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Blackmail
Blackmail: Tempo Tempo
Das leidige Ding mit den Erwartungen: Da schafft es eine bis dato unbekannte Indie-Band aus dem idyllischen Kleinstadt-Kaff Koblenz zwischen Rhein und Mosel schon auf ihrem selbstbetitelten Debüt, und erst Recht auf dem Nachfolger "Science Fiction", reifer, sattelfester und durstiger zu klingen, als so manche englische oder us-amerikanische Durchschnittsrockband, die den Durchbruch frühzeitig gepackt hat - und zack ist die neue deutsche Rockhoffnung geboren.
Blackmail: Tempo Tempo - Trailer
Was zu "Bliss, Please"-Zeiten 2001 und dem kleinen Single-Hit "Same Sane" noch Segen war, entwickelte sich fortan zum Fluch für Blackmail. In die Verkaufsliga von Export-Schlagern wie Rammstein, den Guano Apes oder, im Kleineren, den Beatsteaks, stiegen sie nie auf. Nicht mit "Friend or Foe?", erst recht nicht mit "Aerial View". Sänger Aydo Abay, dank seiner bisweilen nervig-egalen, aber markanten Stimme ein Trademark von Blackmail, tobte sich nebenher mit Projekten wie Ken oder Dazerdoreal aus, während der musikalische Mastermind Kurt Ebelhäuser seinem Ruf als Pharrell Williams der deutschen Indieszene alle Ehre machte und neben Blackmail selbst Bands wie Union Youth, Harmful oder die Donots produzierte und mit Scumbucket musizierte. Hätte man von Blackmail also nichts mehr gehört - man hätte sich nur wenig gewundert, um gleich darauf zur Tagesordnung zurückzukehren.
Und jetzt kehren Blackmail plötzlich und ohne jede externe Erwartungshaltung selbst zurück: "Tempo Tempo" heißt ihr sechstes Album, auf dem sich Abay, die Gebrüder Ebelhäuser und Mario Matthias immer noch gekonnt zwischen Noiserock und alternativer Popmusik bewegen, aber seit langer Zeit wieder das gemacht haben, was sie wollten - und nicht, wie sie könnten, wenn sie wollten wie andere es wollten. Diffus? Keineswegs. Zu straight spielen Blackmail schon im Opener "False Medication" auf und machen so 14 Songs lang weiter. Chöre und ständige Soundspielereien unterstreichen das Bild einer Band, die jünger klingt, als sie mittlerweile ist. Blackmail wissen, was sie tun, und das machen sie auf "Tempo Tempo" so gut, dass Indie-Deutschland letzten Endes doch froh sein kann, eine ihrer glaubwürdigsten Bands nicht an den Mainstream verloren zu haben. Denn das wird mit "Tempo Tempo" auch nicht mehr passieren.
Text: Fabian Soethof
Label: City Slang/Universal
VÖ: 28.03.2008
Tracklist:
01. False Medication
02. Mine Me I
03. (Feel it) Day By Day
04. The Good Part
05. Its Always A Fuse To Live At Full Blast
06. Shshshame
07. Speedluv
08. U Sound
09. The Mentalist
10. Swinging Exit Pleasure
11. Pas de Tristesse
12. So Long Goodbye
13. The Sensualist
14. Tempo Tempo
Blackmail: Tempo Tempo - Trailer
Was zu "Bliss, Please"-Zeiten 2001 und dem kleinen Single-Hit "Same Sane" noch Segen war, entwickelte sich fortan zum Fluch für Blackmail. In die Verkaufsliga von Export-Schlagern wie Rammstein, den Guano Apes oder, im Kleineren, den Beatsteaks, stiegen sie nie auf. Nicht mit "Friend or Foe?", erst recht nicht mit "Aerial View". Sänger Aydo Abay, dank seiner bisweilen nervig-egalen, aber markanten Stimme ein Trademark von Blackmail, tobte sich nebenher mit Projekten wie Ken oder Dazerdoreal aus, während der musikalische Mastermind Kurt Ebelhäuser seinem Ruf als Pharrell Williams der deutschen Indieszene alle Ehre machte und neben Blackmail selbst Bands wie Union Youth, Harmful oder die Donots produzierte und mit Scumbucket musizierte. Hätte man von Blackmail also nichts mehr gehört - man hätte sich nur wenig gewundert, um gleich darauf zur Tagesordnung zurückzukehren.
Und jetzt kehren Blackmail plötzlich und ohne jede externe Erwartungshaltung selbst zurück: "Tempo Tempo" heißt ihr sechstes Album, auf dem sich Abay, die Gebrüder Ebelhäuser und Mario Matthias immer noch gekonnt zwischen Noiserock und alternativer Popmusik bewegen, aber seit langer Zeit wieder das gemacht haben, was sie wollten - und nicht, wie sie könnten, wenn sie wollten wie andere es wollten. Diffus? Keineswegs. Zu straight spielen Blackmail schon im Opener "False Medication" auf und machen so 14 Songs lang weiter. Chöre und ständige Soundspielereien unterstreichen das Bild einer Band, die jünger klingt, als sie mittlerweile ist. Blackmail wissen, was sie tun, und das machen sie auf "Tempo Tempo" so gut, dass Indie-Deutschland letzten Endes doch froh sein kann, eine ihrer glaubwürdigsten Bands nicht an den Mainstream verloren zu haben. Denn das wird mit "Tempo Tempo" auch nicht mehr passieren.
Text: Fabian Soethof
VÖ: 28.03.2008
Tracklist:
01. False Medication
02. Mine Me I
03. (Feel it) Day By Day
04. The Good Part
05. Its Always A Fuse To Live At Full Blast
06. Shshshame
07. Speedluv
08. U Sound
09. The Mentalist
10. Swinging Exit Pleasure
11. Pas de Tristesse
12. So Long Goodbye
13. The Sensualist
14. Tempo Tempo
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ein verdammt gutes album, ich würd gar die behauptung loslassen, dass dieses kunstwerk besser ist als das alte!
danke für solch ein gutes album, danke...
lg sky
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