And All That Could Have Been

Alben von Nine Inch Nails

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    Trent Reznor, Kopf und Ideengeber der amerikanischen Industrial-Formation Nine Inch Nails zieht ein persönliches und musikalisches Zwischenresümee. Mit seinem aktuellen Doppel-Livealbum All That Could Have Been, das am 21. Januar 2002 veröffentlicht und im März durch eine gleichnamige Doppel-DVD als Fan-Edition ergänzt wird, blickt er auf die 2000 Fragility V2.0 - US Tour zurück, die den seinerzeit zugegen gewesenen Fans Abend für Abend einen Querschnitt durch die komplette erste Dekade der Gruppe bot. Von den Höhepunkten des Debütalbums Pretty Hate Machine ("Terrible Lie", "Sin"), über die Highlights von Broken ("Wish") und The Downward Spiral ("Piggy", "March Of The Pigs", "Hurt") bis hin zu Ausschnitten des neuesten Studioalbums Fragile ("The Wretched", "The Great Below", "Starfuckers, Inc."), allesamt NIN-Classics.

    "Ich habe mich in den vergangenen zehn Jahren persönlich weiterentwickelt", erklärt Reznor über die erste Dekade der Nine Inch Nails-Historie. "Meine Lebenssituation hat sich geändert, meine finanzielle Situation, meine Freunde, so ziemlich alles.

    Was sich jedoch nie geändert hat, ist die Motivation, aus der heraus ich Musik mache. Ich liebe die Studioarbeit, ich genieße es, von zeitgemäßer Technik zu lernen, stehe gerne auf der Bühne, wollte schon immer Musik machen und davon leben können. Als ich Ende der Achtziger an Pretty Hate Machine arbeitete war mein oberstes Ziel, so ehrlich und authentisch wie nur irgend möglich zu sein. Ich war damals ein zorniger, unglücklicher junger Mann. Nichts war aufgesetzt, alles was ich sagte war echt und wahrhaftig, auch wenn es manchen Leuten vor den Kopf stieß. Zu meiner Überraschung mochten viele Menschen meine Songs, sie sympathisierten sogar mit meine Statements. Daran hat sich bis heute scheinbar nichts geändert."

    And All That Could Have Been ist eine Momentaufnahme der NIN-Bühnenqualitäten zu Beginn des neuen Jahrtausends, angereichert durch eine faszinierende Bonus-CD namens Deconstructed/Quiet, die Reznor von einer anderen, weitaus introvertierten Seite zeigt und auf der u.a. fünf neue, bislang unveröffentlichte Songs zu finden sind. "Wir spielten eine Radioshow in Chicago, die very deconstructed war, d.h. wir brachten nur das nötigste Equipment mit und intonierten die meisten Sachen rein akustisch", erzählt Reznor. "Die Sachen haben einen tollen Charme, wir verknüpften sie mit anderen Songs, die live gespielt und im Studio nachbearbeitet wurden. Die Scheibe bietet einige bisher unbekannte Stücke, einige Instrumentalversionen. Ich finde, diese Sachen gehen eine tolle Verbindung mit den regulären Liveaufnahmen ein. Man hat einerseits die typischen Nine Inch Nails als gewalttätiger, lärmender und chaotischer Rockact, während Deconstructed/Quiet das genaue Gegenteil darstellt. Die Songs sind sehr intim zu halten, etwas zu kreieren, dass man vor allem an einem regnerischen Samstagnachmittag anhören sollte. Es ist wie ein Kontrapunkt zu all unseren bisherigen Veröffentlichungen".

    Bevor Trent Reznor demnächst die Arbeiten am kommenden Studioalbum in Angriff nehmen wird, nutzt er die Gelegenheit zu präsentieren und gleichzeitig seine Vergangenheit aufzuarbeiten. Der Zeitpunkt dafür scheint perfekt gewählt. "Ich habe das Gefühl, dass es jetzt an der Zeit ist, die besten Nine Inch Nails-Songs in modernisierten Fassungen zu präsentieren. Einen solchen Anlass hatte ich bisher nicht gesehen, deshalb dauerte es auch fast zwölf Jahre bis zum ersten Bühnenwerk. Zudem meine aktuelle Liveband die beste ist, die mir jemals zur Verfügung stand.

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