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Auletta
Auletta: Make Love Work
Auletta haben sich auf "Make Love Work" drei kompakten Prinzipien verschieben: Einfachheit, Direktheit und positives Denken. Ob dies getreu dem Motto 'weniger ist mehr' aufgeht, sei in Frage gestellt.

Auletta wollen auf "Make Love Work" aus Kleinem Großes machen und landen zielsicher in der Mittelmäßigkeit. Im Grunde scheint der Zweitling des Indie-Rock-Quartetts aus Mainz auf einem schönen Gedanken zu fußen: Ein gutes Gefühl verbreiten mit schlichten, direkten Mitteln. Das solide musikalische Fundament spiegelt diese Idee auch wieder: Einfache, klare Harmoniefolgen in nachvollziehbaren, präzisen Begleitthemen in schillernden Klavierparts, dezentem Gitarrengeschrammel, tirilierenden Bläserchören und Orgel- oder Synthesizer-Einwürfe – alles mit dem Selbstbewusstsein einer deutlichen Pop-Attitüde vorgetragen. Bliebe es dabei, wäre das Album ein in der Produktion ausgewogener, sommerlicher Soundtrack, schwungvoll und positiv, ein Spaßmacher eben. Doch dann tritt der Gesang dazu und es wird zuviel der glitzernden Strahle-Präsenz – kurzum, die Platte stampft sich selbst platt. Die infektiösen, ohrwurmerzwingend-simplen Gesangslinien taumeln mit nasalem Beiklang um die immer gleichen Wendungen und die Texte machen es nicht wirklich besser.
Auletta - "Wochenendendlosigkeit"
Inhaltlich spricht "Make Love Work" ganz direkt Themen an, die jeden beschäftigen, wie Liebe, Ausflüchte aus Stadt- und Alltagsleben und die Definition der eigenen Person. Leider üben sie sich bei der Umsetzung in lyrischen Ergüssen, die über das Plakative hinaus vor allem in die Sinnlosigkeit ragen. Den poetischen Tiefgang von kreativen Zeilen wie "Glitzer, Glanz und Gloria / Party auf der Retina" oder "Tauch die Welt in neues Licht, dein Schatten fällt doch nie auf dich", und Quasi-Wortkreationen wir "Wochenendendlosigkeit" kann man wohl noch in Millimetern messen. Auch wirkt es nicht wirklich kosmopolitisch, dass nicht entschieden wird, ob auf Deutsch oder doch lieber auf Englisch zu singen sei. Der Ausdruck "Let the good times roll" wird brutal eingedeutscht zum Songtitel: "Lass Die Guten Zeiten Rollen".
Auletta - "Make Love Work"
Auletta ist es auf diesem Album gelungen, erstaunlich viele Genres in jene wüstengleiche Radiotauglichkeit einzuebnen. Der vielsagende Titel "Rebell Ohne Grund" hat rockige Züge und prescht im Galopprhythmus vor, "Alles Was Ich Bin" ist eine typische Schmacht-Ballade, die in ihren Anfängen wie ein Echt-Plagiat daherkommt, "Wochenendendlosigkeit" zeigt sich mit konsequentem Puls, bassigen Beats und verhallten Gesängen housig und der Titeltrack "Make Love Work" kennt gospelartige Chöre. Leider führt das zu keinem facettenreichen Eindruck sondern bisweilen zu Verstörung jenseits ihrer inspirierenden Aspekte: Mit "Hey Mama" taucht gegen Ende des Albums ein quasi-noisiger, quasi-rap-angehauchter Track auf, der irritierend an die unglimpfliche deutsche Variante des Nu-Metal denken lässt.
Wer Spaßfaktoren nicht an Tiefgang misst, der wird in Aulettas zweitem Versuch ganz sicher den ein oder anderen flüchtigen Moment von Fröhlichkeit finden. Wer jedoch ein positives Gefühl für bleibende Bereicherung gern in einem Fundament verankern möchte, der wird an Auletta's aalglatten Plattitüden wohl verzweifelt abrutschen. Es bleibt dem Werk zu Gute zu halten, dass es sich mit viel Schwung und positiven Vorstellungen neben all seine jammernden Kollegen steht, auch wenn es genau damit auch gehörig auf den Geist gehen kann. Freunden vielschichtigerer Musik bleibt dieses Album allenfalls beim Staubsaugen zu empfehlen.
Tabea Köbler
VÖ: 12.08.2011
Label: EMI
Tracklist:
1. Gold
2. Wochenendendlosigkeit
3. Tanz Für Mich
4. Du Bist YEAH!
5. Underwater Love
6. Make Love Work
7. Rebell Ohne Grund
8. Feuer
9. Lass Die Guten Zeiten Rollen
10. Bye Bye Traurigkeit
11. Hey Mama!
Bonustrack: Sommerdiebe

Auletta wollen auf "Make Love Work" aus Kleinem Großes machen und landen zielsicher in der Mittelmäßigkeit. Im Grunde scheint der Zweitling des Indie-Rock-Quartetts aus Mainz auf einem schönen Gedanken zu fußen: Ein gutes Gefühl verbreiten mit schlichten, direkten Mitteln. Das solide musikalische Fundament spiegelt diese Idee auch wieder: Einfache, klare Harmoniefolgen in nachvollziehbaren, präzisen Begleitthemen in schillernden Klavierparts, dezentem Gitarrengeschrammel, tirilierenden Bläserchören und Orgel- oder Synthesizer-Einwürfe – alles mit dem Selbstbewusstsein einer deutlichen Pop-Attitüde vorgetragen. Bliebe es dabei, wäre das Album ein in der Produktion ausgewogener, sommerlicher Soundtrack, schwungvoll und positiv, ein Spaßmacher eben. Doch dann tritt der Gesang dazu und es wird zuviel der glitzernden Strahle-Präsenz – kurzum, die Platte stampft sich selbst platt. Die infektiösen, ohrwurmerzwingend-simplen Gesangslinien taumeln mit nasalem Beiklang um die immer gleichen Wendungen und die Texte machen es nicht wirklich besser.
Auletta - "Wochenendendlosigkeit"
Inhaltlich spricht "Make Love Work" ganz direkt Themen an, die jeden beschäftigen, wie Liebe, Ausflüchte aus Stadt- und Alltagsleben und die Definition der eigenen Person. Leider üben sie sich bei der Umsetzung in lyrischen Ergüssen, die über das Plakative hinaus vor allem in die Sinnlosigkeit ragen. Den poetischen Tiefgang von kreativen Zeilen wie "Glitzer, Glanz und Gloria / Party auf der Retina" oder "Tauch die Welt in neues Licht, dein Schatten fällt doch nie auf dich", und Quasi-Wortkreationen wir "Wochenendendlosigkeit" kann man wohl noch in Millimetern messen. Auch wirkt es nicht wirklich kosmopolitisch, dass nicht entschieden wird, ob auf Deutsch oder doch lieber auf Englisch zu singen sei. Der Ausdruck "Let the good times roll" wird brutal eingedeutscht zum Songtitel: "Lass Die Guten Zeiten Rollen".
Auletta - "Make Love Work"
Auletta ist es auf diesem Album gelungen, erstaunlich viele Genres in jene wüstengleiche Radiotauglichkeit einzuebnen. Der vielsagende Titel "Rebell Ohne Grund" hat rockige Züge und prescht im Galopprhythmus vor, "Alles Was Ich Bin" ist eine typische Schmacht-Ballade, die in ihren Anfängen wie ein Echt-Plagiat daherkommt, "Wochenendendlosigkeit" zeigt sich mit konsequentem Puls, bassigen Beats und verhallten Gesängen housig und der Titeltrack "Make Love Work" kennt gospelartige Chöre. Leider führt das zu keinem facettenreichen Eindruck sondern bisweilen zu Verstörung jenseits ihrer inspirierenden Aspekte: Mit "Hey Mama" taucht gegen Ende des Albums ein quasi-noisiger, quasi-rap-angehauchter Track auf, der irritierend an die unglimpfliche deutsche Variante des Nu-Metal denken lässt.
Wer Spaßfaktoren nicht an Tiefgang misst, der wird in Aulettas zweitem Versuch ganz sicher den ein oder anderen flüchtigen Moment von Fröhlichkeit finden. Wer jedoch ein positives Gefühl für bleibende Bereicherung gern in einem Fundament verankern möchte, der wird an Auletta's aalglatten Plattitüden wohl verzweifelt abrutschen. Es bleibt dem Werk zu Gute zu halten, dass es sich mit viel Schwung und positiven Vorstellungen neben all seine jammernden Kollegen steht, auch wenn es genau damit auch gehörig auf den Geist gehen kann. Freunden vielschichtigerer Musik bleibt dieses Album allenfalls beim Staubsaugen zu empfehlen.
Tabea Köbler
VÖ: 12.08.2011
Label: EMI
Tracklist:
1. Gold
2. Wochenendendlosigkeit
3. Tanz Für Mich
4. Du Bist YEAH!
5. Underwater Love
6. Make Love Work
7. Rebell Ohne Grund
8. Feuer
9. Lass Die Guten Zeiten Rollen
10. Bye Bye Traurigkeit
11. Hey Mama!
Bonustrack: Sommerdiebe
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