Lightmares

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Verträumte Hochstarter auf dem Vormarsch - mit einem Debüt, das seinen Namen verdient hat.



Man nehme einen luftig-lauen Sommertag, an dem man die Leichtfüßigkeit des Lebens in seinen vollen Zügen förmlich einatmet und steckt ihn zusammen mit vier Burschen, stammend aus der Nähe der holländischen Grenze, in den Mixer. Heraus kommt das Viersen'sche Patentrezept für melancholisch melodiöse Popmusik, das innerhalb kürzester Zeit Fans auf unzähligen Tanzflächen und sogar namhaften Magazinen à la NME fand.

Das Debüt der vier Jungs klingt im Gegensatz zum vielerseits ausgeleierten Indiebrei jung, frisch, unverbraucht - fast schon jugendlich naiv. Dachte sich wohl auch Muff Potters Dennis Schneider, der die Jungs kurzerhand unter seine Fittiche nahm.
Etwas wirklich neues erfunden haben Beat!Beat!Beat! allerdings auch nicht. Aufgezogen mit den Nullerjahren sind einige Einflüsse von Bands wie Klaxons und Phoenix hörbar. Von billigem Abklatsch kann aber keine Rede sein. Das Quartett gestattet mit seinen Songs einen verträumten Blick auf das alltägliche Leben und die Sehnsüchte der Jugend. Der Albumtitel erklärt sich gewissermaßen von selbst. Zwischen all den melodieverliebten Klängen bringen "You're Designer" und "Fireworks" die Tanzwütigen zum Schwitzen. Außerdem: Wenn kein Geld da ist, einfach mal erfinderisch sein und eine Glasflasche als Percussion-Instrument unter den Sound mischen (zu hören übrigens bei "We Are Waves").

Beat!Beat!Beat! - "We Are Waves"


Auf "Lightmares" finden sich neben einigen bereits bekannten Songs neue Stücke wie "Bravery" und "Hard To Cherish". Eine gesunde Mischung von Songs zum Abhotten, Träumen, Tanzen, Genießen, Nachdenken. Es ist die Liebe zum Detail, die Beat!Beat!Beat! leidenschaftlich klingen lässt. Höhepunkte der Platte sind "I See It Glisten" und das altbekannte "Fireworks", außerdem der Hidden Track, der das Album sanft ausklingen lässt.

Bleibt am Ende zu sagen: Beat!Beat!Beat! spielten sich mit ein paar Live-Gigs in die Oberliga der Indiepop-Newcomer, wurden mit viel Tam Tam hoch gelobt – Hochstarter also, die jetzt bloß nicht den Anschluss verlieren sollten. Das Album macht den ersten Schritt gen Erfolg. Der heißeste Scheiß muss ja auch nicht immer aus UK kommen. Und groß rauskommen, das wollten sie ja ohnehin (»motor.de Interview). Viel Glück dabei - ausbaufähiges Potential findet sich hier zu Genüge.


Elli Eberhardt


VÖ: 22.10.2010

Label: Richard Mohlmann Records (Universal)

Tracklist:

01. Hard to cherish
02. We are waves
03. Graveyard
04. You're designer
05. Stars
06. Too short to bide
07. Bravery
08. Fireworks
09. I see it glisten
10. Lightheavy rapture


Wer noch Lust hat, sich die Jungs live anzusehen, hier sind die Dates:

12.10. Oberhausen, Druckluft
13.10. Osnabrück, Glanz & Gloria
14.10. Bremen, Tower
15.10. Potsdam, Waschhaus
16.10. Halle, Objekt 5
17.10. Chemnitz, AJZ Talschock
18.10. Jena, Rosenkeller
20.10. Erlangen, E-Werk
21.10. Wien, Flex
22.10. München, Atomic Café
23.10. Aarau, Kiff
24.10. Gießen, Muk

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