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Tomte
Tomte: Buchstaben über der Stadt
Mit Gott hat er sich geprügelt ("Was Den Himmel Erhellt"), er kennt Frauen, die ihre Katzen "Links" und "Rechts" getauft haben ("Walter & Gail") und er lebt sich durch eines der schönsten Leben mit den schönsten Songs der Welt ("Geigen bei 'Wonderful World'"): Thees Uhlmann. Der Tomte-Sänger und Mitbegründer des 'Grand Hotel van Cleef'-Labels und neuerdings als daraus resultierende Konsequenz in der Rolle der Indie erklärenden Gallionsfigur tätig, weiß, wovon es sich zu singen lohnt.
Zwar dürfte für ihn diese just zugetragene Rolle des Indie-Erklärer ungewohnt aber keineswegs ungerechtfertigt sein, denn das für diese Rolle zugrunde liegende Soll hat Thees Uhlmann locker erfüllt.
Wohl kaum ein anderes Label hat einen dermaßen konstant guten Katalog; wohl kaum eine Band hat dermaßen konstant gute Alben veröffentlicht, die - und das muss man auch "Buchstaben Über Der Stadt" bedingungslos zugestehen - das vorhergegangene, eigentlich unschlagbar gedachte Album jeweils wieder übertrafen.
"Buchstaben Über Der Stadt", das vierte Album der mittlerweile zum Quintett gereiften Tomte, wird von so viel Medienaufwand (siehe hier!) begeleitet, dass es keine große Prophezeiungskunst bedarf, der Band schon vorab der Veröffentlichung zum "Durchbruch" gratulieren zu können: der Videoclip zur ersten Single "Ich Sang Die Ganze Zeit Von Dir" habe ich bereits nach einer Woche öfters gesehen als sämtliche anderen Videoclips der Band in den letzten fünf Jahren zusammen; das Album steht in der deutschen Filiale des größten amerikanischen Internet-Buchhändlers in den Top 5 und selbst die Kollegen und Kolleginnen von den aufklappbaren Männermagazinen und den pocketformatigen Style-Gazetten rezensieren das neue Album in einer nie gedachten Reichweite - so als wolle man all das über Tomte nachholen, was man bei drei vorhergehenden Alben einstimmig verpennt hat. Immerhin, es wird ihnen nun jene Aufmerksamkeit zuteil, die sie schon mit dem 2000er Zweiling "Eine Sonnige Nacht" verdient gehabt hätten und es schickt sich jener Erfolg an, der über Tomte mit dem grandiosen 2003er "Hinter All Diesen Fenstern" schon hätte einbrechen müssen.
Dass das aufgedunsene und bestellt wirkende Supergenre "Indie" nicht ganz unschuldig am neu gefundenen Interesse für Tomte ist, steht außer Frage. Doch der Tomte'sche Indie-Rock-Entwurf - der Melodiewahn der The Smiths und der Stallgeruch samt Bierdurst des Brit-Pop treffen auf den Kopf und die Textfreude der Hamburger Schule - lässt sich im Bundesvision-Song-Contest-Indie dieser Tage nur schwer verorten. Den Arctic Monkeys fühle er sich näher als Juli, gesteht Thees Uhlmann im Uncut-Interview . Wie wahr.
(Wie bringt man eigentlich Englisch sprechenden Menschen Tomte nah? Heißen "Tomte" auf Englisch "Tom-ti", so wie "Nai-ki" und "Ethan Haw-ki? Weiß es wer?)
Text: Heiko Reusch
Zwar dürfte für ihn diese just zugetragene Rolle des Indie-Erklärer ungewohnt aber keineswegs ungerechtfertigt sein, denn das für diese Rolle zugrunde liegende Soll hat Thees Uhlmann locker erfüllt.
"Buchstaben Über Der Stadt", das vierte Album der mittlerweile zum Quintett gereiften Tomte, wird von so viel Medienaufwand (siehe hier!) begeleitet, dass es keine große Prophezeiungskunst bedarf, der Band schon vorab der Veröffentlichung zum "Durchbruch" gratulieren zu können: der Videoclip zur ersten Single "Ich Sang Die Ganze Zeit Von Dir" habe ich bereits nach einer Woche öfters gesehen als sämtliche anderen Videoclips der Band in den letzten fünf Jahren zusammen; das Album steht in der deutschen Filiale des größten amerikanischen Internet-Buchhändlers in den Top 5 und selbst die Kollegen und Kolleginnen von den aufklappbaren Männermagazinen und den pocketformatigen Style-Gazetten rezensieren das neue Album in einer nie gedachten Reichweite - so als wolle man all das über Tomte nachholen, was man bei drei vorhergehenden Alben einstimmig verpennt hat. Immerhin, es wird ihnen nun jene Aufmerksamkeit zuteil, die sie schon mit dem 2000er Zweiling "Eine Sonnige Nacht" verdient gehabt hätten und es schickt sich jener Erfolg an, der über Tomte mit dem grandiosen 2003er "Hinter All Diesen Fenstern" schon hätte einbrechen müssen.
Dass das aufgedunsene und bestellt wirkende Supergenre "Indie" nicht ganz unschuldig am neu gefundenen Interesse für Tomte ist, steht außer Frage. Doch der Tomte'sche Indie-Rock-Entwurf - der Melodiewahn der The Smiths und der Stallgeruch samt Bierdurst des Brit-Pop treffen auf den Kopf und die Textfreude der Hamburger Schule - lässt sich im Bundesvision-Song-Contest-Indie dieser Tage nur schwer verorten. Den Arctic Monkeys fühle er sich näher als Juli, gesteht Thees Uhlmann im Uncut-Interview . Wie wahr.
(Wie bringt man eigentlich Englisch sprechenden Menschen Tomte nah? Heißen "Tomte" auf Englisch "Tom-ti", so wie "Nai-ki" und "Ethan Haw-ki? Weiß es wer?)
Text: Heiko Reusch
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