The E.N.D. (The Energy Never Dies)

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"The E.N.D." ist da, um die Medien und Clubs diesen Sommer in Beschlag zu nehmen. Dabei sind die Black Eyed Peas elektronischer als je zuvor.

Als gestandene Hip Hop Crew kamen sie aus dem Untergrund. Von Rap bis Breakdance bedienten sie alles, was notwendig ist, um "street-credibel" zu sein. Dann schlugen sie eine kommerzielle Richtung ein, holte die ansehnliche Stacy Ferguson (besser bekannt als Fergie) ins Boot und die Charts wurden annektiert. Seither produzieren die Black Eyed Peas Hits am Fließband, bleiben aber trotz Mainstream-Anspruch abwechslungsreich. So auch im neuen "The E.N.D.", ein Album, was sich vornehmlich auf Dance, Electro, Dancehall und House konzentriert.

"Boom Boom Pow" schallt es schon in den Wochen vor Release des Albums aus den Boxen. Die neue stilistische Ausrichtung die Hip Hop Crew um Mastermind Will.i.am kommt dem Konsumenten mit dem digitalen Holzhammer entgegen. In feinster Kanye West-Manier rappen roboterhaft die Auto-Tune verfremdeten Stimmen, was kein Einzelfall auf "The E.N.D." darstellt. Dazu ein aufwendiges Video in futuristischer Computer Ästhetik.

Kurzerhand wurde die erste Single auch zum Opener erkoren, dem nur ein kurzes Roboter-Stimmen-Intro zuvorkommt. Dieses greift lehrerhaft das Akronym des Albumtitels auf, um quantenphysikalisch zu erklären, dass Energie nicht verloren geht ("Energy Never Dies"). Und schon beginnt die spacige Fahrt durch treibendes Material. Für den massiven Sound sorgen entsprechende Produzenten wie MSTRKRFT, die französische House-Legende David Guetta oder Keith Harris, die Will zur Perfektion seines Dance-Punks hinzuzog.

Genregrenzen werden dabei rigoros weggebeamt, so dass ungehindert vom Dancehall-Vibe des Titels "Electric City" zum eher Country-Rockingen in "Now Generation" gesprungen werden kann. Im humanistischen "One Tribe" finden sich afrikanische Anklänge, während in feinster Ibiza-Sommer-Hit-Manier bei "Party All The Time" der klassischen Club-Philosophie Platz machen muss ("Throw your hands...").

Die Rapper Taboo und Apl.de.ap liefern wie üblich neben Will solide Beiträge und Fergie setzt die melodischen Akzente ohne die Fans intellektuell zu überfordern. Hinzu gesellt sich die gesamte digitale Effektpallette. Synthies und Vocoder-Klänge reichen sich die Hand. Organische Sounds oder gar das Remake eines Klassikern à la "Mas Que Nada" von Sergio Mendes bleiben aus. Durch kurze Bläser- und Gesangs-Samples sowie eine groovige Bassline stellt "Out Of My Head" noch das unsynthetischste Stück des Albums dar. Ansonsten wird durchweg gebounct und geraved.

Effekt-beladen, stimmenverfremdet und überwiegend synthetisch glorifizieren die Black Eyed Peas flächendeckend auch 2009 die Party-Kultur. Inhaltliche und musikalische Alternativen bzw. Verschnaufpausen bilden die Ausnahme. "The E.N.D." stellt dadurch einen weiteren Meilenstein ihrer kommerziellen, massentauglichen Pop-Musik dar. Das Richtige, um den urbanen Alltag hinter sich zu lassen und unbeschwert der Club-Nacht zu frönen.

Kai-Uwe Weser


VÖ: 05.06.2009

Label:
Interscope

Tracklist:
01. Boom Boom Pow
02. Rock That Body
03. Meet Me Halfway
04. Imma Be
05. I Gotta Feeling
06. Alive
07. Missing You
08. Ring-A-Ling
09. Party All the Time
10. Out of My Head
11. Electric City
12. Showdown
13. Now Generation
14. One Tribe
15. Rockin to the Beat

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