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Es klang so gut als es anfing, 2007 versprach vom Titel her James Bond Dynamik! Es war aber eher wie so aufregend wie die beiden Folgen mit Timothy Dalton in der Hauptrolle… Handball ist halt nicht Fußball, auch wenn man Weltmeister wird; die Agenda 2010 nicht (oder nur kaum) zu verändern ist halt keine politische Reform die das Land weiterbringt und verwandte Geschäftsfelder zu besetzen, ist zwar verständlicher Rettungsversuch der etablierten Musikindustrie, aber weder ein neues Konzept noch bewegt es den Markt weiter. Stillstand oder Langeweile also im sportlichen, politischen und musikwirtschaftlichen Leben. Gibt es denn überhaupt noch andere relevante Themen? Klar doch, Familie, Freunde und Musik. Meine Tochter erkrankte in 2007 ziemlich schlimm und heftig, Freunde konnte ich teils durch derbe Lebenskrisen begleiten und musikalisch hielt ich Ausschau. Ich blickte und blickte und blickte….
Eigentlich hätte ich etwas sehen müssen. Eigentlich hätte man es gar nicht übersehen können. Zumindest wenn die gute alte zehn Jahres Regel stimmt. Die hat bisher immer gestimmt. Das ganze halbe letzte Jahrhundert schon. Gemäß dieser Regel entsteht eine neue Bewegung immer in der Mitte eines Jahrzehnts. Wahrnehmen kann sie nur derjenige, der Teil dieser neuen, nächsten Welle ist. Im Siebten Jahr eines jeden Jahrzehnts kommt kommerziell der Durchbruch und jeder halbwegs interessierte bekommt den neuen Mega Trend mit. 1967 beim ersten „Summer of Love“ waren es die Doors die mit „Light my Fire“ den Hippies den kommerziellen Weg bahnten, 10 Jahre drauf übernahmen 1977 die Sex Pistols für Punk die gleiche Rolle. 1987 formulierten sich die „Baleric Beats“ zu Acid House um und wurden mit „This is Acid“ von Maurice und „Acid Trax“ von DJ Pierre für den Mainstream sichtbar und wandelten sich zu Techno. Bei Deutschem Hip Hop verhielt es sich ob der international vorweggenommenen Welle ein wenig unklarer. Die Fantastischen Vier (1992 „Die da“) und Sabrina Setlur (1995 „Ja klar“) hatten vorher schon Hits die Hip Hop Elemente beinhalteten. Formuliert wurde eine eigenständige, deutsche Stilistik aber eher von der so genannten Klasse von 94/95, nämlich den Fetten Broten, den Absoluten Beginnern, den Massiven Tönen und von Stieber Twins. Bis auf letztere marschierten die dann auch gegen Ende des Jahrzehnts kommerziell durch.
2007 wäre es wieder so weit gewesen. Okay, dass ich eine neue Bewegung nicht mehr von Anfang an mitbekomme, nicht mehr Teil von dem sein werde, was sich in der Mitte des Jahrzehnts formuliert, setze ich voraus. Das erging mir bereits beim deutschen Hip Hop so. Aber im letzten Jahr hätte ich wirklich erwartet die neue Welle zu bemerken. Gegen Ende des Jahrzehnts wäre sie dann gemäß der 10-Jahres-Regel dominant, in den ersten Jahren des darauf folgenden komplett inhaltlich und kommerziell ausgekocht worden, so dass zwischen dem dritten und fünften Jahr wieder eine gewisse Orientierungslosigkeit einsetzt…
Was war es, dass 2007 durch seinen kommerziellen Durchbruch zum speziellen Jahr gemacht hat und die nächsten Jahre bestimmen wird? Was ist die große Innovation dahinter, wo sind die neuen Codes, die neuen, großen Szenen? Dass Indierock wieder elektronischer wird, kann mir keiner als neue Bewegung verkaufen. Ist das nächste dicke Ding vielleicht gar nicht mehr eine musikalische Sache, weil sich die Kids über Musik allein schon lang nicht mehr definieren? Ist der kommerzielle Durchbruch vielleicht etwas, das in einer digital und interaktiv getrieben Welt im klassischen Sinne von Chartpositionen oder ähnlichem gar nicht mehr stattfindet?
2007 hat mehr Fragen, als Antworten hinterlassen. ich denke das Jahr hat eigentlich gar nicht stattgefunden, war eher eine Vorbereitung und Prüfung für 2008 und in diesem Sinne wünsche ich uns allen dann auch nur das Beste und Spannendste!
Euer Tim
Aber irgendwann wird's auch akademisch, oder? Musik kann man ja auch nach wie vor hören, ohne sich das Hirn zu brechen. Wenn was gut ist, wenn kümmert's ob das hundert Hippe oder nicht Hippe auch hören, ob das dann Trend oder die älteste Leier der Welt ist. Bei einem Trend sind ja auch nicht immer alle Epigonen geil, nur weil man die Musikrichtung mag, meist sogar eher umgekehrt. Das meinte ich mit individuellen Beispielen.
Ab davon: jeder, der damals Nirvana gehört hat, hat damals gedacht: das hab ich noch nie gehört. Wer anderes behauptet, lügt in meinen Augen. Mit Punk, also "richtigem" Punk hat das höchstens bei der Attitüde zu tun.
Aber jetzt tanzen wir schon wieder zu Architektur.
Gleich mal die neue Frevert hören zu erholen.
Der lustigste Kommentar zu diesem Blog erreichte mich gestern direkt per Mail: "Meinst Du wir sind genug um eine Sammelklage beim EuGMR einzureichen mit Hoffnung auf Annulierung von 2007?" Ich rätsele nur noch immer was EuGMR ist. Der Europäische Gerichtshof? Egal, ich bin dabei! Aber im Erfolgsfall kann IndieRock nicht mehr zum Unwort 2007 erklärt werden, wie hier völlig zu Recht vorgeschlagen. Das wäre auch schade. Sowohl Graunge als auch Indie Rock haben uns nichts neues gebracht, sondern existentes verfeinert. Grunge war für mich das verspätete Erreichen von Punk auf dem amerikanischen Festland (Bands wie Ramones oder Dead Kennedys galten früher alle im Ausland bedeutend mehr als in der USA), Indie-Rock die Wiederentdeckung von etwas, das man in den Achtzigern mal Alternative Rock genannt hatte. jetzt halt ein wenig reduzierter und präziser. das Zusamenwachsen zweier Strömungen, wie im verlinkten SPON Artukel postuliert ist nett. Aber reicht die Mischung des Existenten schon als Basis einer neuen Idee?
wäre mein vorschlag zum unwort des Jahres gewesen ... "indie-Rock"
http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,529100,00.html
Das mag zwar musikalisch nichts Neues sein, aber diesbezüglich sind die Ressourcen der alten Tante Pop vermutlich ohnehin ein bisschen erschöpft. Trotzdem: Der einzige nennenswerte "Trend" des neuen Jahrtausends, Siebenjahresregel hin oder her, ist natürlich schon der so genannte Indie-Rock. 2001 langsam von den Strokes angestoßen und nach Europa getragen, dort von den Libertines und anderen aufgegriffen, mit der Klasse von 2005 (Maximo Park, Kaiser Chiefs, Arctic Monkeys etc) im allgemeinen Bewusstsein angekommen, im Jahr darauf auf den Hauptbühnen der großen Festivals und dieses Jahr mit den Kaiser Chiefs und "Ruby" auf dem Oktoberfest und auch sonst im Mainstream. Was zur Folge hatte, dass Indie-Rock plötzlich uncooler als uncool war und die Opinion Leader sich elektronisch angereichertem Indie-Rock und anderen Dingen zuwendeten. Wie immer werden zwei, drei große Bands die „Bewegung“ überleben, ihr entwachsen (Strokes und dergleichen mehr) und natürlich tragen inzwischen AOK-Sekretärinnen Kate-Nash-Frisuren und das ganze hat zu einer teilweise auch ärgerlichen Verwässerung beigetragen. Aber hey: Plötzlich war es wieder cool, auch in hippen Clubs Gitarrenmusik zu spielen, was es seit Brit-Pop nicht mehr gegeben hatte. Und für die heute 15 bis 25-Jährigen ist Pete Doherty ebenso eine Ikone wie es für die Neunziger Cobain war. Kann man sich natürlich leicht drüber lustig machen, ist aber so.
und heute tragen AOK-Sekretärinnen Kate-Nash-Frisuren
lieber soulcoughing,
ich muss hier mal ganz schnell und ebenso vehement widersprechen. die von dir beschriebene rosinenpickerei ist lediglich deine meinung. deshalb solltest du von einer generalisierung abstand nehmen, denn hierdurch kann ganz schnell eine diskussion um geschmäcker entstehen.
z.B. könnte ich jetzt sagen, dass nirvana nur die spitze des eisberges waren. und das bands wie die melvins, mudhoney, pearl jam und nicht zu vergessen sondgarden ebenso gut und vor allem hörbar waren.
nee. das sollten wir doch lieber lassen. bitte verstehe das nicht falsch, aber zu oft schon habe ich miterleben müssen, wie sich in blogs und foren regelrechte kleinkriege bezüglichen der geschmacksfrage entwickelten.
Ich würde sagen: scheißt auf Trends und pickt euch die Rosinen raus. Bei Grunge war ja im Prinzip auch nur Nirvana hörbar. Ob 7, 5 oder hundert Jahre spielt doch keine Rolle. Epochale Alben z.B. der Neunziger für mich: Weezer "Pinkerton", Eels "Beautiful Freak" und Soul Coughing "Ruby Vroom", September 67, "Lucky Shoe", Lucinda Williams "Car Wheels...". so viel Klasse und Innovation hört man selten.
sc
Der Trend in diesem Jahrzehnt ist nun mal das gottverdammte R´n B, darauf können Majors wohl in vollen Zügen international bauen.
Drum and Bass hatte seinen Höhepunkt in Deutschland Ende der 90er, da ging echt was ab. Die Partys waren echt voll, die Leute auch ;) Kabuki und der grüne Mann (tgm) zogen durchs Land, was Sie ja heute noch tun. Das schöne dabei nur, dnb wird niemals sterben. Die blinde Volksmeinung spricht dagegen, aber da geht immer noch einiges.
Ich bin sehr gespannt auf das neue Michael Jackson Album, da kann man die Entwicklung bestimmt gut raushören.
Sitzt Du im Zug, TIm ?
In der Tat lieber Christian, ein Trend ist für mich die neue Idee/Bewegung an sich. Industrielle Strukturen wie es früher die großen Schallplattenfirmen waren, sorgen dann dafür, dass dioeser kommerziell ausgewertet wird. Um diese zu entdecken bemühen sie häufig Trendscouts. Werden sie zu früh fündig und hat sich der Trend noch nicht selbstständig weit genug entwickelt, geht er beim Umtopfebn in die Verwertungsmaschine schnell kaputt (siehe auch den Hype den Wasrner dereinst um Drum & Bass machte, wahrscheilnlich ist das der Grund, weshalb die Bewegung hier, anders als in England, nie eine wirkliche Relevanz bekam)... Auf dem Weg nach München grüßt Tim
ich denke, wir reden etwas aneinander vorbei lieber herr renner. das problem besteht in erster linie darin, trend zu definieren. ich ging davon aus, dass etwas trend ist, wenn es massenkompatibel ist. bezogen auf auf die punkbewegung: als the clash und die sex pistols der breiten masse zugänglich resp. verkauft wurden, also erkannt wurde, dass man damit geld verdienen kann. dies geschah bis vor einigen jahren nur über die klassischen vertriebswegen, bei denen eben jene musikindustrie am hebel saß. und plötzlich lief der popper von gestern mit einem nietengürtel von morgen durch die gegend und es gab einen neuen trend ich vermute mal, sie meinen mit trend aber jene bewegungen, die sich noch vor aller kommerziellen verwertbarkeit entwickelt haben (eben auch der punk). wenn, sie das meinen sollten, stimme ich sofort zu.
ach ja ... beim thema "neue" musik sei jedem mal mike pattons label ipecac rec. ans herz gelegt. finde interessant, was die jungs so über die jahre gemacht haben.
in diesem sinne
allen ein schönes wochenende
Wenn man Clubmusik separat betrachtet wie Helgman es tut, ist es durchaus wahrscheinlich, dass sich die Zeitabläufe ob der Materie kürzer gestalten. Der Club kommuniziert geschlossen in sich, er braucht zum Erfolg nur sehr bedingt Radio, Fernsehen und Presse. Es ist eine Kultur der Whitelabels (respektive heutzutage Downloads) die von DJ zu DJ wandern. Die DJs sind dabei oftmals selbst die Produzenten. Das alles treibt Geschwindigkeit und Wandel. Allerdings bin ich anderer Meinung was die Reihenfolge der genannten Dancetrends angeht. Disco hatte seine Higtime 1974, Electro nach meinem Erleben Anfang der Neunziger und ein Revival als neuen Trend zu bezeichnen - hmmm ich weiss nicht ob ich da mitgehen mag... Leichter Widerspruch auch für Christian: Wieso geht man unbedingt davon aus, dass es eine Musikindustrie bedarf, damit ein Trend sich manifestiert? Der Witz des digitalen Zeitalters besteht doch eher darin, dass sie zumindest für Trends überflüssig geworden ist. Spätestens seit Punk und der damit einhergehenden, ersten Independentwelle hat die Industrie ihre alleinige Gestaltungshoheit bei Trends doch verloren...
Guten Abend zusammen,
dieses Thema hat mich doch direkt bewogen, hier auch einmal teilzunehmen, obschon bis dato nicht als besonders aktiver Forumsteilnehmer aufgefallen.
Aber zur Sache, denn grundsätzlich glaube ich auch, dass es eine X-Jahresregel gibt. Der Zyklus erstreckt sich allerdings m.E. eher über 7 Jahre. Dies stimmt zumindest, und ich ahne schon den Aufschrei, wenn man die gute alte Dancemusic als stilbildend nimmt. Bitte keine Haue dafür. Dies macht aber schon Sinn, zumal wenn man die Clublandschaft als Keimzelle für "Underground" (schauerliches Wort) nimmt und zugrunde legt, dass Dance sich eher über Sounds definiert.
Meine Theorie geht so: 1978 Disco, 1985 Hi-NRG, 1992 House Music, 1999 Disco-Revival... bliebe also 2006: eindeutig Electro. Nicht meins, aber die Frage ist doch was im Sommer 06 aus dem prototypischen Golf Cabrio auf dem Weg nach Sylt drang? Eben, Electro.
Insofern kann 2007 nix passiert sein, ausser vielleicht, dass Electro durch ist, abgesehen von Golf Cabrios, und die Suche nach dem neuen Sound beginnt.
Oder aber Musik ist eh auf dem Abstieg vom stil- und Jugendkultur-bildenden Medium zur ...Irrelevanz. Aber diesen Gedanken mag ich nicht verfolgen. Jedenfalls verkaufe ich meine Lieblingsplatten deshalb nicht. In diesem Sinne, schönes Wochenende,
Helge
klar, es immer schön, wenn etwas neues entsteht, mich begeistert und mitreißt. plötzlich ist man teil einer subkultur, trifft gleichgesinnte und spürt diese dynamik, welche den beginn von etwas neuem begleitet. zuletzt ist mir das jedoch anfang der 90er mit der grunge bewegung passiert. das ganze ging dann so lange gut, bis es von den majors entdeckt, ökonomisiert und ausgeschlachtet wurde. ihren idealismus herr renner teile ich nur zu gern, doch bedingt durch das internet und die schon von mir besprochene tendenz zu vielfalt resp. vereinzelung beschleicht mich das gefühl, dass jene tendenz selbst von der musikindustrie nicht unbemerkt blieb. diese, so glaube ich, scheint sich eher in zurückhaltung zu üben und versucht meist alte dinge als neu zu verkaufen, als sich nan neues heranzuwagen. um trends zu setzten und von der bisherigen linie abzuweichen, muss man bereit sein, ein risiko einzugehen, bereit sein zu scheitern und braucht vor allem vertrauen resp. einen starken glauben an sein vorhaben. und so sehr ich es bedaure, aber diese haltung scheint der musikindustrie leider eher abzugehen.
wirklich schön ausgeleuchtet und dargestellt von Christian, da kann ich mich Tim nur anschließen.
die nischen werden einfach immer breiter.
nicht dazugehören heißt dazuzugehören.
weil alles irgendwie schon einmal da war, muss es jetzt anders sein; jeder will anders sein.
eine individuelle masse ist wahrlich schwer zu erkennen.
man darf gespannt sein...
Ich mag den Ansatz von Christian, den man ja so interpretieren kann, dass in Zeiten der grenzenlosen, digitalen Möglichkeiten, ein jeder selbst für seinen Trend verantwortlich ist und ihn gegebenfalls selbst zu setzen hat. Allerdings ist ein Trend für mich immer schon etwas gewesen, was mich überrascht und antreibt. Mit der Vermarktung, den gatekeepern, der Masse hat das alles erst viel später was zu tun. Das überaschenste fand ich, um damit auch mal Soulcoughing zu antworten, den Versuch Elektronik und Rock zusammen zu bringen (Hot Chip, The Whip, Metronomy und zu Teilen Gossip). Als Idee nicht neu, in der Umsetzung teilweise schon. Allerdings wird es mir schwerfallen, mich selbst zu überaschen, wenn ich der Logik von Christian folge. ich hoffe deshalb dann doch lieber auf die 10 jahres Regel und glaube im Sinne des zuvor geschriebenen, dass lediglich der kommerzielle Durchbruch auf sich warten lässt :-)
möglicherweise liegt es an der sogenannten postmoderne, dass sich keine "eine" neue bewegung mehr etabliert. in zeiten der individualisierung und mobilität bewegen sich eine vielzahl von menschen nur noch in selbst gewählten nischen. ein anderes stichwort wäre "the long tail". denn auf grund der tatsache, dass sich das internet in den letzten jahren selbst für opa klaus etabliert hat, ist die vielfalt der angebotenen möglichkeiten stark angestiegen, so dass der zugang zu musik jedweder art gegeben ist und trends nicht mehr über die klassischen vertriebs- und informationswege entstehen müssen. brauchen die musikhörer in zukunft die "gatekeeper" funktion der musikindustrie, welche trends "erkennt" und sie dann pusht? oder ist es so, dass neue trends kein massenpublikum mehr brauchen, um trend zu sein? muss "trend" zwangsweise mit masse korrespondieren? ich glaube, die zukunft liegt (v.a. verursacht durch das internet) in der vereinzelung des individuums, in der individualisierung von trends. deswegen glaube ich nicht, dass die beschriebene "10-Jahres-Regel" in diesem jahrzeht versagt haben muss. vielleicht ist es nur weniger offensichtlich und wir sollten aus der lethargie aufwachen, in der wir brav darauf warten, mit neuen trends versorgt zu werden, anstatt sie selbst zu suchen. die möglichkeit dazu haben wir schließlich.
Ho, ho, ho, da trabt jetzt aber jemand in ganz gefährlichen Wäldern des Geschmacks. Also immer langsam mit den jungen Pferden: die Cardigans haben ihre zwei RICHTIG guten, eigentlich sensationellen Platten im hiesigen Jahrtausend gemacht (Merke, lieber Plattenmann: Verkaufszahlen heißen nicht immer Qualität, das älteste Verbrechen der Industrie!), Rufus' Opus Magnum ist aus 2003 ("Want One") und so unglaublich genial Whiskeytown auch waren (beste Platte, fast sogar of all time: "Pneumonia"), so ebenbürtig war vieles, was der Mann danach gemacht hat ("Heartbreaker" 2000, "Gold" 2003, vor allem "Demolition" 2002, und auch zuletzt "Easy Tiger" aus dem viel gescholtenen Jahr 2007 - grandios, ebenso, das allerdings überraschend, das Berliner Konzert dazu.). Immerhin Feist' Verdienste kann nichts und niemand ins alte Jahrtausend legen. Auch nicht Ed Harcourt. So. Darf man nach eigenen Highlights fragen? Ich ducke mich schon mal.
will ja kein Spassverderber sein, aber die Cardigans haben alle iihre wichtigen Platten in den 90ern veröffentlicht, Rufus w. sein Debut auch, und Ryan Adams hat sich damals auch mit Whiskeytown warmgelaufen...davon abgesehen: Das Ausbleiben eines Trends heißt ja noch lange nicht, daß keine gute Musik mehr gemacht wird :-)
An allem was dran. Letzte Welle wurde von den Strokes angestoßen, dann ein paar Engländer, aber Tim hat Recht, eine große Bewegung ist das alles nicht. Die 10-Jahres-Regel greift trotzdem nicht so ganz, Grunge und ein paar andere waren ja auch noch da.
Und mit noch was hat Tim allerdings Recht, die Welle war, richtig, STEVE JOBS, Hand aufs Herz!
Trotzdem ist heutzutage vieles auch gut, nämlich all jene, die die Pophistorie aufsaugen und mit eigenem Talent neu entfachen.
Ansonsten rate ich, sich an die Perlen zu halten: (zuletzt entdeckt:) ED HARCOURT!!, und immer gut: FEIST, RUFUS W., RYAN ADAMS, CARDIGANS. Und mit die innovativsten, zeitlosesten Songs kamen von von mir ansonsten wenig geschätzten Acts: "Drop it like it's hot" und "Hey Ya". Ich weiß, alles nicht neu und 2007, aber immerhin dieses Jahrhundert (oder?).
Hört Ed Harcourts "The beautiful lie" (von 2006) und es bleiben keine Wünsche offen. Versprochen!
Ist diese Form der Durchmischung wirklich einer neuer Toleranz, oder vielleicht nicht doch eher der Not und der Technologie geschuldet? Die Not ist, dass nichts Neues kommt. Wenn nichts mehr geht, hält man aber plötzlich gern auch in Nachbars Garten nach Anregungen ausschau, oder? Die Technologie erleichtert das einem. Einerseits muss man nicht mehr zwangsläufig im Kollektiv arbeiten und sich mit diesem, auf dem kleinsten, gemeinsamen Nenner reaffirmieren (also szenische Gemeinsamkeiten beschwören), andererseits sind ist Nachbars Garten nur einen Klick entfernt (die bereits erwähnte Google Kultur)...
alles wird gut durchgemischt. eine scheibe elektro, etwas gitarrenschrammelmusik und eine prise hiphop. sicherlich ist das auch meiner meinung nach eine suche. aber mehr als das. es ist eine veränderte haltung der unterschiedlichen szenen zueinander. früher gab es die rockfraktion mit ihren nietengürteln, die hiphopper die in ihren baggies versanken und die buffalotragenden technofans - alle für sich und bloß nicht mit DEN ANDEREN! heute verhalten sich alle viel viel toleranter. hiphopper können genau wie emos auch auf elektropartys spaß haben, da sich diese stilrichtung in den letzten jahren sowieso zur konsensmusik gemausert hat. auch wenn das bloße durcheinanderquirlen nur eine orientierungslose suche sein sollte, so hoffe ich, dass dieser Trend keine 10 jahre andauern wird. bis dahin veranstalten wir alle weiterhin unsere bunte mische getreue dem motto: ich mache keinen einfachen Rock - ich mache indie post-punk pop 'n' roll!
spektakulär war für mich in 2007 beispielsweise der auftritt der Phoneheads zusammen mit dem klassischen orchester in der tonhalle düsseldorf. elektronische musik, hier am beispiel drum and bass, geniesst im >klassischen sinne einen immer höheren stellenwert. es stellt sich eine gewisse zeitlosigkeit ein, gerade für minimal. Ricardo Villalobos ist ein sehr gutes, weiteres beispiel. das sind neue komponisten.
aus dem mainstream-auge gesehen, sind indiebands so cool wie einst rock´n roll.
im googlezeitalter wird eben gerne gesucht, Tim ;)
Ist eine hohe Ambivalenz und Durchlässigkeit zwischen Stilrichtungen nicht eher das typische Zeichen für die Jahre der Suche (gemäß 10 Jahresregel wären das die Jahre 3 bis 7 eines jeden Jahrzehnts)? Ich erinnere mich an alle möglichen Fusionen im Nachgang des New Wave ( Cow Punk, No Wave etc), endlose Subspielarten von House und Techno (von Acid jazz bis Techno Rock)...
die 10-jahres-regel...
das gefällt mir irgendwie.
ich wußte bisher nur das sich alles alle 30 jahre wiederholt.
das hat mir archie von schinderwies aus bayern in der praktikumszeit ans herz gelegt ;)
"dieses jahrzehnt definiert sich aus stillosigkeit", erwähnte letztens erst mein geschäftspartner und langjähriger freund. da ist wohl was dran.
es ist einfach alles fusion, alles ist erlaubt, nichts verboten.
nichts out oder in, es sollte einfach "durchgebatscht" sein, der aspekt stylisch ist wohl weiterhin wichtig.
richtung egal.
zur zeit kommen sogenannte "hits" schlichtweg aus dem nichts.
Hmmm lieber Claudius, findest Du das wirklich? Das deutsche Popjahr war ja eher 2004. Mit den von Dir zuzor genannten Bands, aber auch dem endgültigen Durchbruch von Sportfreunde Stiler, zahlten sie damals die Investitionen der deutschen Majors aus den Jahren 2002/2003 aus. Seither schrumpften die Etats und blieben in Folge auch die neuen Acts der "neuen Welle" aus. Lediglich 2005 tröpfelte mit Tokio Hotel und 2006 mit La Fee noch etwas nach. Nicht nur, dass der Erfolg nicht anhielt es fehlöten auch ansonsten alle Merkmale einer Szene. Wie sieht der Deutschpopper aus? Was sind die szenischen Treffpunkte und Erkennungszeichen die er hat? Die zweite Deutsche Welle ist für mich nichts anderes als ein Zeichen der Normalität, welches schliesslich in der WM 2006 seinen Höhepunkt fand. Die Deutschen hassen sich, ihre Sprache, ihre Kultur nicht mehr selbst, sondern begreifen dass gerade dies der Kitt ist, der alles zusammenhält. Egal ob Zuwanderer oder deutscher Ureinwohner, man spricht miteinander Deutsch und singt das nun endlich auch. Daraus hätte mehr werden können, wenn die Krise der Musikwirtschaft nicht schon so weit fortgeschritten gewsen wäre. Eine echte Bewegung im Sinne der 10 jahres Regel glaube ich wäre es aber nie geworden. Ciao Tim
Das was Ende der 90er ganz intensiv deutscher hip hop war, vom flow und der aktion her gesehen, findet sich doch jetzt in Bands wie Silbermond, Wir Sind Helden und Juli wieder.
Ich spüre das in Deutschland wieder ganz deutlich.
In den internationalen Großproduktionen wird´s einfach immer minimaler, Nelly F. ist sowas von luftig unterwegs.
Da hat man kein Bock mehr :)
Ich finde 2007 hat ganz schön stattgefunden, zumindest musikalisch.
Für Deine Tochter auf jeden Fall alles gute, Tim.
Da Claud

Leute, ich hab´s.
Wir leben im Griff-Zeitalter. (engl.)
Our sound contains (looped) grooves & riffs.
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