166 online
- Melt! Festival
- The Shins
- Michael Kiwanuka
- Various Artists
- Die Ärzte
- Santigold
- Tenacious D
- Hot Chip
- Totally Enormous Extinct Dinosaurs
- Greenville Festival
- Simian Mobile Disco
- Young Man
- Here We Go Magic
- Die Selbstkritik der Woche
- Dossier: Echo-Verleihung
- Grimes
- Nicolas Jaar
- MS Dockville
- Marbert Rocel
- Damon Albarn
- Sufjan Stevens
- iamamiwhoami
- We Are Augustines
- Enno Bunger
- Giana Factory
- Tanlines
- IAMDYNAMITE
- Soulsavers
- Best Coast
- Beach House
- Soulsavers
- Beyoncé
- 2Raumwohnung
- Adele
- SebastiAn
- Soko
- Wizo
- The Kooks
- Slipknot
- Abba
- Wolf Parade
- Neil Young
- The Ting Tings
- Taylor Swift
- Winson
- Jennifer Rostock
- The Last Shadow Puppets
- 1990s
- A
- Machine Head
- Basia Bulat
- Lil Wayne
- Annie
- Die Ärzte
- Katy Perry
- The Black Atlantic
- Wir sind Helden
- Angus & Julia Stone
- Simple Plan
- Mount Eerie
Cold War Kids
Cold War Kids: Loyalty To Loyalty
Es war kein laues Lüftchen, nein es war ein richtiger Orkan. Als die Cold War Kids vor gut zwei Jahren ihr Debütalbum "Robbers & Cowards" veröffentlichten, blies ihnen ein kalter Wind ins Gesicht. Die amerikanische Indie-Musikjournaille war außer sich: Da waren diese vier Typen aus Kalifornien, die sich auf einem christlichen College kennen gelernt hatten und nun ein Album veröffentlichten, auf dem es in den textlichen Ergüssen von Sänger Nathan Willis um Liebe und Hoffnung ging. Schenkte man den Tonangebern von Pitchfork Glauben, so muss es für Native-Speaker-Indie-Ohren unerträglich gewesen sein, auch nur 10 Sekunden von "Robbers & Cowards" durchzustehen. Die Cold War Kids hatten mit ihrem vermeintlichen christlichen Einschlag eines der zehn Gebote des Indies gebrochen: Never ever go Christian! Zugegeben, die pianolastigen, verbluesten Songs vom Debütalbum hatten nicht unbedingt das zynische Laissez-Faire von Sonic Youth (um mal hier einen Vergleich mit den "Göttern" des US-Indies zu bemühen). Songs wie "Hang Me up to Dry" waren aber auch nicht das, was man sich unter einem Werbe-Jingle für christlichen Konservatismus so vorstellt. Ob die scharfe Kritik nun also gerechtfertig war oder nicht, sei mal dahingestellt.

Mit "Loyalty To Loyalty" kommt nun also das zweite Album der Kalifornier. Musikalisch steuert es weitestgehend in dieselbe Richtung wie das Debüt: Verspielte, langsame Songs, die Sänger Nathan Willet dominiert. Das ruhige "Every Man I Fall For" lebt durch das Zusammenspiel seiner nöligen, lamentierenden Stimme und der zurückhaltenden Gitarre. "Something Is Not Right With Me" hingegen ist packend, treibend und fällt auf, weil es nicht viel wagt, aber gerade dadurch viel gewinnt. Denn oft - das ist auch der Schwachpunkt des Albums - verlieren sich die Songs in Genöle und Gejamme. Das anspruchsvolle Ausfransen wird sicherlich seine Fans finden, muss sich aber im direkten Vergleich mit den letzten Darlings des US-Indies, Vampire Weekend, den Vorwurf gefallen lassen, merkwürdig altbacken zu klingen.
"Loyalty to Loyalty" ist dennoch kein schlechtes Album, es hinterlässt nur zu wenig Neues. Immerhin gelingt den Kaliforniern aber ein eigener Sound, ein Wiedererkennungseffekt, ja vielleicht sollte man sogar das Wort "Seele" benutzen - wobei wir dann allerdings gefährlich nahe am religiösen Abgrund fischen. Der vielleicht stärkste Song kommt kurz vor Ende und heißt "Relief". Auf Deutsch: "Erlösung", "Hilfe" oder "Befreiung". Ja, da bimmeln wieder die Glocken vom Gottesdienst und der Alarm der Anti-Christen von der Indie-Presse heult auf. Viel Spaß beim Zerfleischen.
Heiko Reusch
VÖ: 19.09.08
Label: Cooperative/Universal
Tracklist:
1. Against Privacy
2. Mexican Dogs
3. Every Valley Is Not a Lake
4. Something Is Not Right with Me
5. Welcome to the Occupation
6. Golden Gate Jumpers
7. Avalanche in B
8. I've Seen Enough
9. Every Man I Fall For
10. Dreams Old Men Dream
11. On the Night My Love Broke Through
12. Relief
13. Cryptomnesia

Mit "Loyalty To Loyalty" kommt nun also das zweite Album der Kalifornier. Musikalisch steuert es weitestgehend in dieselbe Richtung wie das Debüt: Verspielte, langsame Songs, die Sänger Nathan Willet dominiert. Das ruhige "Every Man I Fall For" lebt durch das Zusammenspiel seiner nöligen, lamentierenden Stimme und der zurückhaltenden Gitarre. "Something Is Not Right With Me" hingegen ist packend, treibend und fällt auf, weil es nicht viel wagt, aber gerade dadurch viel gewinnt. Denn oft - das ist auch der Schwachpunkt des Albums - verlieren sich die Songs in Genöle und Gejamme. Das anspruchsvolle Ausfransen wird sicherlich seine Fans finden, muss sich aber im direkten Vergleich mit den letzten Darlings des US-Indies, Vampire Weekend, den Vorwurf gefallen lassen, merkwürdig altbacken zu klingen.
"Loyalty to Loyalty" ist dennoch kein schlechtes Album, es hinterlässt nur zu wenig Neues. Immerhin gelingt den Kaliforniern aber ein eigener Sound, ein Wiedererkennungseffekt, ja vielleicht sollte man sogar das Wort "Seele" benutzen - wobei wir dann allerdings gefährlich nahe am religiösen Abgrund fischen. Der vielleicht stärkste Song kommt kurz vor Ende und heißt "Relief". Auf Deutsch: "Erlösung", "Hilfe" oder "Befreiung". Ja, da bimmeln wieder die Glocken vom Gottesdienst und der Alarm der Anti-Christen von der Indie-Presse heult auf. Viel Spaß beim Zerfleischen.
Heiko Reusch
VÖ: 19.09.08
Label: Cooperative/Universal
Tracklist:
1. Against Privacy
2. Mexican Dogs
3. Every Valley Is Not a Lake
4. Something Is Not Right with Me
5. Welcome to the Occupation
6. Golden Gate Jumpers
7. Avalanche in B
8. I've Seen Enough
9. Every Man I Fall For
10. Dreams Old Men Dream
11. On the Night My Love Broke Through
12. Relief
13. Cryptomnesia
Links





