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Bush
Bush: The Sea Of Memories
Lethargisch, weichgespült und austauschbar: Nach zehn Jahren Pause hätte man von den Mannen um Frontmann Gavin Rossdale wahrlich etwas mehr erwarten können.

(Foto: earMUSIC)
Im mittlerweile unübersichtlichen Reunion-Dschungel, der sich über die letzten Jahre flächendeckend ausgebreitet hat, hat das Comeback um das ehemalige britische Rock-Flagschiff Bush eher bescheidenes Interesse geweckt. Das mag viele Gründe haben. Zum einen gesellt sich mit Drummer Robin Goodridge nur noch ein Gründungsmitglied an die Seite von Band-Beau Gavin Rossdale, und zum anderen ist der smarte Barde auch heute noch damit beschäftigt die Scherben aufzufegen, die sein unterirdischer "Wanderlust"-Soloausflug anno 2009 hinterlassen hat. Zudem sorgte die Wahl des Produzenten Bob Rock (The Offspring, Michael Bublé) für weiteres Schaudern bei den Fans der ersten Stunde, erwies sich der kanadische Knopfdreher in den vergangenen Jahren doch eher als Freund glattgebügelter Pakete.
Günstige Konstellationen sehen wahrlich anders aus. Und gleich beim Opener "The Mirror Of The Signs" meint man der skeptischen Gefolgschaft vergangener Tage Recht geben zu müssen, denn selten klang das Bush-Fundament poppiger und Rossdales Stimme weichgespülter als dieser Tage. Das ändert sich auch auf den weiteren elf Songs nur unwesentlich. Die kurzweilige Sperrigkeit zu Beginn erweist sich lediglich als Strohfeuer. Mit Beginn des Folgetracks "The Sound Of Winter" herrscht fortan kantenlose Eingängigkeit. Die glänzt zwar auf Songs wie "After Life" oder "All My Life" im Verbund mit dem typisch Rossdaleschen Gespür für Stadien-Refrains, bietet letztlich aber nur ein kurzes Aufflackern in einer ansonsten eher wenig erleuchtenden Produktion.
Bush – "The Sound Of Winter"
Ein Song wie "Red Light" ist so austauschbar wie ein Legostein im Zimmer eines Dreijährigen und präsentiert sich als belangloses Füllmaterial. "All Night Doctors", der klägliche und plumpe Versuch an "Glycerine"-Momente anzuknüpfen, kommt schon fast einem musikalischen Offenbarungseid gleich, ehe die vier Insulaner Einsicht zeigen und zur zweiten Hälfte des Album wenigstens ansatzweise wieder Boden gutmachen. Das gelingt vor allem mit "Stand Up", einer der wenigen Songs, die mit Unberechenbarkeit punkten. Auch auf "She's A Stallion" und "The Heart Of The Matter" beweist sich Rossdale als Songwriter, der eigentlich weiß, wie es geht. Leider tut er das insgesamt aber zu selten. Auch der Versuch, das Album punktuell mit zeitgemäßen elektronischen Arrangements aufzupeppen, geht nach hinten los. Was für innovative Momente sorgen sollte, wird vom poppigen Gesamtgewand einfach verschluckt und sticht nicht mehr heraus als ein Siebentausender im Himalaya.

(Foto: earMUSIC)
"The Sea Of Memories" verkommt letztlich zur Massenware, mit der man vielleicht zwischen "The Science Of Things" und "Golden State" hätte leben können. Für ein Comeback-Album nach zehn Jahren Pause blutet einem nach dem Gehörten allerdings fast schon das Herz.
Kai Butterweck
VÖ: 28.10.2011
Label: earMUSIC
Tracklist:
01. The Mirror Of The Signs
02. The Sound Of Winter
03. All My Life
04. The Afterlife
05. All Night Doctors
06. Baby Come Home
07. Red Light
08. She's A Stallion
09. I Believe In You
10. Stand Up
11. The Heart Of The Matter
12. Be Still My Love

(Foto: earMUSIC)
Im mittlerweile unübersichtlichen Reunion-Dschungel, der sich über die letzten Jahre flächendeckend ausgebreitet hat, hat das Comeback um das ehemalige britische Rock-Flagschiff Bush eher bescheidenes Interesse geweckt. Das mag viele Gründe haben. Zum einen gesellt sich mit Drummer Robin Goodridge nur noch ein Gründungsmitglied an die Seite von Band-Beau Gavin Rossdale, und zum anderen ist der smarte Barde auch heute noch damit beschäftigt die Scherben aufzufegen, die sein unterirdischer "Wanderlust"-Soloausflug anno 2009 hinterlassen hat. Zudem sorgte die Wahl des Produzenten Bob Rock (The Offspring, Michael Bublé) für weiteres Schaudern bei den Fans der ersten Stunde, erwies sich der kanadische Knopfdreher in den vergangenen Jahren doch eher als Freund glattgebügelter Pakete.
Günstige Konstellationen sehen wahrlich anders aus. Und gleich beim Opener "The Mirror Of The Signs" meint man der skeptischen Gefolgschaft vergangener Tage Recht geben zu müssen, denn selten klang das Bush-Fundament poppiger und Rossdales Stimme weichgespülter als dieser Tage. Das ändert sich auch auf den weiteren elf Songs nur unwesentlich. Die kurzweilige Sperrigkeit zu Beginn erweist sich lediglich als Strohfeuer. Mit Beginn des Folgetracks "The Sound Of Winter" herrscht fortan kantenlose Eingängigkeit. Die glänzt zwar auf Songs wie "After Life" oder "All My Life" im Verbund mit dem typisch Rossdaleschen Gespür für Stadien-Refrains, bietet letztlich aber nur ein kurzes Aufflackern in einer ansonsten eher wenig erleuchtenden Produktion.
Bush – "The Sound Of Winter"
Ein Song wie "Red Light" ist so austauschbar wie ein Legostein im Zimmer eines Dreijährigen und präsentiert sich als belangloses Füllmaterial. "All Night Doctors", der klägliche und plumpe Versuch an "Glycerine"-Momente anzuknüpfen, kommt schon fast einem musikalischen Offenbarungseid gleich, ehe die vier Insulaner Einsicht zeigen und zur zweiten Hälfte des Album wenigstens ansatzweise wieder Boden gutmachen. Das gelingt vor allem mit "Stand Up", einer der wenigen Songs, die mit Unberechenbarkeit punkten. Auch auf "She's A Stallion" und "The Heart Of The Matter" beweist sich Rossdale als Songwriter, der eigentlich weiß, wie es geht. Leider tut er das insgesamt aber zu selten. Auch der Versuch, das Album punktuell mit zeitgemäßen elektronischen Arrangements aufzupeppen, geht nach hinten los. Was für innovative Momente sorgen sollte, wird vom poppigen Gesamtgewand einfach verschluckt und sticht nicht mehr heraus als ein Siebentausender im Himalaya.

(Foto: earMUSIC)
"The Sea Of Memories" verkommt letztlich zur Massenware, mit der man vielleicht zwischen "The Science Of Things" und "Golden State" hätte leben können. Für ein Comeback-Album nach zehn Jahren Pause blutet einem nach dem Gehörten allerdings fast schon das Herz.
Kai Butterweck
VÖ: 28.10.2011
Label: earMUSIC
Tracklist:
01. The Mirror Of The Signs
02. The Sound Of Winter
03. All My Life
04. The Afterlife
05. All Night Doctors
06. Baby Come Home
07. Red Light
08. She's A Stallion
09. I Believe In You
10. Stand Up
11. The Heart Of The Matter
12. Be Still My Love
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