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Alice In Chains
Alice In Chains: Der tiefe Fall - Ein Nachruf auf Mike Starr
Mike Starr war nicht nur Bassist und Gründungsmitglied von Alice In Chains. Er war vielmehr eines der Gesichter einer längst in Vergessenheit geratenen Revolution: ob er wollte oder nicht.

Wenn sich Viersaiter-Liebhaber Anfang der neunziger Jahre innerhalb der Flanellhemd-regierten Grunge-Ära nach Idolen umsahen, fielen vor allem vier Namen: Chris Novoselic (Nirvana), Jeff Ament (Pearl Jam), Ben Shepherd (Soundgarden) und Mike Starr. Im vom Punk und Psychodelic-Rock beeinflussten Grunge-Genre stachen vor allem Alice In Chains mit ihren eher Metal-lastigen Wurzeln heraus, die der Combo um Ausnahme-Frontmann Layne Staley einen unnachahmlich düsteren Sound verpassten. Mike Starr bildete neben Sean Kinney die tiefer gelegte Rhythmus-Fraktion des Seattle-Vierers und ebnete der Band mit seinem schleppenden und dennoch äußerst groovigen Bassspiel das nötige Fundament ihres Schaffens.
Alice In Chains - "Would" (1992)
Seattle bot seinerzeit den Schmelztiegel einer künstlerischen Revolution, die sich vom damaligen Rock-Einheitsbrei abgrenzen wollte. Was mit vermeintlich weitreichendem Idealismus und musikalischen Garagen-Demos begann, entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einem wahren Massenhype, der die langhaarigen Jeansträger genau mit den Dingen konfrontierte, die sie eigentlich versuchten zu bekämpfen: Glamour, Ruhm und Publicity. Mike Starr befand sich mit seinen Kollegen spätestens im Jahr 1992 mittendrin, in diesem ungewollten Kontrastprogramm zwischen aufkommender Berühmtheit und verinnerlichten Werten.
Alice In Chains hatten bis dato bereits größere Support-Touren mit Slayer, Megadeth, Anthrax und Van Halen hinter sich und debütierten gar im selben Jahr mit einer Live-Performance im Cameron-Crow-Film „Singles“ auf der Kinoleinwand. Im Herbst 1992 veröffentlichten Alice In Chains ihr zweites Album „Dirt“, welches bis zum heutigen Tage von Fans und Kritikern weltweit als unumstrittenes Karriere-Highlight der Band bezeichnet wird. Doch der kommerzielle Höhenflug und der damit verbundene Alltag zwischen weltweiter MTV-Rotation und permanentem Hinterfragen verlorengegangener Ideale forderten ihren Tribut. Mike Starr verließ die Band kurz nach der Veröffentlichung des Zweitwerks.

Alice In Chains zu ihren besten Zeiten: Jerry Cantrell, Sean Kinney, Layne Staley und Mike Starr
Neben Sänger Layne Staley, war auch der Bassist dafür bekannt, sein Leben nicht gänzlich ohne den Einfluss von Drogen führen zu können. Demnach hält sich bis in die Gegenwart das Gerücht, dass weitreichende Heroin-Exzesse letztlich verantwortlich für den Ausstieg des Bassisten waren. Während seine Ex-Mitstreiter weiterhin den Jet-Set pflegten, versuchte sich Mike Starr im Jahr 1995 mit der Band „Red Sun Red“. Im Bunde mit ehemaligen Black Sabbath-Veteranen, wie Ray Gillen und Bobby Rondinelli, fristete Mike Starr fortan sein Musiker-Dasein – zum Durchbruch reichte es aber nie.
Stattdessen sorgte er im Jahre 2009 letztmalig für mediales Aufsehen, als er sich dazu bereit erklärte der kontroversen TV-Soap „Celebrity Rehab“ beizuwohnen, bei dem illustre C-Prominente versuchen, ihrer Drogen-Dämonen Herr zu werden; ein erbärmliches Voyeuristen-Format, welches selbst hiesige Unterhaltungs-Highlights a la „Dschungelcamp“ in den Schatten stellt. Der Versuch scheiterte, wie bei vielen anderen auch. Erst vor einem Monat wurde Mike Starr wegen Besitzes von verschreibungspflichtigen Medikamenten festgenommen.
Alice In Chains - "We Die Young" (1990)
Mike Starr wurde am 8. März 2011 tot in seinem Haus in Salt Lake City gefunden. Er wurde 44 Jahre alt. Die genaue Todesursache ist zur Stunde noch unklar. Die zuständige Polizei geht jedoch, aufgrund seiner jüngeren Vergangenheit, von einem Drogentod aus.
Kai Butterweck

Wenn sich Viersaiter-Liebhaber Anfang der neunziger Jahre innerhalb der Flanellhemd-regierten Grunge-Ära nach Idolen umsahen, fielen vor allem vier Namen: Chris Novoselic (Nirvana), Jeff Ament (Pearl Jam), Ben Shepherd (Soundgarden) und Mike Starr. Im vom Punk und Psychodelic-Rock beeinflussten Grunge-Genre stachen vor allem Alice In Chains mit ihren eher Metal-lastigen Wurzeln heraus, die der Combo um Ausnahme-Frontmann Layne Staley einen unnachahmlich düsteren Sound verpassten. Mike Starr bildete neben Sean Kinney die tiefer gelegte Rhythmus-Fraktion des Seattle-Vierers und ebnete der Band mit seinem schleppenden und dennoch äußerst groovigen Bassspiel das nötige Fundament ihres Schaffens.
Alice In Chains - "Would" (1992)
Seattle bot seinerzeit den Schmelztiegel einer künstlerischen Revolution, die sich vom damaligen Rock-Einheitsbrei abgrenzen wollte. Was mit vermeintlich weitreichendem Idealismus und musikalischen Garagen-Demos begann, entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einem wahren Massenhype, der die langhaarigen Jeansträger genau mit den Dingen konfrontierte, die sie eigentlich versuchten zu bekämpfen: Glamour, Ruhm und Publicity. Mike Starr befand sich mit seinen Kollegen spätestens im Jahr 1992 mittendrin, in diesem ungewollten Kontrastprogramm zwischen aufkommender Berühmtheit und verinnerlichten Werten.
Alice In Chains hatten bis dato bereits größere Support-Touren mit Slayer, Megadeth, Anthrax und Van Halen hinter sich und debütierten gar im selben Jahr mit einer Live-Performance im Cameron-Crow-Film „Singles“ auf der Kinoleinwand. Im Herbst 1992 veröffentlichten Alice In Chains ihr zweites Album „Dirt“, welches bis zum heutigen Tage von Fans und Kritikern weltweit als unumstrittenes Karriere-Highlight der Band bezeichnet wird. Doch der kommerzielle Höhenflug und der damit verbundene Alltag zwischen weltweiter MTV-Rotation und permanentem Hinterfragen verlorengegangener Ideale forderten ihren Tribut. Mike Starr verließ die Band kurz nach der Veröffentlichung des Zweitwerks.

Alice In Chains zu ihren besten Zeiten: Jerry Cantrell, Sean Kinney, Layne Staley und Mike Starr
Neben Sänger Layne Staley, war auch der Bassist dafür bekannt, sein Leben nicht gänzlich ohne den Einfluss von Drogen führen zu können. Demnach hält sich bis in die Gegenwart das Gerücht, dass weitreichende Heroin-Exzesse letztlich verantwortlich für den Ausstieg des Bassisten waren. Während seine Ex-Mitstreiter weiterhin den Jet-Set pflegten, versuchte sich Mike Starr im Jahr 1995 mit der Band „Red Sun Red“. Im Bunde mit ehemaligen Black Sabbath-Veteranen, wie Ray Gillen und Bobby Rondinelli, fristete Mike Starr fortan sein Musiker-Dasein – zum Durchbruch reichte es aber nie.
Stattdessen sorgte er im Jahre 2009 letztmalig für mediales Aufsehen, als er sich dazu bereit erklärte der kontroversen TV-Soap „Celebrity Rehab“ beizuwohnen, bei dem illustre C-Prominente versuchen, ihrer Drogen-Dämonen Herr zu werden; ein erbärmliches Voyeuristen-Format, welches selbst hiesige Unterhaltungs-Highlights a la „Dschungelcamp“ in den Schatten stellt. Der Versuch scheiterte, wie bei vielen anderen auch. Erst vor einem Monat wurde Mike Starr wegen Besitzes von verschreibungspflichtigen Medikamenten festgenommen.
Alice In Chains - "We Die Young" (1990)
Mike Starr wurde am 8. März 2011 tot in seinem Haus in Salt Lake City gefunden. Er wurde 44 Jahre alt. Die genaue Todesursache ist zur Stunde noch unklar. Die zuständige Polizei geht jedoch, aufgrund seiner jüngeren Vergangenheit, von einem Drogentod aus.
Kai Butterweck
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