Editorial Filter

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    Editorial Filter

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    3 KOMMENTARE
    Im Fachjargon heißen Menschen wie Malte (MySpace) und Max (Motor FM) „Editorial Filter“ (bitte Englisch, am besten gar Amerikanisch aussprechen) und sind ziemlich angesagt. Ihre Beliebtheit rührt daher, dass sich Digitalisierung sei Dank, ein jeder äußern kann, aber es kaum jemanden gibt, der das Interessante vom Uninteressanten, das Geniale vom Blödsinnigen, das Hingeschlunzte vom liebevoll Produzierten vorab für einen trennt.

    Bis auf Malte und Max wie gesagt. Sie machen es möglich, dass sich die Flut der Einsendungen die uns seit dem letzten Newsletter ereilt, bricht, bevor ihr sie zu sehen und hören bekommt. Sie sind es, die sich jeden Track anhören, den die Bands bei uns anmelden und dann auf ihre MySpace-Site stellen um von MySpace wie im Newsletter versprochen direkt auf die Motor Playlist zu kommen. Es sind nach wenigen Stunden bereits Hunderte. Ich fürchte Malte und Max werden Verstärkung brauchen um Woche für Woche die 12 herauszufiltern, die Ihr dann begutachten und für gut befinden könnt. Alles weitere hört ihr dann auf Motor FM in heftiger Rotation.

    Hör ich da einen „Unfair“ sagen? Findet es jemand unpassend dass Malte und Max hier einfach nach Gutdünken entscheiden dürfen? He, beide haben reichlich Erfahrung. Sowohl bei Plattenfirmen als auch für Newcomer Sendungen haben beide schon viele Bands entdeckt und gefördert. Und, dieser Akt der subjektiven Auswahl ist genau das, was man „Editorial Filter“ (bitte Englisch, am besten gar Amerikanisch aussprechen) nennt.

    Mir sind Menschen die entscheiden und sich damit auch angreifbar machen tausendmal lieber, als all die Massen, die sich hinter einem vermeintlichen Plebiszit verstecken. Politiker die dieses Land nach Umfrageergebnissen regieren, Redakteure die Sendungen nach gemäß der Resultate von Telefonbefragen machen, Markenartikler die ihre Werbung rein von Akzeptanztests abhängig machen und nicht Malte und Max sind das Problem. Das permanente Schielen auf den vermeintlichen, kleinsten, gemeinsamen Nenner führt zu Stillstand, Konturlosigkeit und endloser Langeweile. Aber es ist für die jeweiligen Entscheider bequem, denn sie entscheiden ja gar nicht. Geht es schief, können sie sich immer hinter den Testergebnissen verstecken. Sie sind nicht schuld, sondern haben im Zweifel „ihre Hausaufgaben gemacht“. Feigheit und Positionslosigkeit wird so als Professionalität dargestellt.

    Anders bei Malte und Max. Die müssen noch selbst mit ihrem Geschmack und Instinkt ran und machen sich, wenn ihr all das anhört und für schlecht befindet, ziemlich angreifbar. So geht das auch Dienstag für Dienstag bei Motor FM. Die neuen Platten der Woche werden gemeinsam angehört und wir fünf entscheiden ohne Interesse an vermeintlichen Chartpositionen oder ähnlichem, was wir gut genug für die Playlist finden und was halt nicht. Deshalb klingt Motor FM so wie es klingt.

    Bitte geht mit derselben, kompromisslosen Haltung an die 12 Songs, die Euch unsere lebenden, redaktionellen Filter (diesmal bitte Deutsch aussprechen) ausgesucht haben und helft uns damit die erste von Myspace erstellte Charts zu machen.

    Danke Tim
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    holger.köhler
    holger.köhler vor 1036d 10h 

    Da sich die Beiden ja alles anhören, könnten sie natürlich hier auch ruhig mal die 88 Künstler "kommentieren", die von den 100 Einsendungen nicht unter die auserwählten 12 gekommen sind. Manchmal ist das nämlich fast interessanter und unterhaltsamer.

    Was ich hier bei Motor.de im Gegensatz zu Motor FM interessant finde, ist die Umgehung des Editorial Filters im Motorblog.

    Hier werden ja nicht nur redaktionell ausgewählte Artikel präsentiert, sondern auch solche, bei denen "das Interessante vom Uninteressanten, das Geniale vom Blödsinnigen, das Hingeschlunzte vom liebevoll Produzierten" nur geringfügig getrennt wird - durch "Empfehlungen" zum Beispiel.

    Letztendlich wird sich hier aber bestimmt auch die Spreu vom Weizen trennen, wenn sich einzelne Motorblogger einen Namen gamacht haben. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, was hier noch so passiert.

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    mademoisellemusic
    mademoisellemusic vor 1038d 8h 

    Find es völlig in Ordnung, wenn sich zwei Menschen dazu bereit erklären. Und wem's nicht gefällt, selber machen -  wer die Zeit und Muse hat. Mal ganz abgesehen davon, wie soll denn die Flut an Musik überhaupt bewältigt werden? Durch Software-Programme? Hat zwei Auswirkungen: 1. Mäkern dann alle wieder, dass man Musik auf diese Weise in Schubläden packt, sogar Musiker selbst haben ja oft ein Problem damit und 2. Datenbanken (auf die Werber gerne mal für ihre Filmchen zurückgreifen), in denen der Musik Attribute wie gefühlvoll, energetisch, etc zugeordnet werden, sind - und da wären wir wieder bei Max und Malte - von Menschenhand erstellt worden, die sich alles angehört haben und kleine Soundschnipsel a la Amazon & iTunes basteln. Ich freu mich aber schon auf die kompletten Songs! In diesem Sinne: Durchhalten, Jungs!
    MadMusic

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    Nasal
    Nasal vor 1038d 11h 

    Vielen Dank, ich kann einen Filter gut gebrauchen, selbst hätte ich nie die Zeit dazu alle neue Platten anzuhören, und oftmals ist das sicher kein Spaß. Zumal ich ehh keine Ahnung von Musikrichtungen habe, und Schubladen nicht mag, mir aber im klaren bin das Schubladen das Leben (Musik) leichter ordnen lässt.
    Dafür bin ich den beiden dankbar, eigentlich ganz MotorFM, das ist ja euer Job, ich macht mit eurer Playlist nichts anderes, und ich finde immer wieder schöne neue Sachen die man anhören kann und sich in meinem Ohr festhaken, wie zur Zeit Clickclickdecker, heute Morgen gehört auf MotorFM danach gleich runtergeladen und in meine Playlist sortiert.

    Thx für eure gute Arbeit

    Die Nase

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