Twelve Mondays

Alben von Ari Hest

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Auf seinem Album „Twelve Mondays“ beweist Ari Hest, dass er mehr ist als ein kleiner Stein im großen Singer/Songwriter-Mosaik.

 

Während es heutzutage bei kommenden Songwritern zur guten Referenz gehört, bereits im Vorschulalter die Songs von Bob Dylans "Blonde On Blonde" auswendig auf Gitarre spielen zu können, unternahm Ari Hest seine ersten musikalischen Gehversuche auf etwas anderem Terrain: Sein Vater, ein Musiklehrer und Komponist, schrieb Werbesongs für Kinderspielzeug, für die er auch schon mal den kleinen Ari als Sänger rekrutierte. So ist Hests Stimme in der Werbung für die Kuscheltiereihe „Sweetie Pups“ zu hören – damals natürlich noch mit unbegrenzten Oktavierungsmöglichkeiten. Viele Jahre später und ein paar Oktaven tiefer hat auch Ari Hest das Liedermacher-Fieber gepackt. Mit Akustik-Gitarre auf dem Rücken und mittlerweile mehreren Alben auf dem Konto bespielt der nun 31-Jährige Kneipen und Clubs mit melancholischen Songwriter-Pop. Zu seinen Einflüssen gehören Musiker wie Paul Simon oder Dave Matthews, aber auch Bands wie Tears For Fears oder Nirvana. Mit "Twelve Mondays" legt der US-Amerikaner nun ein Album vor, mit dem er sich nicht vor seinen zahlreichen Kollegen verstecken muss.


Mittlerweile kann man seine soulige Stimme als Mischung aus Guy Garvey (Elbow) und Zucchero zu „Il Volo“-Zeiten beschreiben: Warm, breit und angenehm. Auf seinem neuen Longplayer pendelt Hest zwischen Sentimentalität und ruhiger Gewissenhaftigkeit. In „Broken Voices“ demonstriert er zügelloses Gefühlskino und weiß dabei, die Spannungskurve sinnvoll zu biegen. Die ohnehin schon epischen Klangstrukturen des Stückes werden ergänzt durch schöne, hallende Backing-Choräle, die man harmonisch nicht besser hätte einsetzen können - eines von vielen kleinen Details, welche die Songs von Ari Hest erst so gut machen. Auch im hoffnungsvollen „Mercy“ gelingt es dem Musiker - untermalt von charakterstarken Gitarrenakkorden und dahinplätscherndem Glockenspiel - zwischen den Zuständen der Empfindsamkeit zu rochieren. 

Im fluffigen „Cranberry Lake“, welches er im Duett mit der US-amerikanischen Singer/Songwriterin Amy Kuney singt, zeigt Hest seine verspielte und fröhliche Seite, findet aber immer wieder zu einer gesunden Melancholie zurück. Im noch euphorischeren "Binoculars" bricht er endgültig die Schallmauer der Lebensfreude: Das Stück wartet mit lässigen Hip-Hop-Beats, poppigen Claps sowie einer Rummelplatz-ähnlichen Melodie auf und fällt damit im Vergleich zu den anderen Titeln ein klein wenig aus dem Raster - sowohl musikalisch, als auch von der Grundstimmung. Der Track demonstriert die Aufgeschlossenheit des Künstlers, auch einmal von der sentimentalen Schiene abzuweichen und sich anderen musikalischen Mitteln fernab der Akustikgitarre zu öffnen.

Ari Hest - Broken Voices

Im nachdenklichen "Morning Sheets" ist es hingegen schon wieder vorbei mit der guten Laune. Mit moderaten musikalischen Mitteln und in bester Storyteller-Manier haucht er mit seiner kräftigen Stimme Erlebnisse ins Firmament, die geprägt sind vom Unterwegssein und dem allgemeinen Weltschmerz. Dabei verzettelt sich Hest nicht im Kitsch, sondern bleibt - wie auf der gesamten Platte - stets zurückhaltend und unaufdringlich. Auch in Songs, die von Breitwand-Pop ("Reason To Believe") oder Piano- und Streicherparts ("Learn") geprägt sind, verzichtet er auf schwülstige Momente und lässt die großen Gesten in der Hosentasche. Seiner Musik kann das nur gut tun.


In den zwölf Songs auf "Twelve Mondays" fabriziert Ari Hest gefühlvollen, moderat arrangierten Songwriter-Pop. Die melodische Detailverliebtheit des Musikers sorgt dafür, dass er und seine Songs im großen Singer/Songwriter-Mosaik nicht untergehen.

David Rätsch


VÖ: 30. Juli 2010

Label: Arctic Rodeo Recordings

Tracklist:

01. One Two
02. I´ll Be There
03. Dead End Driving
04. The Weight
05. Broken Voices
06. Mercy
07. Cranberry Lake
08. Binocular
09. Morning Streets
10. Learn
11. Ride The Brake
12. Reason To Believe

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