Infinite Arms

Alben von Band Of Horses

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Band Of Horses legen mit "Infinite Arms" ein wenig überraschendes Album nach, das sich zu sehr an das Erfolgskonzept der voherigen orientiert.



Band Of Horses ist wohl eine der gehyptesten Bands der letzten Jahre. Sowohl der Rolling Stone als auch der NME kriegen sich vor Lobpreisungen über die amerikanische Rockband aus South Carolina kaum noch ein. Somit ist diese Band bereits vor Albumrelease der erklärte Liebling der Musikkritiker. Schon mit ihrem Debüt 2005 „Everything All The Time“ und dem 2007 erschienenen Zweitling „Cease To Begin“ zeigten die ständig wechselnden Mitglieder, dass sie den oft genannten Nerv der Zeit treffen. Die Band gab den Leuten das, wonach sich scheinbar alle sehnten: das ist in erster Linie schnörkelloser, eingängiger Rockpop bis hin zu Alternative Country, ruhige Melodien und das zarte Stimmchen des Leadsängers Ben Bridell, dem einzigen konstanten Mitglied, der als Vorbilder Neil Young und Jim James von My Morning Jacket nennt.

Mit dem dritten Werk „Infinite Arms“ verfolgen die Horses dasselbe Konzept wie auch schon auf den ersten beiden Veröffentlichungen, was sicherlich auch wieder aufgehen wird – doch ein paar Überraschungen wären nicht das Schlechteste gewesen. An sich hat jeder Song, melodisch gesehen, eine äußerst positive Grundstimmung, die nur getrübt wird, wenn sich der Hörer die Mühe macht, auf den Inhalt der Tracks zu achten. So hat man beispielsweise bei „Laredo“ das Gefühl, man sitze auf einer Wiese voller Gänseblümchen, die hippie-esque in feinster Handarbeit zu Kopfschmuck geflochten werden. Man ist beinah geneigt, voller Inbrunst allen herumsitzenden Menschen mit den Worten „Make Love Not War“ zu begegnen, da bemerkt man plötzlich, dass es um den unerträglichen Zustand der Einsamkeit geht, was in Zeilen wie „I Don't Got No One Else“ deutlich wird.



Wie fast alle Songs ist auch die kürzlich erschienene Single „Compliments“ in diesem 70er Softrock gehalten. Besonders bei diesem Track merkt man allerdings das glückliche Händchen der Band, wenn es um die Melodien geht: die Westerngitarre gepaart mit der zarten Stimme Bridells, perfektioniert mit den Streichern hinterlässt abermals eine blumige Stimmung. Wer jetzt noch Vogelgezwitscher und folklastige Elemente wie das Banjo vermisst, muss nicht traurig sein: das gibt es beim albumtragenden Track „Infinite Arms“. Auch wieder eine starke, wunderschöne Melodie, nichts Pompöses, einfaches Arrangement – an sich ist daran auch nichts auszusetzen. Einzeln kommen die Songs toll rüber, doch das Album am Stück zu hören, ist abzuraten. Die obligatorischen „Uh uh uhs“, „La la las" und "mhhhs“ fangen irgendwann an, zu nerven anstatt charmant zu wirken.


„Infinite Arms“ wirkt im Ganzen facettenarm und harmlos, nicht zuletzt durch die immergleichen Arrangements, die beinah jedes Lied wie das andere erscheinen lassen. Es sind tolle Melodien dabei, die bei der Überzahl der Songs auf dem Album sogar Ohrwurm-Potential haben, doch das tröstet nicht über die Einseitigkeit der Platte hinweg. 

Geli Megyesi

VÖ: 14.05.2010

Label: Columbia

Trackliste:
01. Factory
02. Compliments
03. Laredo
04. Blue Beard
05. On My Way Back Home
06. Infinite Arms
07. Dilly r
08. Evening Kitchen
09. Older 3:28
10. For Annabelle
11. NW Apt.
12. Neighbor

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