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Ash
Ash: A-Z Vol. 2
Auch der zweite Teil der "A-Z"-Compilation ist eher durch-wachsen als eine Glanzleistung - Ash knüpfen erwartungsgemäß nahtlos an den Vorgänger an.

Nach der Enttäuschung vom letzten Mal hoffte man nur auf etwas mehr von den Ash, die gemeinsam mit der Sängerin und Gitarristin Charlotte Hatherley grandiose Alben wie zum Beispiel "Free All Angels" (2001) oder "Meltdown" (2004) geschaffen hatten. Nach Hatherleys Ausstieg aus der Band im Jahr 2006 bewiesen die Nordiren mit der Platte "Twilights of The Innocents", dass sie mit ihrem letzten offiziellen Studioalbum noch längst nicht am Ende ihrer Karriere angekommen waren. Ash passten sich laut eigener Aussage der digitalen Musikwelt an und verkündeten, von nun an nur noch Singles zu veröffentlichen, um diese dann auf Compilations zusammen zu fassen.
Damit wollten sie die Wartezeit für die Fans zu verkürzen. Auf der Website der Band standen deshalb bereits vor der Veröffentlichung von "A-Z" sämtliche Singles der Platte zum Download zur Verfügung. Die aufgrund ihres Aufbaus zunächst wie ein Konzeptalbum anmutende "A-Z"- Compilation ist also tatsächlich nur als Sammlung von Singles zu sehen. Ein inhaltlicher Zusammenhang zwischen den einzelnen Tracks ist aber durchaus erkennbar.
Der erste Song "Dare To Dream" ist nach dem Hören des gesamten Albums eindeutig der überzeugenste. Hier stimmt einfach alles; in der Produktion achtete man genau darauf, Tim Wheelers Stimme extrem stimmig in die restliche Instrumentierung einzubetten. Ein Song wie zu Zeiten, in denen man Ash genau dafür liebte.
Ash - "Dare To Dream"
Das folgende "Mind Control" hingegen ist ein äußerst radiotauglicher, inhaltlich eher flacher Track, der gar an die Produktionen von The Offspring und Green Day aus den 90er Jahren erinnert. Der Refrain ist sehr einfach gestrickt und poppig. Diese musikalische Einseitigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch viele Songs des Albums, so dass man fast vermuten könnte, dem Trio seien im Laufe der Jahre die Ideen ausgegangen. Im Kontrast dazu ist das zarte Piano zu Beginn des Tracks "Spheres" eine echte Wohltat. Hier ist erkennbar, dass die Stärken des Songs eindeutig in den Strophen liegen. Die Tiefe und Nachdenklichkeit, die Wheelers Gesang in den Strophen zeigt, fehlt leider in der Bridge und im Refrain völlig. Im siebten Song "Instinct" wird dann so übertrieben mit Synthieffekten experimeniert, dass sich einem der Gedanke an die Pet Shop Boys förmlich aufdrängt. Wären da nicht die rockigen Gitarrensoli, die sich zwischen den Refrain schieben, als wollten sie den Hörer zurückversetzen in alte Ash-Zeiten.
Ein absolutes Highlight auf dem Album ist aber der Lovesong "Carnal Love". Dieser mag vielleicht für den ein oder anderen Hörer etwas kitschig klingen, kommt aber dem ursprünglichen Sound von Ash viel näher als etwa ein mit Effekten überladenes "Binary". Wer bei „Carnal Love“ genauer hinhört, der wird sich sogar ein wenig an den Sound der Beatles erinnert fühlen.
Das zehnminütige Instrumentalstück "Sky Burial" lädt nicht nur wegen seiner Länge zum Träumen ein. Der Hörer wird in ein Reich aus tollen Melodien, kraftvollen Gitarrenparts und Soundeffekten entführt, das an die Psychedelic Rock- Bands der 70er Jahre anknüpft. Von diesem Pathos wünscht man sich in einigen der anderen Tracks viel mehr. Der letzte Song "There Is Hope Again" wirkt insgesamt etwas zu pathetisch, ist aber ein gelungener Abschluss von "A-Z", weil es thematisch an den ersten Song "Dare To Dream" anknüpft. War es im ersten Song noch die Angst, an den Träumen und Idealen zu zerbrechen, heißt es hier: "Don't give up, your time will come at last, destiny will make sense of the past, there is hope again".
Ash haben insgesamt einen sehr abwechslungsreichen zweiten Teil ihrer Compilation vorgelegt. In den Refrains würde man sich ab und an mehr von den alten, gitarrenlastigeren Ash wünschen, die weniger Pop und Glätte in ihrer Musik hatten. Auch der sparsamere Einsatz von Synthie- und Gitarreneffekten in Songs wie "Binary" oder "Instinct" würden der Platte insgesamt mehr Biss verleihen.
Witziger Weise thematisiert der Song "Physical World" das Abdriften der Menschheit in digitale Welten. Vielleicht sollten sich Ash für die Zukunft ihre eigenen Lyrics etwas mehr zu Herzen nehmen: "You´re lost in the digital world- please come back to the physical world".
Franziska Strödel
VÖ: 15.10.2010
Label: Atomic Heart
Tracklist:
N. Dare To Dream
O. Mind Control
P. Insects
Q. Binary
R. Physical World
S. Spheres
T. Instinct
U. Summer Snow
V. Carnal Love
W. Embers
X. Change Your Name
Y. Sky Burial
Z. There Is Hope Again
Bonus Tracks
i) Nightfall
ii) Spellbound
iii) Teenage Wildlife

Nach der Enttäuschung vom letzten Mal hoffte man nur auf etwas mehr von den Ash, die gemeinsam mit der Sängerin und Gitarristin Charlotte Hatherley grandiose Alben wie zum Beispiel "Free All Angels" (2001) oder "Meltdown" (2004) geschaffen hatten. Nach Hatherleys Ausstieg aus der Band im Jahr 2006 bewiesen die Nordiren mit der Platte "Twilights of The Innocents", dass sie mit ihrem letzten offiziellen Studioalbum noch längst nicht am Ende ihrer Karriere angekommen waren. Ash passten sich laut eigener Aussage der digitalen Musikwelt an und verkündeten, von nun an nur noch Singles zu veröffentlichen, um diese dann auf Compilations zusammen zu fassen.
Der erste Song "Dare To Dream" ist nach dem Hören des gesamten Albums eindeutig der überzeugenste. Hier stimmt einfach alles; in der Produktion achtete man genau darauf, Tim Wheelers Stimme extrem stimmig in die restliche Instrumentierung einzubetten. Ein Song wie zu Zeiten, in denen man Ash genau dafür liebte.
Ash - "Dare To Dream"
Das folgende "Mind Control" hingegen ist ein äußerst radiotauglicher, inhaltlich eher flacher Track, der gar an die Produktionen von The Offspring und Green Day aus den 90er Jahren erinnert. Der Refrain ist sehr einfach gestrickt und poppig. Diese musikalische Einseitigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch viele Songs des Albums, so dass man fast vermuten könnte, dem Trio seien im Laufe der Jahre die Ideen ausgegangen. Im Kontrast dazu ist das zarte Piano zu Beginn des Tracks "Spheres" eine echte Wohltat. Hier ist erkennbar, dass die Stärken des Songs eindeutig in den Strophen liegen. Die Tiefe und Nachdenklichkeit, die Wheelers Gesang in den Strophen zeigt, fehlt leider in der Bridge und im Refrain völlig. Im siebten Song "Instinct" wird dann so übertrieben mit Synthieffekten experimeniert, dass sich einem der Gedanke an die Pet Shop Boys förmlich aufdrängt. Wären da nicht die rockigen Gitarrensoli, die sich zwischen den Refrain schieben, als wollten sie den Hörer zurückversetzen in alte Ash-Zeiten.
Das zehnminütige Instrumentalstück "Sky Burial" lädt nicht nur wegen seiner Länge zum Träumen ein. Der Hörer wird in ein Reich aus tollen Melodien, kraftvollen Gitarrenparts und Soundeffekten entführt, das an die Psychedelic Rock- Bands der 70er Jahre anknüpft. Von diesem Pathos wünscht man sich in einigen der anderen Tracks viel mehr. Der letzte Song "There Is Hope Again" wirkt insgesamt etwas zu pathetisch, ist aber ein gelungener Abschluss von "A-Z", weil es thematisch an den ersten Song "Dare To Dream" anknüpft. War es im ersten Song noch die Angst, an den Träumen und Idealen zu zerbrechen, heißt es hier: "Don't give up, your time will come at last, destiny will make sense of the past, there is hope again".
Ash haben insgesamt einen sehr abwechslungsreichen zweiten Teil ihrer Compilation vorgelegt. In den Refrains würde man sich ab und an mehr von den alten, gitarrenlastigeren Ash wünschen, die weniger Pop und Glätte in ihrer Musik hatten. Auch der sparsamere Einsatz von Synthie- und Gitarreneffekten in Songs wie "Binary" oder "Instinct" würden der Platte insgesamt mehr Biss verleihen.
Witziger Weise thematisiert der Song "Physical World" das Abdriften der Menschheit in digitale Welten. Vielleicht sollten sich Ash für die Zukunft ihre eigenen Lyrics etwas mehr zu Herzen nehmen: "You´re lost in the digital world- please come back to the physical world".
Franziska Strödel
VÖ: 15.10.2010
Label: Atomic Heart
Tracklist:
N. Dare To Dream
O. Mind Control
P. Insects
Q. Binary
R. Physical World
S. Spheres
T. Instinct
U. Summer Snow
V. Carnal Love
W. Embers
X. Change Your Name
Y. Sky Burial
Z. There Is Hope Again
Bonus Tracks
i) Nightfall
ii) Spellbound
iii) Teenage Wildlife
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