Modern Guilt

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Nachdem Beck Hansen vor 15 Jahren die Kids, die sich durch Kurt Cobains Freitod im Stich gelassen fühlten, mit einem einzigen Song und Mini-Soundtrack für ihre Tage des Schuleschwänzens, versorgte ("Loser"), hatte er alle Möglichkeiten. Plattenfirmen, Fans: Alle wollten möglichst viel vom neuen, alternativen Glück. Und vielleicht lag's am Druck des Großinteresses an seiner Person, dass Beck erst 2005 mit "E-Pro" vom "Guero"-Album der nächste Nummer-Eins-Hit in den USA glückte - pünktlich zum überfälligen Scientology-Bekenntnis (sein Bassist ebenso wie sein Vater hatten das zu dem Zeitpunkt längst hinter sich).
Fraglich bleibt nun, ob sein aktuelles Album "Modern Guilt", immerhin produziert von Gnarls Barkley-Hälfte Brian Burton alias Danger Mouse, den schlaksigen Mann mit der Gitarre um den Bauch wieder 90er-Jahre-glamourös erscheinen lassen kann. Die erste Single hieraus, "Chemtrails", ist noch wenig spannend. Eine psychedelische 60er-Hommage mit viel Hall und übermäßigem Getrommel. Zügiger und freundlicher ist dafür das Titelstück, eine Western-Nummer mit typischem, glasklarem Beck-Gesang. Wirklich toll: "Walls", mit Rumpel-Rhythmus und Melancholie von der Geige. Beck hüpft auf "Modern Guilt" wie immer schelmisch über Genregrenzen, anmerken lässt er sich das durch sein musikalisches Pokerface kaum. Am Ende eine ordentliche, nicht Charts-relevante Platte.

Erik Brandt-Höge

Label: XL/Beggars/Indigo

: 04.07.08

Tracklist:
01. Orphans
02. Gamma Ray
03. Chemtrails
04. Modern Guilt
05. Youthless
06. Walls
07. Replica
08. Soul of A Man
09. Profanity Prayers
10. Volcano

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