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Northern Lite
Northern Lite: Tourtagebuch: Sieg am Rhein
18.4.2008: Köln/ Luxor
Köln war unser Angstgegner, bis zum 18.04.2008. Was ist eigentlich so besonders an dieser fröhlichen Stadt am Rhein, dass sie die Musiker der Republik reihenweise in Angst und Schrecken versetzt? Ist es eine einseitige Fixierung auf den Event Karneval? Ist es die Mentalität ihrer Bewohner? Liegt es an einer unüberwindbaren Sprachbarriere?
So genau kann ich es nicht sagen, Fakt ist, dass wir es bis zum heutigen denkwürdigen Freitag hier wirklich schwer hatten. Dabei ist Köln eigentlich nicht unsympathisch und seine Bewohner gelten als Inbegriff der "Rheinischen Frohnatur". Unsere Konzerte verliefen aber irgendwie immer unerfreulich. Bei stetiger Wiederholung prägt sich so etwas ein und kann zu einer Art Psychose führen. Schon das Auftauchen der Stadt Köln im Tourplan verursachte mir spürbares Unbehagen.
Bis vor wenigen Jahren war Köln die Pop-Hauptstadt Deutschlands. Alle wichtigen Musikzeitschriften residierten hier, ebenso Viva und der übermächtige WDR. Die Gästelisten waren verstopft mit den Namen illustrer Medienvertreter, die trotzdem oft den Konzerten der hochmotiviert angereisten Bands fernblieben. Wie viele Hoffnungen wurden zerstört, weil der Chefredakteur vom Rockpalast doch nicht auftauchte, bzw. der SPEX Musikredakteur zu einer Konkurrenzveranstaltung ging? Niemand weiß es...
Diese wichtigen Menschen sind jetzt ausnahmslos nach Berlin verzogen, lediglich Eins- live führt einem altehrwürdigen Kapitän gleich das Dickschiff Köln durchs kulturelle Binnenmeer.
Eigentlich kann man hier nicht mehr so viel reißen - trotzdem muss man auf einer ordentlichen Deutschland Tournee im nach wie vor als undankbar und übersättigt verschrienen Köln Station machen. Zeichen des Verfalls sehen wir überall. Während sich die übrigen Großstädte Deutschlands in mehr oder weniger schillernde Lifestyle Metropolen verwandeln, bleibt in Köln alles beim Alten. Das einst so gewagt hingeklotzte Museum Ludwig wirkt heute wie ein Reichsbahn Ausbesserungswerk und überhaupt sieht die Stadt aus wie eine große Ansammlung gesichtsloser Sechziger Jahre-Bauten, die jemand mehr oder weniger zufällig links und rechts des Rheins fallengelassen hat. Vorbei ist die Zeit, als Bikerstiefel tragende Mittdreißiger Berlin nur müde belächelten, als einen von Techno-Spacken bevölkerten Vorort von Warschau sozusagen. Das Blatt hat sich gewendet! Trotzig streckt zwar der übertrieben große Dom seine Türme einem gewaltigen Stinkefinger gleich gen Himmel, aber die Tage Kölns als Instanz in Sachen Popkultur sind erst einmal Geschichte.
Vor diesem Hintergrund machen wir uns auf ins Luxor, dem wohl ältesten und geschichtsträchtigsten Club der Stadt. Wir weigern uns, ein brennendes Auto auf der A57 als Vorbote kommenden Unheils zu deuten. Wir geben uns kämpferisch und abgeklärt. Köln kann uns nichts anhaben! Und siehe da: das Wunder geschieht. Das Luxor ist nicht nur gut gefüllt sondern ein liebenswertes und total begeistertes Publikum erzwingt sogar die Aufgabe der als unverrückbar geltenden Sperrzeit von 22:00! Wir dürfen dreißig Minuten Zugaben geben! Die Crew des Ladens schüttelt uns anerkennend die Hände. Am Ende können wir es kaum glauben. Wir haben am 18.04.2008 Köln bezwungen.
Köln war unser Angstgegner, bis zum 18.04.2008. Was ist eigentlich so besonders an dieser fröhlichen Stadt am Rhein, dass sie die Musiker der Republik reihenweise in Angst und Schrecken versetzt? Ist es eine einseitige Fixierung auf den Event Karneval? Ist es die Mentalität ihrer Bewohner? Liegt es an einer unüberwindbaren Sprachbarriere?
So genau kann ich es nicht sagen, Fakt ist, dass wir es bis zum heutigen denkwürdigen Freitag hier wirklich schwer hatten. Dabei ist Köln eigentlich nicht unsympathisch und seine Bewohner gelten als Inbegriff der "Rheinischen Frohnatur". Unsere Konzerte verliefen aber irgendwie immer unerfreulich. Bei stetiger Wiederholung prägt sich so etwas ein und kann zu einer Art Psychose führen. Schon das Auftauchen der Stadt Köln im Tourplan verursachte mir spürbares Unbehagen.
Bis vor wenigen Jahren war Köln die Pop-Hauptstadt Deutschlands. Alle wichtigen Musikzeitschriften residierten hier, ebenso Viva und der übermächtige WDR. Die Gästelisten waren verstopft mit den Namen illustrer Medienvertreter, die trotzdem oft den Konzerten der hochmotiviert angereisten Bands fernblieben. Wie viele Hoffnungen wurden zerstört, weil der Chefredakteur vom Rockpalast doch nicht auftauchte, bzw. der SPEX Musikredakteur zu einer Konkurrenzveranstaltung ging? Niemand weiß es...
Diese wichtigen Menschen sind jetzt ausnahmslos nach Berlin verzogen, lediglich Eins- live führt einem altehrwürdigen Kapitän gleich das Dickschiff Köln durchs kulturelle Binnenmeer.
Eigentlich kann man hier nicht mehr so viel reißen - trotzdem muss man auf einer ordentlichen Deutschland Tournee im nach wie vor als undankbar und übersättigt verschrienen Köln Station machen. Zeichen des Verfalls sehen wir überall. Während sich die übrigen Großstädte Deutschlands in mehr oder weniger schillernde Lifestyle Metropolen verwandeln, bleibt in Köln alles beim Alten. Das einst so gewagt hingeklotzte Museum Ludwig wirkt heute wie ein Reichsbahn Ausbesserungswerk und überhaupt sieht die Stadt aus wie eine große Ansammlung gesichtsloser Sechziger Jahre-Bauten, die jemand mehr oder weniger zufällig links und rechts des Rheins fallengelassen hat. Vorbei ist die Zeit, als Bikerstiefel tragende Mittdreißiger Berlin nur müde belächelten, als einen von Techno-Spacken bevölkerten Vorort von Warschau sozusagen. Das Blatt hat sich gewendet! Trotzig streckt zwar der übertrieben große Dom seine Türme einem gewaltigen Stinkefinger gleich gen Himmel, aber die Tage Kölns als Instanz in Sachen Popkultur sind erst einmal Geschichte.
Vor diesem Hintergrund machen wir uns auf ins Luxor, dem wohl ältesten und geschichtsträchtigsten Club der Stadt. Wir weigern uns, ein brennendes Auto auf der A57 als Vorbote kommenden Unheils zu deuten. Wir geben uns kämpferisch und abgeklärt. Köln kann uns nichts anhaben! Und siehe da: das Wunder geschieht. Das Luxor ist nicht nur gut gefüllt sondern ein liebenswertes und total begeistertes Publikum erzwingt sogar die Aufgabe der als unverrückbar geltenden Sperrzeit von 22:00! Wir dürfen dreißig Minuten Zugaben geben! Die Crew des Ladens schüttelt uns anerkennend die Hände. Am Ende können wir es kaum glauben. Wir haben am 18.04.2008 Köln bezwungen.
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kölschemädche
vor 1527d 8h
...is jjoot ;-) oder zwischen durch noch ein "Privatkonzert", so wie letztes Jahr lunatic in Lüneburg. War für die Band wohl etwas frustrierend, ich aber fand es sehr cool, fast wie im Wohnzimmer.......
ringo.fire
vor 1528d 1h
optimal wären ja beide Shows, Berlin und Hannover... dann schauen wir uns auch mal Walsrode an,
kölschemädche
vor 1528d 19h
...als "Niedersachsenpferdchen" im Kölner Exil lebend habe ich mich weder nach Hannover noch nach Köln zum Konzert "getraut", sondern bin die beiden letzten Male direkt nach Berlin in die Columbiahalle. Aber wenn sich das tatsächlich entwickelt....kann ich das nächste Mal auch nach Hannover und die Band nach Walsrode oder in den Heidepark ;-)))





das muss vor 2006 gewesen sein, da war ich nämlich nicht mit
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