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Bodi Bill
Bodi Bill: What?
Ohne Herausforderungen sind diese Herren nicht glücklich. Mit "What?" haben sie sich einer großen gestellt: sich selbst zu übertreffen.

Bodi Bill schafften auf ihren zwei vorangegangenen Platten das, woran vor ihnen viele verzweifelten. Sie zählen zu den vielleicht wichtigsten Vertretern des Elektro-Folk, bedienen sich aus den unterschiedlichsten Sound- und Klangwelten und kreieren daraus am Ende eine komplexe Mixtur, auf die sich gleichermaßen Fans von digitalen und analogen Genres verständigen können. Unzählige Sound-Schichten übereinander zu legen, diese mit klassischen Instrumenten zu vermengen und dabei trotzdem noch Ruhe und Versiertheit zu bewahren, ist eine Kür. Dieser wird sich auf "What?" erneut angenommen.
Mit "No More Wars" und "Next Time" setzte das Berliner Trio seine Messlatte sehr hoch. Filigrane und zerbrechliche Linien trafen dort auf sehr konstante und geradlinige Beats, die sich mal mehr, mal weniger prägnant durch weite Teile ihrer Songs schoben. Auch auf "What?" haben sie diesen Stil beibehalten. Was sich jedoch früher unmittelbar im Gehörgang des Konsumenten festsetzte, braucht auf diesem Album ein paar mehr Anläufe. Bodi Bill haben ihr neues Werk noch stärker beladen, sich sehr auf die Geschlossenheit der einzelnen Tracks konzentriert, dabei jedoch ein wenig vom Albumfluss eingebüßt. Eine Neuerung: vordergründige Violinen- oder Pianoparts sind seltener geworden. Dafür finden sich viel häufiger Einsätze von E-Bass und Gitarre, die der Band jedoch überaus gut zu Gesicht stehen.
Bodi Bill - "Brand New Carpet"
Mit "Paper" startet die Platte sehr zurückhaltend. Die Stimme von Sänger Fabian Fenk ist stellenweise großzügig mit Hall bestückt und erzeugt auf Anhieb eine besondere, leicht mystische Atmosphäre. Insgesamt wirkt der Titel eher indirekt, strahlt aber dennoch eine sehr einladende Wärme aus, die durch ein naturalistisches Schlagzeug und vor sich hinplätschernde Gitarren verstärkt wird. Im folgenden "Brand New Carpet" gibt es die für Bodi Bill so typischen Synths, die sich staccatohaft und mit geradlinigem Beat unterlegt über den gesamten Song ziehen. Nach einem technoiden Ausflug in "Pyramid" findet die Platte beim Titeltrack wieder einen Ruhepol. Ein wenig überladen von zu vielen Melodien verirrt sich dieser jedoch leider im Verlauf ein wenig in seinem eigenen Soundlabyrinth. Ein Highlight gelingt Bodi Bill mit dem folgenden "Garden Dress", einer gefühlvollen Ballade mit Portishead-Zügen, die eine wohlige "Roads"-Gänsehaut mit sich bringt.
Mit "Friends" endet die Platte in einem ausgiebigen Instrumentaltrack, in dem das Trio noch einmal alle elektronischen Register zieht und sich in den verschiedensten Klangsphären austobt. Es ist ein bisschen, als würden sie sich mit diesem Titel ihre eigene Aftershow-Party schaffen und sich noch einmal auf ihr Debüt besinnen. Nach ereignisreichen 50 Minuten entlassen Bodi Bill den Hörer aus ihrer Soundwelt und lassen ihn leider nach dem ersten Durchlauf ein bisschen im Regen stehen - dieser umfangreiche Input muss ersteinmal verarbeitet werden.
"What?" ist über weite Teile sehr komplex arrangiert und mit viel Liebe zum Detail ausgestattet, an einigen Stellen jedoch wünscht man sich ein bisschen weniger von allem. Ihnen ist erneut ein vielschichtiges Album gelungen, das seine Wirkung aber erst nach mehrmaligem Hören entfachen kann. Für gestandene Freunde dieser Band wird das kein Problem sein, allen anderen sei jedoch vor dem Hörgenuss empfohlen, sich mit den beiden Vorgängern zu beschäftigen.
Alex Beyer
VÖ: 18.03.2011
Label: Sinnbus
Tracklist:
01. Paper
02. Brand New Carpet
03. Pyramiding
04. What
05. Garden Dress
06. The Net
07. And Patience
08. Hotel
09. Sea Foam
10. Friends

Bodi Bill schafften auf ihren zwei vorangegangenen Platten das, woran vor ihnen viele verzweifelten. Sie zählen zu den vielleicht wichtigsten Vertretern des Elektro-Folk, bedienen sich aus den unterschiedlichsten Sound- und Klangwelten und kreieren daraus am Ende eine komplexe Mixtur, auf die sich gleichermaßen Fans von digitalen und analogen Genres verständigen können. Unzählige Sound-Schichten übereinander zu legen, diese mit klassischen Instrumenten zu vermengen und dabei trotzdem noch Ruhe und Versiertheit zu bewahren, ist eine Kür. Dieser wird sich auf "What?" erneut angenommen.
Mit "No More Wars" und "Next Time" setzte das Berliner Trio seine Messlatte sehr hoch. Filigrane und zerbrechliche Linien trafen dort auf sehr konstante und geradlinige Beats, die sich mal mehr, mal weniger prägnant durch weite Teile ihrer Songs schoben. Auch auf "What?" haben sie diesen Stil beibehalten. Was sich jedoch früher unmittelbar im Gehörgang des Konsumenten festsetzte, braucht auf diesem Album ein paar mehr Anläufe. Bodi Bill haben ihr neues Werk noch stärker beladen, sich sehr auf die Geschlossenheit der einzelnen Tracks konzentriert, dabei jedoch ein wenig vom Albumfluss eingebüßt. Eine Neuerung: vordergründige Violinen- oder Pianoparts sind seltener geworden. Dafür finden sich viel häufiger Einsätze von E-Bass und Gitarre, die der Band jedoch überaus gut zu Gesicht stehen.
Bodi Bill - "Brand New Carpet"
Mit "Paper" startet die Platte sehr zurückhaltend. Die Stimme von Sänger Fabian Fenk ist stellenweise großzügig mit Hall bestückt und erzeugt auf Anhieb eine besondere, leicht mystische Atmosphäre. Insgesamt wirkt der Titel eher indirekt, strahlt aber dennoch eine sehr einladende Wärme aus, die durch ein naturalistisches Schlagzeug und vor sich hinplätschernde Gitarren verstärkt wird. Im folgenden "Brand New Carpet" gibt es die für Bodi Bill so typischen Synths, die sich staccatohaft und mit geradlinigem Beat unterlegt über den gesamten Song ziehen. Nach einem technoiden Ausflug in "Pyramid" findet die Platte beim Titeltrack wieder einen Ruhepol. Ein wenig überladen von zu vielen Melodien verirrt sich dieser jedoch leider im Verlauf ein wenig in seinem eigenen Soundlabyrinth. Ein Highlight gelingt Bodi Bill mit dem folgenden "Garden Dress", einer gefühlvollen Ballade mit Portishead-Zügen, die eine wohlige "Roads"-Gänsehaut mit sich bringt.
Mit "Friends" endet die Platte in einem ausgiebigen Instrumentaltrack, in dem das Trio noch einmal alle elektronischen Register zieht und sich in den verschiedensten Klangsphären austobt. Es ist ein bisschen, als würden sie sich mit diesem Titel ihre eigene Aftershow-Party schaffen und sich noch einmal auf ihr Debüt besinnen. Nach ereignisreichen 50 Minuten entlassen Bodi Bill den Hörer aus ihrer Soundwelt und lassen ihn leider nach dem ersten Durchlauf ein bisschen im Regen stehen - dieser umfangreiche Input muss ersteinmal verarbeitet werden.
Alex Beyer
VÖ: 18.03.2011
Label: Sinnbus
Tracklist:
01. Paper
02. Brand New Carpet
03. Pyramiding
04. What
05. Garden Dress
06. The Net
07. And Patience
08. Hotel
09. Sea Foam
10. Friends
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