Still Night, Still Light

Alben von Au Revoir Simone

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Musik fürs Auge - Au Revoir Simones neuestes Elektro-Pop-Album belegt weiterhin die musikalische Ausbaufähigkeit der hübschen New Yorkerinnen.

Es geht doch nichts über die richtige Optik. Zumindest was das männliche Interesse an dem Dreiergespann Au Revoir Simone betrifft, stellt sich die Frage, ob hier die Musik eine so wichtige Rolle spielt. Ist nicht vielmehr die aparte Erscheinung des Brooklyner Trios das ausschlaggebende Argument?
Das verhuschte Ensemble mit den langen Mähnen und den Blümchenkleidern appelliert vermutlich an den Beschützerinstinkt der Indie-Boys, den auch Weird Folk-Feen à la Joanna Newsom hervorrufen. Sehr schön verbildlicht übrigens auf den Pressefotos zum Debütallbum "The Bird Of Music" von 2007, auf denen man die drei Grazien Heather, Annie und Erika auf der Flucht vor der bösen Stiefmutter durch den düsteren Zauberwald glaubte.

Au Revoir Simone - Shadows (live)


Der von den Damen veranstaltete Klangzauber entspricht dabei bekanntlich nicht ganz den geweckten Erwartungen. Nicht Ukulele und Xylophone sind die Instrumente ihrer Wahl. Stattdessen setzen Au Revoir Simone auch auf ihrem "Still Night, Still Light" betitelten zweiten Langspieler wieder komplett auf Keyboard, Synthesizer und Drum-Computer und teilen sich dazu schwesterlich den Gesang. Das Ergebnis ist erneut ein harmonieseliger Retro-Electro-Pop, dessen verträumter Charakter u.a. den liebreizenden Mädchenstimmen des Trios zu verdanken ist. Wer Tanzflächenfutter sucht, ist bei Au Revoir Simone an der falschen Adresse. Selbst wenn die Drei für ihre Verhältnisse mal richtig loslegen, wie etwa beim orgeligen "Night Of Wands" oder dem zackigen "Anywhere You Looked", lässt der dünne Billig-Beat im Hintergrund höchstens ein Mitwippen zu.

Womit ein Teil des Problems benannt wäre. Auf die Dauer fehlt den Stücken der New Yorkerinnen das gewisse Etwas. Weder sind sie ausreichend schmissig, um in die Beine zu gehen, noch verstrahlt genug, um anderweitig einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Hübsch? Ja. Spannend? Nein.

Nina Töllner

VÖ: 24.04.09

Label: Moshi Moshi/Coop/Universal

Tracklist:
01 Another Likely Story
02 Shadows
03 All Or Nothing
04 Night Of Wands
05 The Last One
06 Trace A Line
07 Only You Can Make You Happy
08 Take Me As I Am
09 Anywhere You Looked
10 Organized Scenery
11 We Are Here
12 Tell Me
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