme sehr abträglich war. Der Sound des Konzerts vom vergangenen Jahr im Musikzentrum war da glatte zwei Klassen besser. Ob das an der Güte der Anlage, des Equipments, dem Tontechniker oder auch an allem zusammen lag, sei mal dahingestellt.
Ansonsten war es (für mich) im Schnittpunkt der Abstrahlkegel der Boxentürme unerträglich laut. Vorn an der Bühne war es dann erträglich, wobei ich mich dort sowieso irgendwann postiert hätte :-)
Noch kurz ein Wort zur Lightshow: durch den mitgebrachten LED-Vorhang bekam die Bühnenshow für einen Clubauftritt eine ungewohnt fulminante Unterstützung aus dem Background, was gegenüber der Unisex-Tour mit seinen 42" Plasmamonitoren deutlich mehr hermachte.
So hat es mir trotz der Tonprobleme wieder sehr gut gefallen. Die Post ging ab und es war wieder ein Hammer! Nur das Prädikat "Oberhammer" das sich der geradezu psychedelische Auftritt des letzten Jahres im Musikzentrum verdient hatte, kann ich diesmal leider nicht vergeben.





Was die Stimmung im Publikum betrifft, glaube ich eher, dass durch den großen zeitlichen Abstand und der vielen Termine und Gigs seitdem einiges im Nebel der Erinnerung untergegangen ist :-)
Neben dem allgemein besseren Sound war auch die Performance der Vorband (The World Domination), ein echter Eye-opener für jeden, der wie ich ein Faible für's Skurrile besitzt. Das ging soweit, dass sich an der Bar schon einige reifere Mädels in der Diskussion von leicht dominanten Bondage-Fantasien (!) ergingen (während der Sänger der Band bereits fast nackt auf dem Boden der Bühne wand).
Auf diese schwüle Stimmung habt Ihr dann noch mächtig einen draufsetzen können. Zumindest die ersten paar Reihen vor der Bühne waren völlig 'aus dem Häuschen'. Wenn ich mich richtig erinnere, enterten ein oder zwei Fans sogar die Bühne.
Nach dem Gig an Eurem Devotionalienstand hatte ich auch durchaus den Eindruck, den klassichen Ausdruck von erschöpfter, adrenalingeschwängerter Zufriedenheit bei den Bandmitgliedern entdecken zu können :-) Ist doch immer wieder schön, wenn man noch ein paar Worte mit den Protagonisten wechseln kann.
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