Replacing Space

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Chase the Dragon: Replacing Space

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Es ist der letzte Moment vor dem Einschlafen. Das Taumeln zwischen Geräusch und Stille. Das Wanken zwischen Euphorie und Bitterkeit. Wenn die Augen flimmern, bevor sich die Lider schließen. Hätte dieser Moment eine Melodie, sie würde klingen, wie das, was Chase the Dragon erneut so wunderbar in Töne kleiden.

Bereits bei der Debüt-EP des Magdeburger Indie-Pop-Duos „[Post] Ironic“ im Jahr 2006 hatte man Mühe die Augen wieder zu öffnen, bevor nicht der letzte Ton verklungen war. „Fragile Strukturen mit hoher Melancholiedichte“, versuchte sich popfrontal.de etwas schwerfällig an der Beschreibung der federleichten Songs. „Einige Stellen werden viele andere Bands jetzt schon nicht mehr toppen können“, traf roteraupe.de den Nagel schon eher auf den Kopf.

„Soundtechnisch direkter, näher dran“, sollte die zweite EP „Replacing Space“ laut Sänger und Gitarrist Robin Kellermann werden, „sehr rund und persönlich“. Entstanden sind 19 Minuten sphärischer Popsongs, von denen man jede Sekunde auskosten möchte. Jeder Song ist eine neue schimmernde Seifenblase, die durch ihre eigene zauberhafte Klangwelt fliegt.

Sachte klimpert das Keyboard im Opener „The names of the lands we had crossed“, zaghaft schleicht sich der fragile Gesang zwischen die Akkorde. Und über allem schweben fast schwerelose Synthesizerklänge. Mit jedem Ton beginnt eine neue Geschichte. Vom Wind, den wir atmen. Von den wiegenden Formen der Bäume. Und der Einsatz der Akustikgitarre erhebt die einfache Grundstruktur zu einem wunderbar dichten Popmärchen.
Vogelgezwitscher und das Rauschen der Bergbäche holen einen zu Beginn von „The lasting“ für einen winzigen Moment in die Realität zurück. „Wer ganz genau hinhört, kann vielleicht die Hüttenuhr ticken hören“, verrät Robin Kellermann. Für die Aufnahmen hatten er und seine musikalische rechte Hand Mathias Schieweck sich in eine österreichische Almhütte zurückgezogen. Die Original-Naturaufnahmen werden schon bald von überirdisch anmutenden Orgelklängen abgelöst. Und wieder fallen die Lider zu, und wollen nicht mehr aufgehen.

„Could we all just apologize the things we never did for ourselves“, ertönt es in „Could we“. Vorwurfsvoll klimpern die Tasten. Und irgendwo zwischen Sluts Melancholie und dem sphärischen Pop von Polarkreis 18 reiht sich Kellermanns Stimme ein und ruft: „Slow down, slow down.“ Während man noch im melancholischen Meer aus Tönen versinkt, schleichen sich jene in „Goodnight Güstow“ so leise, wie sie gekommen sind, aus dem Gehörgang. Und bleiben dennoch hängen. Fast unbemerkt.

VÖ: 01. Juni 2008

Label: Keins

Tracklist:
01. „The names of the lands we had crossed“
02. „The lasting“
03. „Could we“
04. „Streets of my hometown“
05. „Goodnigt Güstow“

Jennifer Beck

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