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Tim Renner
Tim Renner: Der große Umsonst-Irrtum

(Foto: Charlotte Goltermann)
Ich mag Sven Regener. Anzuhören wie er dem (fast bemitleidenswerten) bayrischen Rundfunkautor Erich Renz einen einschenkt, macht allein schon ob seiner Wortwahl und der brillanten Betonung des Textes einen großen Spaß. Kaum zu glauben, dass das improvisiert war. Der Mann kann mit Sprache und Dramaturgie wirklich virtuos umgehen, deshalb habe ich ihn und seine Band Element of Crime auch vor einem Vierteljahrhundert für die Polydor unter Vertrag genommen.
Der spontane Wutausbruch ist Regeners bislang wahrscheinlich größter Hit. Die seriöse Presse von Süddeutsche bis Spiegel (letzterer macht den "Aufstand der Autoren" sogar zum ersten Aufmacher ihrer aktuellen Ausgabe) sucht nun den Schulterschluss mit ihm. Schließlich sitzen dort auch Schreiberlinge, die befürchten, nicht oder aber immer schlechter, für ihre geistige Arbeit vergütet zu werden.
Profilierte Redakteure wie Kurbjuweit ("Die Freiheit der Wölfe") und 51 Autoren des Tatort (Im Rahmen eines Offenen Briefs an "Liebe Grüne, liebe Piraten, liebe Linke, liebe Netzgemeinde") setzen aktuell gegen die "Kostenlos-Kultur" nach – suggeriert wird im Windschatten Regeners, nur mit staatlicher Kontrolle könne verhindert werden, dass die Ideen und Kreativität im Netz geplündert werden könne, wie die Waren aus einem Supermarkt während eines Bürgerkriegs.
Diejenigen, die sich gegenüber der von ihnen festgestellten "Kostenlos Kultur" verwehren, frönen ihr in der Regel selbst nicht. Darin liegt das zentrale Missverständnis begründet. Täten sie es, wüssten sie, dass im Netz "Umsonst" eine Schimäre ist. Die Villa, die Autos, die Hausmädchen von Megauploads Kim Schmitz kommen nicht von ungefähr, sondern sind Ergebnis der Gebühren des Dienstes, den man bei intensiver Nutzung zu zahlen hatte.
Auch die 180 Millionen die man meint als Gewinne von kino.to ausgemacht zu haben, sind nicht Ergebnis von dem blöden Porno-Banner, das man bei dem Dienst zu Anfang wegklicken musste, sondern den "Optimierungszugängen" die man für 14,99 im Monat abonnieren sollte, damit der Stream mit den neuen Kinofilmen schneller kam und nicht abbrach. Das Geschäftsmodell hat sich bis heute (jetzt beim Nachfolger kinox.to) nicht geändert.
Bezahlt wird für Service und Inhalte im Netz immer. Entweder im Rahmen von Flatrates für aktuelle Musik oder Filme oder eben mit Zeit oder persönlichen Daten. Denn auch dort, wo der Konsument mit Pop-Ups und anderer Werbung beballert wird oder sich durch Fragen in Suchmaschinen oder in sozialen Netzwerken offenbart, entsteht ein Mehrwert. Die wenigsten Plattformen werden von Altruisten betrieben, die meisten haben sehr wohl ein Geschäftsmodell. Das erkennt auch der auf die "Kostenlos-Kultur" schimpfende Regener: "Ein Geschäftsmodell, das darauf beruht, dass diejenigen, die den Inhalt liefern, nichts bekommen (....) ist scheiße."
Sven Regeners Wut-Rede
Es ist anzunehmen, dass eine Mehrheit der Nutzer Regener zustimmen würden. Ihnen geht es nämlich in erster Linie um guten Service und nicht um "kostenlos". Würden sonst Supermärkte unter dem Risiko von drastisch steigendem Ladendiebstahl ihre Läden offen gestalten und die Nadelöhre an den Kassen verschwinden lassen? Würden sonst die Märkte, in denen es für Musik legale Streamingangebote gibt, die so schnell wie die Radiostationen bedient werden (Skandinavien, Frankreich, BeNeLux) plötzlich wieder deutlich wachsen?
Kostenlos ist kein Menschheitsbedürfnis. Und weder Diebstahl noch Plünderei sind cool. Plünderung ist kein Hobby von Hipsters, sondern Ausdruck von Wut (siehe die Londoner Krawalle von 2011) oder purer Not (siehe den "Kohlenklau" in den Nachkriegsjahren). Erinnert sich einer an den heldenhaften Plünderer, der mit seinen Taten und der Beute prahlt? Nein, Diebstahl und Plünderei sind gesellschaftlich geächtet, schon allein weil ein jeder von uns Opfer ihrer werden kann.
Das Bedürfnis nach bequemen und unmittelbaren Zugriff auf Entertainment-Inhalte ist jedoch offensichtlich ein Bedürfnis. Es bahnte sich bei Musik schon vor fast 15 Jahren mit Napster den Weg. Im Rahmen einer hitzigen Diskussion über "Internet-Piraterie" innerhalb des Bundesverbandes Musikindustrie, bei der ich damals für die Universal Entertainment teilnahm, fragte ich die Chefs der anderen, großen Plattenfirmen, wer denn schon einmal "Napster" genutzt habe. "Napster" war damals ein P2P-Service und illegal. Keine einzige Hand hob sich.
Alle Musik war dank Napster jederzeit verfügbar. Das und nicht der Fakt, dass man nichts zahlte, machte den Dienst zum Erlebnis. Das Gefühl war dabei wie beim "Kohlenklau" – man tat es mangels anderer Möglichkeit, war aber mitnichten stolz auf sich. Hätte man sich seitens der Musikindustrie inhaltlich mit dem illegalen Konkurrenten beschäftigt, statt ihn ungesehen und ungenutzt zu verdammen, hätten wirkliche, legale Alternativen nicht fünf (iTunes), respektive zehn (Spotify) Jahre nach Napster auf sich warten lassen.
Die Musikindustrie hat aus Unkenntnis über die Bedürfnisse ihrer ehrlichen Kunden, diese im Internet entweder gar nicht bedient, oder ihnen lange mit Kopierschutz das Leben schwer gemacht. Verständlich dass auf diese Art und Weise die sich überholt habende CD nicht non-physisch substituitert werden konnte. Besonders dort nicht, wo wie in Deutschland das Geschäftsmodell mangels GEMA-Einigung für die legalen Anbieter über Jahre unkalkulierbar blieb. 83% des Umsatzes wurde 2011 in Deutschland noch mit Tonträgern gemacht, das ist weltweit ein Negativ-Rekord (in den USA waren es zum Vergleich 49%).
Um Sven Regeners Wut gerecht zu werden, müssen wir also nicht nach schärferen Gesetzen rufen, sondern Blockaden wie zwischen GEMA und YouTube aufheben helfen, damit die adäquaten Angebote entstehen. Diese Angebote und Künstler wie Sven gilt es dann dadurch zu schützen, dass man wie im Fall Schmitz und kino.to zu Recht geschehen, die Menschen bestraft, die an ihren Geschäftsmodellen Kreative nicht angemessen beteiligen.
Über 200 Meinungen von Musikern zu diesem Thema gibt es auch hier: http://backstagepro.regioactive.de/story/zjRDtpkKzd/eure_meinung_hat_sven_regener_recht
lang lebe das vinyl
Mal als anmerkung die musikindustrie habe keinen dreck am stecken, das hat sie sehr wohl.
Die massenhaft in den 90er jahren verwendeten 'kopiergeschützten' CD waren in wirklichkeit schlichtweg nur fehlerhaft, denn ein kopierschutz war in CD standart nicht vorgesehen und auch nicht realisierbar. Es wurden schlicht und einfach soviele fehler auf die CD gepackt wie die billigsten spieler grade noch funktionsmässig tolerierten. Nicht ohne grund hatten die letzten 'UnCD' serien nicht mal mehr das 'Compact Disc' logo. Kein wunder, da dieser silberüberzogene plastikmüll eigentlich genauso den tatbestand der markenpiraterie (Compact Disc ist eine geschützte marke !) erfüllt wie eine billige Rolex vom türischen bazar.
Als CD techniker hatte ich jahre damit zu tun CD playern das abspielen dieses sondermülls anzuerziehen. In diese fehlentwickung der musikindustrie haben die hardwarefirmen abermillionen an entwicklungsarbeit versenken dürfen um diesen müll noch halbwegs passabel beim kunden funktionieren zu lassen.
Für mich war das einer der gründe als konsument der musikindustrie den rücken zu kehren, und das verlorene vertrauen kommt erst allmählich und langsam zurück.
Wenn also jetzt gemault wird muss man sich doch erst mal ob der massiven fehler an die eigene nase fassen.
@ Frank:
"Dann wird eben eine neue Geldquelle erfunden, vielleicht die Quellensteuer für Musik, von Geburt an auf jeden Bürger."
Was soll da jetzt der _große_ Unterschied zur Kulturflatrate sein?
@ Martin (mashable-Link)
Sehr interessant. Auch wenn die Zahlen in Deutschland anders sind und nur Musiker erfasst sind, die ihre Songs selber schreiben. Ganz am Ende der Seite fand ich noch einen Link zu einem Spreadsheet, das mehr Detaildaten enthält:
http://bit.ly/DigitalRoyalty
@ Sebastian
"Der Punkt bei iTunes ist allerdings der, dass ich mich erst einmal im Meer der Musikflut auskennen muss, bevor ich mich dafür entscheide, einzelne Eimer Wasser mit meiner Würdigung, bzw. meinem Geld zu überschütten."
Aua! Und das meine ich nicht nur, weil es ziemlicher Quatsch ist, einen Eimer Wasser mit Geld zu überschütten. :-)
Sondern: Man kann bei iTunes & Co. in jeden Song kostenlos reinhören. Ob die Musikrichtung einem behagt, merkt man da schon. Und wenn man schon für lau die volle Länge hören will, bevor man kauft, reicht ein Stream völlig aus. Nach einem Download ist die Überwindung, noch für etwas zu blechen, das man schon besitzt und in guter Qualität aufs Handy oder den Eipott übertragen kann, sicherlich hoch.
Das Argument mit der Flut zieht auch deshalb nicht, weil jemand, der mit offenen Ohren (und Augen: Rezensionen!) durchs Leben geht, ständig irgendwo neue Musiker entdeckt, ohne sofort bezahlen zu müssen. Ich musste noch nie etwas illegal downloaden, um festzustellen, ob es mir gefällt.
Was ich mache: Wenn ich etwas Neues höre, zücke ich mein Handy, starte Shazam und kenne eine Minute den Interpreten und den Titel. Sollte ich im Funkloch sein, merkt sich das Gerät die Anfrage und schickt sie später ab. Ich brauche mir die Antwort nicht einmal zu notieren, sondern kann den Song sofort oder später legal und ganz bequem via Amazon für weniger als einen Euro erwerben. Und wenn ich tatsächlich mal Lust habe auf ein komplettes Album auf CD, kann ich sie in guten Läden auch wie eh und je Stück für Stück vorhören. So kam Dussmann bei einem meiner letzten Berlin-Besuche zu Umsatz mit jemandem, der seit Jahren fast nur bei iTunes und Amazon Musik lädt.
@ Häns Dämpf:
"Wenn ich lese, dass das Verhältnis von 80:20 (Umsonst:Premium) auf 20:80 (Premium:Umsonst) geswitcht ist, dann ist das ein Achtungserfolg."
Für mich ist beides das gleiche. Sie meinten wahrscheinlich: Statt 80 % umsonst sind jetzt 80 % Premium, oder?
Pah was stehen hier fuer Romane ...
sowas gibts nur beim Renner
Zitat von Frank Kemper
"Während ich diesen Kommentar schreibe, sitze ich vor meiner Stereoanlage und höre k.d. lang, gekauft als MP3-Download bei Amazon, liegt auf meinem Home-Server im Arbeitszimmer, wird per WLAN und Media-Player auf meine Stereoalage gestreamt. Was soll ich mit CDs?"
Das ist doch endlos kompliziert! Von den Kosten für neue Technik mal abgesehen...
P.S.: Angeblich den gleichen Betrag, den MTV auch zahlen würde, konnte ich natürlich nicht überprüfen.
@ Frank Kemper: Weißt Du das mit MTV genauer? So 'ne Sauerei, bei VIVA mussten wir für die Videos zahlen!
Lieber Tim Renner,
Ich habe heute Ihren Beitrag über Sven Regener gelesen.
Zu dem großen Umsonst Irrtum nur einige kurze Anmerkungen, weil einiges m. E. nicht ganz richtig ist.
Herrn Schmitz werden die 180 Millionen US Dollar angedichtet und nicht Kino.to.
Dort wurde deutlich weniger umgesetzt. Alleine Paypal hat Herrn Schmitz angeblich 110 Millionen US Dollar transferiert.
In Spitzenzeiten hat Megaupload Werbebanner für etwa 800.000 Dollar im Jahr verkauft.
Auch die von Ihnen erwähnten 14,90 für Kino.to stimmen nicht. Es gab nur eine Streamingversion, die mehr oder weniger schlecht war.
Gleichzeitig wurde ein Download angeboten und für den musste man sich einen Premium Account bei einem Filehoster holen.
Dieser Account war aber deutlich günstiger als 14,99. Aber sei es drum.
Sie treffen einen ganz wichtigen Kern. Altruistische Portale gibt es nicht oder kaum.
Nicht das Internet ist schuld an der unregulierten Distribution von geschützen Inhalten, es sind kommerziell agierende Teilnehmer.
Weder Uploaded.to noch the Pirate Bay werden von den Mönchen vom Orden der Barmherzigkeit betrieben.
OK, bei Pirate Bay ist es die schwedische Piratenpartei aber beide sind ein Geschäftsmodel.
Was bei der Frage des nicht kommerziellen Sharings übersehen wird: Es sind immer kommerzielle Dienste dabei. Daber gibt es kein privates Sharen, denn irgendein Teilnehmer verdient immer.
Solche kommerziell agierenden Teilnehmer sind zum Beispiel Filehoster, Linkcrypter oder Streamingdienste wie das angesprochene Kinox.to.
Es sind aber auch die Uploader, die mit dem Hochladen von Daten sehr gute Geschäfte machen.
Diese Burschen unterhalten sich in den Foren ganz ungeniert über ihre Verdienste. Ganz ehrlich, ich hätte nichts gegen 50.000 Euro im Jahr steuerfrei zusätzlich zu einem Gehalt oder Hartz IV.
Wenn ich Sie richtig verstehe, dann soll man dagegen durchaus vorgehen können. Das finde ich gut.
Bei Megaupload kostete ein Premium Account zwischen 5-10 Euro im Monat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das der monatliche Preis für eine Kulturflaterate sein wird.
Wohlgemerkt für alle digitale Inhalte, das sind auch Programme wie Betriebssysteme, E Books, Videos, Games, Musik, Apps usw. – also wirklich alles, was irgendwie digital ist.
Alleine mein Simfy Account kostet mich heute 10 Euro im Monat. Wenn ich alle die genannten digitalen Dienste in irgendeiner Art und Weise als Flaterate nutzen möchte, dann komme ich locker auf 100 – 150 Euro im Monat. Glauben Sie wirklich, dass Otto Normal User bereit wäre, das zu bezahlen? Ich bezweifel es.
Warum gibt es überhaupt noch Tausch von Musik, wenn ich 20 Millionen Songs gestreamt bei Spotify anhören kann? Nach Ihrer These dürfte es so etwas doch gar nicht geben.
Zum Schluß: Ich denke oft, dass Menschen wie Sie eine Kutsche ziehen, von der sie gar nicht wissen, wer auf dem Kutschbock sitzt.
Der Streit zwischen Youtube und der GEMA ist ein weiterer Versuch von Google alles an sich zu reißen, das Recht der Urheber auszuhöhlen und in ein Nutzerecht zu wandeln.
Wer allen Erstens 0,01 Cent pro Klick anbietet, der kann so ein Angebot nicht ernst meinen.
Einem Konzern wie Google wird es herzlich wenig ausmachen, wenn zukünftige Quartale nicht mehr mit 4 Mrd. US Dollar Profit zu Buche stehen, sondern mit etwas weniger.
Dieses etwas weniger wird aber vielen Autoren, Künstlern und Labeln sehr gut helfen, weiterhin ein vielfältiges Programm bereitzustellen.
Mit freundlichen Grüßen
Volker Rieck
Während ich diesen Kommentar schreibe, sitze ich vor meiner Stereoanlage und höre k.d. lang, gekauft als MP3-Download bei Amazon, liegt auf meinem Home-Server im Arbeitszimmer, wird per WLAN und Media-Player auf meine Stereoalage gestreamt. Was soll ich mit CDs? Allerdings fehlt mir das ehrliche Bemühen der Musikindustrie, meinen Wünschen zu folgen. Jahrelang haben sie versucht, mich zu gängeln, indem sie mir verkrüppelte, DRM-verschlüsselte MP3s zu Preisen verkauften, die zum Teil höher waren als die einer CD - ohne Jewel Case, ohne Booklet, ohne Marge für den Händler. Ein Unding. Dennoch habe ich mir digitale Musik gekauft und sie umkopiert, gerippt etc, um daraus Material für meine Home Entertainment-Anlage, für mein Smartphone und mein Autoradio zu bekommen. Der Zugang zur Musik ist schlechter geworden. Warum blendet mein Autoradio nicht ein, was da gerade läuft (inklusive Download-Link)? Warum bekomme ich beim Download nicht das Booklet als PDF dazu? Und warum hatte die Musikindustrie nicht ein Jahr nach der Erfindung des MP3-Players eine gemeinsame Online-Plattform am Start, in der ich nicht nur Musik von einem Label kaufen kann, sondern von alllen? Was in deutschland auch fehlt, das ist eine legale Möglichkeit, mit der Musik umzugehen, die man mag. Ein selbstgedrehtes Video auf YouTube mit meinem Lieblingssong unterlegen? Geht nicht.Wieso eigentlich nicht? Vielleicht wird es ein viraler Hit und die Plattenfirma kann damit werben "Der Soundtrack aus dem geilen Youtube-Video". Meine Befürchtung lautet, dass den großen Majors noch ganz, ganz schwere Zeiten bevorstehen, bevor sie merken, was ihre Kunden eigentlich heute wollen. Und noch eins: Vor 30 Jahren wurde MTV groß, indem es von der Musikindustrie gratis Musikvieos bekam, um sie möglichst oft auszustrahlen und damit für die Musik zu werben. Was ist an diesem Modell heute falsch?
Hallo Herr Regener
man kann aber nicht einfach nur über die Kunden herziehen und über illegalen Downloader. Youtube, Google, Facebook usw. machen das Geschäft.
Vielleicht sollte sich Herr Regener mal ein paar Gedanken machen zu einer aktuellen Fassung von der GEMA.
Warum machen die Künstler nicht einfach mal selber sowas wie Facebook, Youtube usw. ???
Es wird immer nur gejammert und die Preise der CDs sind konstant geblieben, bzw. gestiegen in den letzten 20 Jahren, bei Produktions- und Distributionskosten von 1/10tel.
Warum haben die Kunden denn kein Bock mehr auf CDs usw. ? Weil sie mit Copy prohibited CDs die im AutoCD Player nicht liefen, verarscht wurden. Dann wollte man ihnen mp3s verkaufen die man nur 3mal brennen kann usw.
Und dann sollten die mp3s auch noch fast genausoviel kosten wie die CDs ??? Hallo Herr Regener --- gehts denn noch? Ihr Rock-N-Roller müßt auch mal auf den Teppich wieder zurückkommen. Leute die ihr Geld ehrlich täglich verdienen, möchten sich auch dementsprechend ernst genommen fühlen und lassen sich nicht wie die Weihnachsgänse erst ausnehmen und dann verarschen.
Es wird Zeit, daß man mal eine wirklich Alternative bietet. Soundcloud usw. haben Technologien die es kostengünstig ermöglichen mp3s anzubieten.
Gute Nacht, Jens
Ich verstehe nicht, warum sich die CD überholt haben soll. Musik aus dem Internet könnte höchstens für Leute interessant sein, die in unserer hektischen Zeit keine Muße zum Musikhören haben und das deswegen multitaskingmäßig unterwegs auf entsprechenden Abspielgeräten meinen erledigen zu müssen. Für solche Zwecke gab es übrigens früher den Walkman, der aber nicht so exzessiv genutzt wurde, wie heute die modernen Geräte. Wer die Musik zuhause und in Ruhe hört, kommt an der normalen industriell hergestellten CD doch nicht vorbei. Wer will sich schon einen filzstiftbeschmierten Rohling in den CD-Player stecken? Booklet gibt’s online ja auch keines. Wenn die Industrie weiterhin das Angebot an regulären CDs verknappt, insbesondere auch im Back-Katalog-Bereich, verschenkt sie Umsatz. Es werden sich längst nicht alle mit mp3s o.Ä. zufriedengeben.
Die Krönung der Online-Angebote sind Streaming-Dienste. Eine das Persönlichkeitsprofil des Hörers widerspiegelnde Musiksammlung lebt doch auch von dem, was nicht darin ist. Durch einen Streaming-Dienst hat man alles. Wer aber alles hat, hat auch gleichzeitig nichts. Ich verstehe nicht, wieso Musik aus dem Internet für den Hörer attraktiv sein soll.
Lieber Tim,
damals, als Du mit Deinen Major Kollegen über Napster sprachst, hatte ich schon so manches legale innovative Musikangebot im Netz gesehen. Grade die ganz 'Frühen' hatte es mit der ersten Internethype-Welle hinweg gespült. Innovationen kommen meist von kleineren Unternehmen, manche werden dann von den großen aufgekauft. Darin gleichen sich alle Branchen. Bertelsmann übernahm ja folgerichtig auch Napster. Ich kann da ehrlich kein Versäumnis der Musikwirtschaft erkennen. Im Gegenteil, man hätte den Musikunternehmen sogar Illoyalität gegenüber dem bestehenden Handel vorwerfen können, was indirekt ja auch geschah und zu diesen idiotischen Retourenrechten des Handels geführt hat. Eine in jeder Hinsicht zerstörte Geschäftsbeziehung war und ist das Ergebnis.
Allesammt habt ihr dann geschlossen auf das Radio geschimpft, Du hast das sogar in einem Buch festgehalten. Inzwischen hast Du auch dort Deine Erfahrungen sammeln dürfen und wirst mir sicher auf der veränderten Grundlage zustimmen, dass das Geschäft mit zufriedenen Radiohörern auch nicht so einfach ist, dort aber artig Werbeeinnahmen an die GEMA abgeführt werden und das Radio nicht Schuld an der "Krise der Musikindustrie" gewesen sein kann.
Es lohnt sich Probleme aus verschiedenen Blickwinkeln anzusehen. Aktuell sind einerseits die materiellen Einbrüche bei Urhebern und Verwetern zu erkennen und andererseits die von Abmahnanwälten traktierten Nutzer des Internet. Auf einander schimpfen wird nichts bringen. Von selbst wird es sich aber auch nicht regeln. Die bestehenden Gesetze, die eigentlich das Urheber - Verwerter Verhältnis regeln sollten, treffen jetzt ungebremst auf die Nutzer. Da gebe ich Dir recht, dass es keine schärferen Gesetze braucht. Es braucht ein Gesetz, dass die Urheberrecht umgehenden Geschäftsmodelle schneller entlarvt und unterbindet und im gleichen Maß dafür die Nutzer aus der Schußlinie holt. Natürlich alles, ohne dabei Recht auf personenbezogene Daten oder Informationsfreiheit auch nur zu berühren, weil sie ein ebenso hohes Gut sind wie der Schutz geistigen Eigentums.
Mit Deiner inzwischen gesammelten Medienerfahrung weißt Du, wieviele Auflagen im elektronischen Bereich zu erfüllen sind. Manches ist aus unserer Sicht überflüssig, aber es ist auch kein Drama sich trotzdem dran zu halten.
Hättest Du Lust, oder eher ein Problem damit, darüber nachzudenken, wie (a) Plattformbetreiber zu einer besseren Verantwortungsklärung zu bewegen sind und (b) die Nutzer mit einer verbesserten Rechtssicherheit, auch bei ganz minoritären Interessen, ausgestattet werden könnten?
Mir scheint, dass eine effiziente Regelung für alle nur durch einen interessenausgleichenden Deal zustande kommen kann.
@noyse
Hinterfrag doch mal die motive der konsumenten. Der konsument will musik x jetzt und hier hoeren. Wenn er sehr reich ist kann er evtl. den kuenstler + band und equipment einfliegen lassen und dann spielt er fuer ihn.
Zum glueck gibt es aber grossartige technologie, die diesen wusch auch fuer normalsterbliche ermoeglichen. Der grund warum platten produziert wurden ist, weil ein beduerfnis nach musik besteht. Die vergangenheit hat gezeigt, dass musik den menschen einiges wert ist.
Diese motiv-kostellation hat sich doch nicht geaendert. Nach deiner argumentation haetten leute nie geld fuer platten ausgegeben. Haben sie aber. Das ist nicht eine "bereitschaft dem kuenstler zuzuhoeren" sondern das ist ein geaussertes "haben wollen motiv" in form von geld ausgeben. Und grundsaetzlich finde ich ein "haben wollen aber null gegenleistung dafuer zu bringen" eine sehr schwache und egoistische lebenseinstellung.
doch noch einen kleinen gedanken. immer wieder werden die heinzelmänner der kulturindustrie ins spiel gebracht. sei es die mitarbeiter der plattenfirmen oder irgendwelche tontechniker oder sonst wer.
ich sach mal so. wenn ich eine cd oder ein mp3 kaufe dann wegen dem künstler. was der jetzt alles auffahren muss um dieses stück tonträger oder so zu erstellen ist mir persönlich egal. wenn er dazu 1000 Leute braucht die dann bezahlt werden müssen ist das sein problem.
nicht mal dann ist doch garantiert dass das irgendwen interessiert oder besser so interessiert dass er einen betrag x bezahlen will.
ich glaube wer kunst machen will um damit geld zu verdienen hat sowie schon den falschen ansatzpunkt.
In meinen Augen ist Kunst für den Künstler ein in ihm innewohnendes Bedürfnis seine Gedanken und Gefühle in einer wie auch immer gearteten Form darzubieten. Sei es als Buch, als Bild oder eben auch als Musik. Und da ist es erstmal wurscht ob was dabei herausspringt, solange jemand bereit ist diese Botschaft zu empfangen. Denn das ist doch das eigentliche Ziel. hat der Künstler Ausgaben um diese Botschaft zu erzeugen ist das im ersten Moment erstmal sein Problem.
Danach kommt ja heutzutage folgendes:
Der künstler sagt pass mal auf kumpel für dieses schöne lied will ich jetzt xgeld damit du es geniessen kannst. dann sagt der konsument, also hör mal künstler dein liedchen ist zwar nicht ganz doof, aber xgeld ist mir zu viel, mir ist es nur 1/2xgeld wert.
Ab da fängt der Künstler meist an den Kosumenten zu beschimpfen.
Ich glaube in unserer gesellschaft hat die Kultur einen grossen Stellenwert, das sieht man auch daran dass es eigene Ministerien dafür gibt. Und niemand will ernsthaft wollen dass nicht mehr gesungen, gemalert oder gebildhauert wird. Nur die frage ist will man sich oder wollen wir uns Kunst leisten. Und wenn man sich das genau überlegt ist der einzige Weg Künstler vor sich hinkünstlern zu lassen die Kulturflatrate. Jeder Büger zahlt einen Betrag x in einen Künstlerfond daraus bekommen die künstler ein gehalt. damit muss kein künstler darben. und wir hätten dieses unsägliche urheberrechtsgebashe vom tisch.
Natürlich gibt's bei iTunes DRM-freie Musik. http://support.apple.com/kb/HT1711?viewlocale=de_DE&locale=de_DE und diskutiert wurde das schon lange: http://www.giga.de/downloads/itunes/news/wir-wurden-nur-noch-drm-freie-musik-in-unserem-itunes-store-verkaufen/
Da schwingt eine klassische dt. Neidsache mit, genau!
Musikindustrie hat alles aufgrund eigener Prominenz umsonst, aber ehrlich. Jemand am Schokoladenband bekommt Pralinen auch umsonst :)
Die Konsumer sind durch das Netzt naeher an allem, wollen auch, sind neidisch auf die "coolen", wollen auch umsonst und bedienen sich. Nur ist das eben, im eigenen ermessen, strafbar. Geldbetrug bag es schon immer. Im Netz ist er noch leichter. Der Musikbetrug hielt sich bis 2000 ziemlich in Grenzen, zumindest was Konsumerverhalten betrifft. Musik ist Geld wert. Jetzt wird hiermit eben offiziell auch betrogen. Der Kuenstler ist naeher am Fan als je zuvor. Wo manche a&r Manager nun stehen, ist eine schwierige Herausforderung fuer selbige.
Für all die, welche Herrn Regener lieber singen als schimpfen hören... - und dann seine alten Platten kaufen.
http://www.videoportal.sf.tv/video?id=1d86dc10-c228-4fe6-8494-535c8c9529ef
Ich glaube, die Musikindustrie hat gar kein Interesse an Download-Portalen mit Flatrates.
Ich glaube eher, die Musikindustrie möchte weiterhin sehr detailliert bestimmen, was auf den Markt kommt und zu welchem Preis und das nach Lust und Laune auch wieder zurückziehen können.
Ich glaube auch, dass es der Musikindustrie nicht darum geht, die Bedürfnisse der Musikfans zu befriedigen, sondern ihre eigene Lust am Geld.
Die Fans sind dabei nur Mittel zum Zweck, wie die Kuh, die morgens und abends gemolken wird.
Moral oder here Absichten traue ich der Musikindustrie nicht zu.
Es geht um Gewinnmaximierung und da stehen sich naturgemäß immer zwei Seiten feindlich gegenüber.
Die Musikpiraterie ist lediglich ein Symptom dessen.
Das Problem der Gewinnmaximierung sieht man auch sehr gut aktuell bei der GEMA, versucht sie doch, noch mehr Geld zu machen. Dass viele Musikveranstaltungen das nicht mehr tragen können, ist dabei egal, dass es die Fans nicht mehr tragen wollen oder können, ist auch egal und dass am Ende weniger Musikveranstaltungen stattfinden werden, ist auch scheints egal. Dann wird eben eine neue Geldquelle erfunden, vielleicht die Quellensteuer für Musik, von Geburt an auf jeden Bürger.
Darum glaube ich auch nicht, dass je eine gütliche Einigung stattfinden kann, weil auf der einen Seite die Leute sind, die alles haben wollen und auf der anderen Seite diejenigen, die nicht auf Musik verzichten können.
Ich kann es inzwischen, ich höre fast keine Musik mehr.
Das befreit :-)
Vielleicht hilft dir diese Infografik weiter:
http://mashable.com/2010/04/15/music-artists-earn-online-infographic/
Ein geniales Lied zum Thema:
http://tetrachromat.bandcamp.com/
Lieber Kashban,
1. iTunes öffnen
2. Reiter "Erweitert" öffnen
3. 5. Feld "MP3 Version erstellen"
4. Fertig
Funktioniert auch mit ganzen Alben, oder Playlists.
iTunes ist NICHT das Allheilmittel, aber SOOOO schlimm ist es auch nicht.
@Kashban: iTunes-Musik hatte früher DRM, das ist jetzt nicht mehr so. Die dort gekaufte Musik ist im AAC-Format, das nicht nur von propietären Appleprodukten abgespielt werden kann, sondern auch auf einer Vielzahl anderer Player läuft.
@Pete: Kein DRM bei iTunes?
Heißt, ich kann die dort gekauften Lieder auf beliebigen Geräten im Haushalt abspielen?
Das wäre mir neu. Soweit mir bekannt ist, kann man bei iTunes gekaufte Inhalte auch nur auf Apple-Geräten abspielen. Konvertierung nicht erwünscht und durch verschiedenste technische Hürden erschwert bis unmöglich gemacht.
itunes ist derzeit eines der größten DRM-Systeme.
Oder kann man die Songs da inzwischen als MP3 oder OGG herunterladen?
@Pete: Kein DRM bei iTunes?
Heißt, ich kann die dort gekauften Lieder auf beliebigen Geräten im Haushalt abspielen?
Das wäre mir neu. Soweit mir bekannt ist, kann man bei iTunes gekaufte Inhalte auch nur auf Apple-Geräten abspielen. Konvertierung nicht erwünscht und durch verschiedenste technische Hürden erschwert bis unmöglich gemacht.
itunes ist derzeit eines der größten DRM-Systeme.
Oder kann man die Songs da inzwischen als MP3 oder OGG herunterladen?
Noch nie konnten alle Künstler von ihrer Kunst leben. Es gibt laut Kunstversender Boesner alleine 800.000 bildende Künstler in Deutschland. Dass die alle von ihrer Malerei leben können, glaubt auch niemand.
Daran hat das Internet nichts geändert. Das einzige was neu ist, ist, dass das Web die technische Reichweite für potenziellen Erfolg hat. Auch auf meinem Blog ist meine Kunst - aber reich werde ich damit auch nicht - ganz ohne Raubkopien ....
spotify, simfy und wie sie nicht alle heissen haben in meinen Augen ein Problem:
Sie haben zwar einen riesigen katalog im background, der kennt mich aber nicht. Das heisst ich muss erstmal meine lieblingslieder zusammensuchen und in playlisten sortieren. Das nervt. Ich will anmachen und ich will meine musik hören und auch mal was anderes vorgeschlagen bekommen was in etwa meinem Musikgeschmack entspricht. Das kann im Moment nur last.fm - die haben ja meine scrobbler daten. und es funktioniert eigentlich gut, dass ist mir dann auch die 3 dollar im Monat wert. Nur leider ist halt der katalog für das last.fm Radio nicht so gross und enthält auch wenig Neuheiten. Schade.
musik kauf ich viel über die 5 euro MP3 Neuheiten bei Amazon. von meinen wenigen Künstlern denen ich schon seit Jahren die Treue halte kauf ich auch mal ne CD. Allerdings muss ich sagen dass das auch weniger wird, da ich einfach keine Verwendung für CDs habe. Ich höre unterwegs Musik (2,5h Arbeitsweg jeden Tag!) Zu Hause eher mal am rechner. Ich habe keine Anlage mehr. Brauch ich nicht. Warum also sollte ich CDs kaufen? ich glaube auch nicht dass ein Künstler von einem CD Kauf mehr hat als zum Beispiel einen MP3 kauf über Bandcamp oder Amazon.
Bisher habe ich auch noch keine Studie gesehen wo mal gegenüber gestellt wird: Gewinn eines Künstlers aus CD bzw MP3 Album/Song (von amazon,itunes,google music oder bandcamp) und aus streaming. Aufgeschlüsselt nach Popularität. würde mich mal interessieren. und ich bin fest der meinung viele kaufen keine cds oder mp3s weil sie der meinung sind dass die künstler daran sowieso nicht partizipieren oder zu so einem kleinen Burchteil, dass meine Kopie da nichts ausmacht.
ich glaube auch dass nur die wenigsten Künstler wirklich von Ihrer Kunst leben konnten und können. Es ist halt ein Fehler zu glauben dass man eine cd rausbringt udn dann hat man ausgesorgt. Nur weil ein Künstler sagt er macht Kunst heisst das noch lange nicht das andere das genauso sehen. oder wie Sven Regners Karl das so trefflich im kleinen Bruder sagt "Kunst ist es wenn ich es sage udn mindestens einen finde der das glaubt" finde ich den einen nicht gibt es auch niemanden der was bezahlen würde.
wenn niemand was für meine Kunst bezahlen will, dann mach ich als Künstler irgendwas falsch oder aber ich mache es zu richtig. kommt halt immer auf die Ausrichtung an ;)
Ich kenne auch leute die von ihrer Lieblingsgruppe keine CDs kaufen weil die scheisse sind, aber zu den Konzerten pilgern, weil halt live immer die post abgeht. Das es nicht unbedingt auf Qualität ankommt sieht man ja am Ballermann ;) Glaube kaum dass sich die leute alle die Hits kaufen.
wie gesagt alles meine meinung
"Der spontane Wutausbruch ist Regeners bislang wahrscheinlich größter Hit."
Dem möchte ich doch mal eindeutig wiedersprechen. Als Schriftsteller hat er schon großes geleistet...
@Samuel:
Richtig und genau dieser Faktor "Illegalitaet" sollte eben auch eine Rolle spielen. Wenn man piracy verharmlost ("ist ja gar nicht das problem") und argumentiert man solle es nicht mehr verfolgen, dann wuerde dieser Faktor keine Rolle mehr spielen und genau das stoert mich. Jeder soll klar aussprechen: "ich will piracy legalisieren oder eben nicht (was eben eine rechtliche verfolgung impliziert)?" Falls legalisieren "ja", dann bringt es auch nicht viel angebote wie spotify als loesung anzubieten, denn ein spotify klon der keine lizenzen zahlen muss kann immer kostenguenstiger operieren (wie eben kino.to) und so immer besser sein als ein legales angebot, weil der faktor illegalitaet wegfaellt.
Und hier liegt oft die scheinheiligkeit. So zu tun als waere piracy ok (weil man es nicht ansprechen will, weil das schlecht fuers eigene image ist, erst recht wenn die piraten partei ueber 10% hat), den fokus auf alternativmodelle legen, aber nicht aussprechen, dass alternativmodelle nur dann funktionieren koennen, wenn piracy illegal bleibt.
@egghat:
Gutes Argument! Wobei auch unter einbeziehung diese faktors die summe immer noch astronomisch waere, den kino.to katalog weltwei, zeitlich unbegrenzt anzubieten.
Vollkommen richtig. Es muss mehr Druck gemacht werden, attraktive legale Angebote zu etbalieren. Wenn man aber wie jetzt für einen Serienfolge einmal angucken 2,3 Euro berechnet,
obwohl die Staffel mit 24 Folgen bei Media Markt für 10 Euro angeboten wird - muss man sich nicht wundern, wenn es so nicht klappt.
Ich mache einfach mal eine Voraussage: In 10 Jahren führt Google ein Nischendasein. Youtube wurde abgestellt. Facebook gibt es noch, spielt aber nach den Regeln von Spotify.
Und die User zahlen je nach Gusto für verschiedene Nutzungsarten von Content für Spotify, dein größten Player am Internet-Himmel. Es gibt dort Filme, man kann dort Sachen hochladen, User-Generatet-Content ist dort möglich etc. etc.
Und die Nutzer verdienen, die Industrie verdient. Und man lacht über die Diskussionen vor 10 Jahren. Damals hat man noch nichts kapiert. Man spricht von den Zeiten, als das Web noch "Amateur-Web" war, und inzwischen ist man halt im Profi-Zeitalter angekommen.
Alles, was den Anschein des Illegalen hat, wird sich dauerhaft nie durchsetzen können und nach Spam riecht wird sich dauerhaft nicht durchsetzen können. Nur ein legales Angebot hat die Möglichkeit, wirklich ALLE Bedürfnisse langfristig zu bedienen. Illegale Angebote müssen immer Versteckspiele führen - und das nervt. Die meisten Bürger wollen nicht im Untergrund leben. Ich auch nicht.
Jetzt wird über Darknets bei den Piraten diskutiert. Aber wie sollen die jemals mit Spotify konkurrieren, das alles für nen Zehner anbietet???
@Pete: "kein geschaeftsmodell der welt mit piracy konkurrieren" - Ich glaube schon. Legalität kann ein Faktor sein, sich für oder gegen ein Modell zu entscheiden. Wenn legale Angebote genauso attraktiv sind wie "piracy", ist ein höherer Preis gerechtfertigt und durchsetzbar. Es gibt viele Faktoren die die Attraktivität eines Geschäftsmodells beeinflussen. Umfang, Usability, Qualität, Sicherheit und natürlich Preis. Aber eben auch Legalität.
Und ewig tief können die illegalen Anbieter den Preis nicht drücken. Piracy ist illegal und von daher mit Risiken verbunden, die sich auch in den Kosten niederschlagen. Wer sich (heute) dazu entscheidet mit illegalem Zugang zu Musik, Filmen oder sonstigem urheberrechtlich geschütztem Material Geld zu verdienen, will schnell viel Geld verdienen. Denn dass man den Kampf gegen die Industrie früher oder später verliert ist den meisten klar.
Der wichtigste Faktor für ein erfolgreiches Geschäftsmodell ist meiner Meinung nach jedoch die Nutzungsgewohnheit bzw. Nutzungsrealität. Wer legt denn zu Hause im Wohnzimmer noch eine CD auf? Oder hört man doch eher am PC und in der U-Bahn. Spricht für beispielsweise für Spotify und Co. Wenn sich erst einmal jeder daran gewöhnt hat (dank Youtube ist Streaming vielleicht Quelle Nummer 1 für Musikkonsum) steht doch nichts mehr im Weg, das zu monetarisieren. Besseres Produkt - höherer Preis. Das funktioniert AUCH im Netz. 10 Euro für illegalen Premiumzugang im Monat zu Spotify oder Filehoster - macht doch keinen Unterschied.
@Pete
Zu "2. 180 Mio.? Das ist laecherlich. Wieviel Filme kann man fuer 180 Mio. produzieren? Vielleicht 5, 10, 20 ... Sicherlich nicht den gesamten Weltkatalog aller jemals hergestellten Filme. Kino.to haben quasi diesen gesamten Weltkatalog fuer eine Summe 180 Mio. - x "gekauft". Das als Vorbild eines Geschaeftsmodels zu nehmen halte ich fuer eine Milchmaedchen Rechnung. Klingt auf den ersten Blick irgendwie ganz gut, aber dann..."
Es haben aber auch 2? 3? 4? % der Deutschen Kino.to benutzt. Wenn es alle benutzen würden, wären die Einnahmen auch zigfach höher. Und dann ist das auch nur eine rein deutsche Rechnung. Auf Europa hochgerechnet kommen da schnell Milliardenbeträge zusammen.
Und ganz allgemein: Auch heute werden schon viele Kinofilme in Europa als Koproduktionen mit (öffentlich-rechtlichen) Fernsehsendern umgesetzt. Da ist einiges an Potenzial da ...
Stimme Tim zu.
An Schmitz merkt man, wie beschissen er sich gefuehlt haben muss, sich selbst im "Panikraum" hinrichten zu wollen!
Man weiss selbst genau, was gut und eben falsch ist.
Und die Musikindustrie ist nicht kriminell, da wird rechtens geackert, und die die eben kaum noch kapieren warum, wozu, weshalb vir lauter Stress erhalten plötzlich ein Auskommen, da sie sich den Po aufgerissen haben! Olè.
Stimme Tim zu.
An Schmitz merkt man, wie beschissen er sich gefuehlt haben muss, sich selbst im "Panikraum" hinrichten zu wollen!
Man weiss selbst genau, was gut und eben falsch ist.
Und die Musikindustrie ist nicht kriminell, da wird rechtens geackert, und die die eben kaum noch kapieren warum, wozu, weshalb vir lauter Stress erhalten plötzlich ein Auskommen, da sie sich den Po aufgerissen haben! Olè.
@mark
Das halte ich, mit verlaub, fuer uebertrieben. ich koennte dich jetzt nach beispielen fragen und du wuerdest mir wahrscheinlich irgendwelche B-Seiten von 1967 und bootleg live mitschnitte von anno dazumal zeigen. Aber inwieweit das ein allgemeingueltiges argument ist ueberlasse ich jedem leser.
Das "Mangel an Alternativen"-Argument gilt leider heute immer noch, denn man bekommt nur einen Bruchteil von dem was es eigentlich vorhanden sein könnte im Netz zu kaufen.
Lieber Herr Regener, wieviel haben Sie für Promo budgetiert? Oder: Facebook, Twitter, Youtube ist doch auch für Musiker (Uploader) gratis... (Da gäbe es auch andere Business-Modelle...)
alle Musik ist nie verfügbar...
http://vimeo.com/1546186
@Pete: Der Punkt bei iTunes ist allerdings der, dass ich mich erst einmal im Meer der Musikflut auskennen muss, bevor ich mich dafür entscheide, einzelne Eimer Wasser mit meiner Würdigung, bzw. meinem Geld zu überschütten. Deswegen habe ich bisher eine ganze Menge Illegales gedownloaded, bevor ich mich entscheiden konnte, meine limitierten Ressourcen an die mir davon liebsten Künstler zu verteilen.
Dann kam noch der Aspekt dazu, dass ich Musik lieber auf LP/CD im Regal stehen habe, also die entsprechenden Tonträger kaufe, statt auf iTunes zurückzugreifen (außer in Ausnahmefällen).
Was dieses bisherige Verhalten jetzt wirklich umkrempelt, ist für mich Spotify. Jetzt brauche ich (fast) nichts mehr herunterzuladen um es mir (bequem) anzuhören. Heißt also hier hat für mich ein Service, den ich kostenpflichtig nutze einen kostenlosen Service ersetzt. Und wenn ich mir die Aktivität meiner Freunde auf Facebook ansehe, scheint es für die nicht anders zu sein. Die Frage ist also nicht nur die, ob es ein kostenpflichtiges Geschäftsmodell gibt, sondern, ob es eins gibt, das meinem Konsumverhalten wirklich entspricht.
(CDs und LPs werde ich übrigens weiterhin kaufen.)
Ja, spotify ist super, aber diese tatsache macht piracy doch keinen deut harmloser. Piracy schlaeft auch nicht. Morgen koennte einen server aufmachen und alle musik umsonst zum streamen anbieten, weniger werbung schalten und billigere streaming-packages anbieten als spotify. Die koennen das weil sie keine lizenzen zahlen wuerden. Der user wuerde sicher das billigere (bei sonst gleichem service) nutzen.
Auf was ich hinaus will ist, dass kein geschaeftsmodell der welt mit piracy konkurrieren kann. Darum ist das argument, "wir brauchen nur attraktive alternativen" einfach nicht gut.
Wenn man dieses alternativen-argument nutzt um piracy zu verharmlosen, ist man ein feigling, der versucht sympathie punkte zu sammeln weil er die schmutzige arbeit (piracy zu bekaempfen) nicht machen will. Sorry Tim :)
Ich sekundiere.
Der Punkt ist doch der: Es gab einfach lange kein gescheites Geschäftsmodell für diejenigen, die gerne für Medieninhalte zahlen würden, aber gleichzeitig auch netzaffin sind. Damit meine ich nicht nur Piraten, sondern alle möglichen Menschen, die die neuen Kommunikationswege einfach gern haben. Damit sind nicht nur die gemeint, die im engeren Sinne zur "Netzcommunity" gehören und sich für "Netzpolitik" engagieren.
kino.to, megaupload etc. wurde zwar von vielen genutzt, aber hatte immer den Touch des unseriösen. Deshalb nehmen auch viele die Werbung in Kauf und legen sich keinen Bezahl-Account zu. (Die Werbung ist und war hier ja extrem nervig und macht den Anschein des Billigen.) Außerdem gab es hier keine anständigen Verhandlungen mit den Rechteverwertern, was natürlich nicht korrekt ist. Solche Geschäftsmodelle sind - wie Regener richtig sagt - natürlich "scheiße".
Wenn es jetzt Anbieter wie Spotify gibt, ist das das beste, was geschehen kann. Sie führen Verhandlungen mit den Rechteinhaben und Labels und es gibt Diskussionen darüber, wie viel Musiker pro Stream bekommen soll(t)en. Diese Diskussionen sind wichtig und Spotify muss den Beweis antreten, dass es Künstler auch - entsprechend der Nachfrage nach ihnen - angemessen vergüten kann. Wenn das klappt, wird die Akzeptanz auch bei denen steigen, die jetzt wieder ausgetiegen sind oder grundsätzlich skeoptisch sind.
Außerdem ist Spotify einfach "sexy". Das liest man zumindest von den Jugendlichen aus Schweden. Hier soll ja anscheinend keine Party mehr ohne Spotify auskommen. Wenn ich lese, dass das Verhältnis von 80:20 (Umsonst:Premium) auf 20:80 (Premium:Umsonst) geswitcht ist, dann ist das ein Achtungserfolg. Wenn jetzt noch mehr Apps, Einbindung von Künstlerprofilen, Konzerte, mehr Flexibilität bzgl. Social Media (man kann es mit Social nutzen, oder ohne) dazukommt, dann sind Nutzer vielleicht bereit auch noch mehr zu bezahlen.
Ich würde für einen Dienst, der mir alle möglichen Medieninhalte zur Verfügung stellt - und ich sonst nix mehr brauche - zwischen 20-50€ bezahlen/Monat. (Also auch Filme, Fernsehen, evtl. Upload-Funktion...)
Ich denke, dass sich Spotify auf lange und mittlere Sicht durchsetzen wird. Vielleicht ist das auch das nächste Ding im Web. Wenn die eine Werbestrategie fahren á la Zalando, Amazon, dann werden die über kurz oder lang alles andere platt machen. Der Internet-Markt ist halt ein Monopolmarkt. Allerdings finde ich das bei Spotify ethisch viel vertretbarer; denn: Spotify müssen eine Reihe von Verträgen mit Rechteverwertern, Verwerungsgesellschaften abschliessen. D.h. alle verdienen mit.
Was mich noch interessieren würde: Ich finde im Netz schwer Zahlen über den Musikmarkt bzgl. Schweden seit dem Spotify-Einstieg in den Markt. Oder ich blick' die IFPI-Seite nicht. Kennt jemand genaueres???
Ich mag Spotify (und ich bin auch so ein halber Musiker übrigens).
1. Das "Mangel and Alternativen"-Argument hatte gueltgkeit in Napster Zeiten, aber heute nicht mehr. Ich bekomme jeden Song ohne DRM mit 2 Mausklicks bei iTunes. Bei allen anderen "Diensten" klickt man sich durch 10 Poker-Porno-Seiten um evtl. den Song zu bekommen. Sprich das Usability-Argument ist einfach ueberholt.
2. 180 Mio.? Das ist laecherlich. Wieviel Filme kann man fuer 180 Mio. produzieren? Vielleicht 5, 10, 20 ... Sicherlich nicht den gesamten Weltkatalog aller jemals hergestellten Filme. Kino.to haben quasi diesen gesamten Weltkatalog fuer eine Summe 180 Mio. - x "gekauft". Das als Vorbild eines Geschaeftsmodels zu nehmen halte ich fuer eine Milchmaedchen Rechnung. Klingt auf den ersten Blick irgendwie ganz gut, aber dann...

Sorry, "Blockaden zwischen GEMA und You-Tube aufheben" Wer blockiert denn da? Wenn ich mich recht erinnere stand im letzten, oder vorletzten GEMA Virtuos Heft, das You-Tube mal von 120 - 150 Euro pro eine Millionen Klicks sprach.
Also 0,00012 Cent pro Klick.
Nachdem You-Tube nun via Gericht dazu verdonnert wurde das sie verantwortlich für die Inhalte sind, ist immer noch kein SERIÖSES Angebot auf dem Tisch!!
0,00012 Cent pro Stream? Da kann ich Herrn Regener nur beipflichten. Man zahlt zwar dann, pisst den kleinen Künstlern aber ins Gesicht- "Eure Scheiße ist nix Wert" Bzw. warum sollen wir euch vernünftig vergüten wenn wir unsere Aktionäre beglücken können.
Ja, die Engländer haben aber einen Deal hinbekommen, heißt es dann wieder. Mit dem Ergebnis das dafür Köpfe gerollt sind bei der PRS weil der Deal SCHEISSE WAR!!!
Die GEMA soll da mal schön hart bleiben ggb. You Tube etc. Es kann nicht sein das You-Tube 1,7 Mrd Dollar Umsatz p.a. (Tendenz steigend) macht aber kein vernünftiges Angebot an die Leute macht mit denen sie Geld verdienen, und das nicht zu knapp.
Die GEMA wird immer als der letzte Trottel hingestellt, dabei wird sie sehr wohl ihrer Aufgabe gerecht. Warum soll sie einen schlechten Deal für ihre Mitglieder aushandeln, wenn große Verleger/Labels längst bessere Deals mit You-Tube vereinbart haben.
Hinzu kommt das You-Tube derzeit gar nix zahlt.....000000000000
Mein Fazit:
Nix für gute Arbeit zahlen wollen, das kennen wir ja nicht nur von Diensten wie You-Tube und Spotify etc.
Es ist zur kaufmännischen Unkultur geworden Löhne zu drücken, oft zugunsten der Aktionäre. Den Auftakt in DL hat dazu die gute Regierung Schröder gemacht mit Hartz4 - Zeitarbeit etc.
Wenn aber alle weniger verdienen dann verdient irgendwann keiner mehr was; denn dann bleibt keine Kohle mehr für Konsum übrig. Das sehen AG sehr selten in einem VWL Kontext.....
Von daher, ja Herr Renner, der "Umsonst Irrtum" ist im vollem Gang auf allen Ebenen.
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