Darwin Deez

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Zu hipp um wahr zu sein oder doch nur ein verkappter Nerd? So oder so lässt Darwin Deez mit seinem Debütalbum Indie-Elektro-Herzen höher schlagen.

"Twinkle, twinkle little star, how I wonder what you are" ist nicht nur die erste Zeile, die Darwin Deez dem Hörer ins Ohr raunt, sondern auch eine perfekt Umschreibung für ihn und seine Erscheinung. Optisch UND musikalisch. Er ist definitiv anders als die anderen Kinder und gehört mit Sicherheit zu der Kategorie von Mensch, denen die Sonne aus allen Körperöffnungen scheint. Ebenso sicher dürfte man ihn im hippen Vegan-Restaurant um die Ecke mit einem Bio-Soja-Chai-Latte in der Hand antreffen können. Seine wilden Löckchen, die eher an einen Unfall als eine Frisur erinnern, bändigt er natürlich mit einem Indie-Haarband. Ob es diese Mischung ist, die seine Musik so speziell, so positiv und herzzerreißend sein lässt?

Nachdem der Wahl-New Yorker sonst bei den Creaky Boards der Mann mit der Gitarre ist, liefert er jetzt im Alleingang mit "Radar Detector" zehn brilliante Offbeat-Stücke ab, die gleichermaßen liebevoll und grundehrlich klingen, die in der Ohrmuschel Platz nehmen, sich einnisten und eventuell auch eine ganze Zeit bleiben. Was selbstverständlich kein Problem ist, da die Mixtur aus Pop, Indie und Elektro so positiv wirkt, das dass Gemüt des Hörers Purzelbäume schlägt. Wie sich das anhört? Ganz einfach: The Strokes-artige Gitarrenriffs werden wundervoll mit angenehmen Elektrobeats verstrickt. Darüber legt Mr. Deez seine leicht näselnde Stimme. Stellenweise werden Erinnerungen an Kings Of Convenience wach, allerdings mit mehr Druck und Herz zugleich. Das handelsübliche Schlagzeug wird kurzerhand durch Klatschen ersetzt, was der Songs einen typischen Charme verleiht.

Die besonderen Schmuckstücke entdeckt man allerdings erst nach einigen Durchläufen, da die Titel anfangs relativ ähnlich klingen. Dann fallen jedoch besonders "Radar Detector" und "Up In The Clouds" ins Ohr, deren gekonnte Tempo-Wechel und stimmliche Eskapaden zum exzessiven Beinwippen und Mitklatschen animieren.

Dieses Debüt passt gleichermaßen in viele und gar keine Schubladen. Genau das macht es so speziell. Eine absolut empfehlenswerte Platte, egal ob man laue Sommerabende mit Freunden verbringt oder einfach hemmungslos durch die Wohnung hüpft. Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass der Künstler dem Zuhörer Folgendes sagen möchte: Das Leben ist schön und deshalb tanz jetzt gefälligst so, als würde niemand zusehen. Schon geschehen!

Sarah Gulinski

VÖ: 14.05.2010

Label: Lucky Number / Rough Trade

Tracklist:
1. Constellations
2. Deep Sea Diver
3. The City
4. DNA
5. The Suicide Song
6. Up In The Clouds
7. Bed Space
8. The Bomb Song
9. Radar Detector
10. Bad Day
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