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Best Coast
Best Coast: Crazy For You
Für ein Album wie „Crazy For You“ braucht man eigentlich nur Liebeskummer und drei Power-Akkorde. Trotzdem faszinieren Best Coast. Aber warum?

Wäre „Crazy For You“ ein Konzeptalbum, der thematische Oberbegriff würde „Teenagerliebe“ lauten. „I wish he was my boyfriend“ ist die Zeile, die uns als erstes entgegenschallt. Und dieser Vers fasst die 28-Minuten-kurze Scheibe auch schon zusammen: Sängerin Bethany würde zwar gerne, kann aber nicht mit ihrem Schwarm zusammen sein.
Das emsige Hin- und Hergeschreibe von Best Coast-Frontfrau Bethany Cosentino und Wavves-Sänger Nathan Williams bei Twitter legt nahe, dass es sich bei dem Besungenen um eben jenes Enfant Terrible handelt. Demnach sind die beiden auch schon wieder zusammen, was zumindest eine homogene musikalische Liaison aus ihnen macht. Beide Bands verschreiben sich nämlich dem hausgemachten DIY-Sound und machen auf diese Weise den Lo/Fi wieder salonfähig. Es darf wieder knatschen, hallen und scheppern - mal mehr (Wavves) und mal weniger (Best Coast).
Dabei wird weder viel Wert auf textliche Tiefe gelegt, noch auf musikalische Virtuosität. Obgleich Frontfrau Bethany auch schon in komplexere musikalische Projekte verstrickt war, widmete sie sich mit ihrer Vorgänger-Band Pocahaunted noch experimentellen psychedelischen Sounds. Privat schlug ihr Herz aber schon damals für Strand-Musik der 60er Jahre. Das wurde der Sängerin besonders klar, als sie für ein Praktikum ihre Heimatstadt L.A. verlassen musste und nach New York umsiedelte. Um sich zumindest akustisch an die Westküste zurückzuversetzen, lagen bei der Vinyl-Liebhaberin stets Surf-Pop-Bands wie die Beach Boys und Everly Brothers unter der Plattenspielernadel. Die Idee für eine Surf-Pop-Band war somit geschmiedet und Bethany kehrte zurück nach Kalifornien, tat sich mit dem technisch-versierteren Gitarristen Bobb Bruno zusammen und gründete Best Coast.
Best Coast - "When I'm With You"
Im Zimmer von Bobb Bruno nahmen sie ihre ersten 7'' auf, die sie später über Indie-Labels von Freunden veröffentlichten. Auch wenn die Singles zunächst nur auf Vinyl erschienen, fanden sie bald ihren Weg ins World Wide Web und so kam es, dass Bethany und Bobb zusammen mit Ex-Vivian Girls-Schlagzeugerin Ali Koehler durch Europa tourten, ohne überhaupt ein Album dabei zu haben. Das liefert die Band jetzt mit "Crazy For You" nach und verzichtet dabei auf faule Zweitverwertungen von ihrem bereits erschienen Material.
Die Songs des Albums stehen und fallen mit Bethanys hellem Sopran, der in besonders knatschigen Momenten an Bangles-Frontfrau Susanna Hoffs erinnert. Textlich geht es der Songwriterin jedoch weniger um epischer Tiefe und Metaphernreichtum. Vielmehr verleiht sie ihrer Sehnsucht nach ihrem Verflossenen Ausdruck durch Wiederholungen von Versen wie „I miss you so much“ („I Want To“) und trauernden „Uhuuu's („The End“). Dass das Verlangen aber nicht immer weinerlich klingen muss, beweisen krachig rotzige Songs wie „Happy“ und „Goodbye“. Dabei wundert es nicht, dass auch Sonic Youth-Frontmann Thurston Moore bereits zu den Fans der Band zählt.
Es wäre einfach, diese Band zu kritisieren. Sie sind weder herausstehenden Musiker, noch besonders originelle Songwriter. Seltsamerweise tut das aber auch kaum jemand. Das zeigen positive Reaktion aus den Reihen der Musikkritiker und -konsumenten. Es ist anscheinend gerade der simple, selbstgemachte Sound, der diese Band so charmant macht. Einige mögen auf das Debüt zwar mit einem schnippischem „Das könnte ich auch!“ reagieren. Die Euphorie um die Band zeigt jedoch, dass viele dankbar dafür sind, dass Best Coast ihnen wieder zeigen, wie einfach alles sein kann. Die Verarbeitung von Liebeskummer und das Musikmachen.
Laura Gertken
VÖ: 20.08.2010
Label: Cooperative Music (Universal)
Tracklist:
01. Boyfriend
02. Crazy For You
03. The End
04. Goodbye
05. Summer Mood
06. Our Deal
07. I Want To
08. When The Sun Don't Shine
09. Bratty B
10. Honey
11. Happy
12. Each And Everyday

Wäre „Crazy For You“ ein Konzeptalbum, der thematische Oberbegriff würde „Teenagerliebe“ lauten. „I wish he was my boyfriend“ ist die Zeile, die uns als erstes entgegenschallt. Und dieser Vers fasst die 28-Minuten-kurze Scheibe auch schon zusammen: Sängerin Bethany würde zwar gerne, kann aber nicht mit ihrem Schwarm zusammen sein.
Das emsige Hin- und Hergeschreibe von Best Coast-Frontfrau Bethany Cosentino und Wavves-Sänger Nathan Williams bei Twitter legt nahe, dass es sich bei dem Besungenen um eben jenes Enfant Terrible handelt. Demnach sind die beiden auch schon wieder zusammen, was zumindest eine homogene musikalische Liaison aus ihnen macht. Beide Bands verschreiben sich nämlich dem hausgemachten DIY-Sound und machen auf diese Weise den Lo/Fi wieder salonfähig. Es darf wieder knatschen, hallen und scheppern - mal mehr (Wavves) und mal weniger (Best Coast).
Dabei wird weder viel Wert auf textliche Tiefe gelegt, noch auf musikalische Virtuosität. Obgleich Frontfrau Bethany auch schon in komplexere musikalische Projekte verstrickt war, widmete sie sich mit ihrer Vorgänger-Band Pocahaunted noch experimentellen psychedelischen Sounds. Privat schlug ihr Herz aber schon damals für Strand-Musik der 60er Jahre. Das wurde der Sängerin besonders klar, als sie für ein Praktikum ihre Heimatstadt L.A. verlassen musste und nach New York umsiedelte. Um sich zumindest akustisch an die Westküste zurückzuversetzen, lagen bei der Vinyl-Liebhaberin stets Surf-Pop-Bands wie die Beach Boys und Everly Brothers unter der Plattenspielernadel. Die Idee für eine Surf-Pop-Band war somit geschmiedet und Bethany kehrte zurück nach Kalifornien, tat sich mit dem technisch-versierteren Gitarristen Bobb Bruno zusammen und gründete Best Coast.
Best Coast - "When I'm With You"
Im Zimmer von Bobb Bruno nahmen sie ihre ersten 7'' auf, die sie später über Indie-Labels von Freunden veröffentlichten. Auch wenn die Singles zunächst nur auf Vinyl erschienen, fanden sie bald ihren Weg ins World Wide Web und so kam es, dass Bethany und Bobb zusammen mit Ex-Vivian Girls-Schlagzeugerin Ali Koehler durch Europa tourten, ohne überhaupt ein Album dabei zu haben. Das liefert die Band jetzt mit "Crazy For You" nach und verzichtet dabei auf faule Zweitverwertungen von ihrem bereits erschienen Material.
Die Songs des Albums stehen und fallen mit Bethanys hellem Sopran, der in besonders knatschigen Momenten an Bangles-Frontfrau Susanna Hoffs erinnert. Textlich geht es der Songwriterin jedoch weniger um epischer Tiefe und Metaphernreichtum. Vielmehr verleiht sie ihrer Sehnsucht nach ihrem Verflossenen Ausdruck durch Wiederholungen von Versen wie „I miss you so much“ („I Want To“) und trauernden „Uhuuu's („The End“). Dass das Verlangen aber nicht immer weinerlich klingen muss, beweisen krachig rotzige Songs wie „Happy“ und „Goodbye“. Dabei wundert es nicht, dass auch Sonic Youth-Frontmann Thurston Moore bereits zu den Fans der Band zählt.
Es wäre einfach, diese Band zu kritisieren. Sie sind weder herausstehenden Musiker, noch besonders originelle Songwriter. Seltsamerweise tut das aber auch kaum jemand. Das zeigen positive Reaktion aus den Reihen der Musikkritiker und -konsumenten. Es ist anscheinend gerade der simple, selbstgemachte Sound, der diese Band so charmant macht. Einige mögen auf das Debüt zwar mit einem schnippischem „Das könnte ich auch!“ reagieren. Die Euphorie um die Band zeigt jedoch, dass viele dankbar dafür sind, dass Best Coast ihnen wieder zeigen, wie einfach alles sein kann. Die Verarbeitung von Liebeskummer und das Musikmachen.
Laura Gertken
VÖ: 20.08.2010
Label: Cooperative Music (Universal)
Tracklist:
01. Boyfriend
02. Crazy For You
03. The End
04. Goodbye
05. Summer Mood
06. Our Deal
07. I Want To
08. When The Sun Don't Shine
09. Bratty B
10. Honey
11. Happy
12. Each And Everyday




Wie "Crazy For You" steht drauf und es ist nicht David Hasselhoff drin? Sch****!
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