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Deichkind
Deichkind: Arbeit Nervt
Erinnert sich noch jemand an die HipHop-Wurzeln von Deichkind? Ja, genau - vor acht Jahren veröffentlichten die Jungs zum Beispiel die Single 'Bon Voyage' und kamen damit fast bis in die Top Ten der deutschen Charts. Doch dann wurde ihr Sound immer elektronischer - und knüpft jetzt bei 'Arbeit Nervt' da an, wo 'Remmidemmi' aufgehört hat.
Schon damals verkündeten die Hamburger: "Impulsive Menschen kennen keine Grenzen." Das bewahrheitet sich nun auch auf 'Arbeit Nervt', wie die Jungs im Interview bestätigen: "Wir konzentrieren uns darauf, an die Grenze zu gehen. Nicht handwerklich, dass wir besonders ausgefeilt Gitarre spielen oder so etwas, sondern das wir andere Wege einschlagen. Das macht es vielleicht auch interessant für den Zuhörer. Mehr als die Musik, die eigentlich auf eine Art hart und manchmal grässlich ist."
Grund für diese wilde Mischung soll sein, dass es in der Band zwei getrennte Lager gibt. (Obwohl es wahrscheinlich nicht so strikt abläuft. Vorstellbar ist eher so etwas wie die LOHAS-Bewegung, also ein Lifestyle Of Health And Sustainability. Wobei es den Anhängern zum Beispiel darum geht, Auto fahren zu können - aber bitte mit einem umweltfreundlicheren Hybridmotor.) Laut Phono sind die Rollen bei Deichkind aber klar verteilt: "Die einen beschäftigen sich mit der Hochkultur und essen vegetarisch, die anderen fahren S-Klasse und hören Techno. Aber wir lernen da auch von einander. Das ist es vielleicht auch, was die Leute an uns toll finden. Das wir keine richtige Proll-Band sind - es aber sein können!"
Wobei zumindest Philepp erklärt, dass er durchaus beide Pole in sich erkennt: "In jedem Dinkel-Typen steckt ja auch ein Kapitalo, muss ich sagen - aufgrund meiner Erziehung und dem Umfeld, aus dem ich stamme. Dem muss ich mich auch stellen. Deshalb war es für mich eine Befreiung, als ich diesen Teil von mir nicht mehr unterdrücken brauchte. So habe ich einen Punkt erreicht, von dem aus ich neue Gefilde erreichen kann."
Deichkind: Arbeit Nervt
Worüber die Jungs sonst so nachgedacht haben? In 'Ich Und Mein Computer' zum Beispiel über ihre Hassliebe zu einem Stück "Plastik mit dem Apfel" drauf, dass sie wohl nie verstehen werden. Oder darüber, wer wohl an Autobahn-Raststätten zur 'Travelpussi' greift. Letztendlich geht es aber nur um eines - die Revolution muss tanzbar sein: "Das Album ist der Soundtrack zu unserer Show, weil wir da natürlich auch mal etwas Abwechslung haben wollen. Unser Format ist schon fast nicht mehr das Album, sondern eben die Show, die immer wieder neu gefüttert werden möchte. Denn die Veränderung wird kommen. Stichwort 'Generation iTunes'. Die Leute machen sich heutzutage lieber Playlisten. Deswegen sind wir offen für neue Konzepte und arbeiten selber daran."
Text: Holger Muster
VÖ: 17.10.2008
Label: Vertigo (Universal)
Tracklist:
01. Hört Ihr die Signale
02. Dicker Bauch
03. Arbeit Nervt
04. Ich und mein Computer
05. 23 Dohlen
06. Luftbahn
07. Metro
08. Klötersound – Skit
09. Gut dabei
10. Im Raucherzimmer – Skit
11. Travelpussy
12. Hoverkraft
13. Komm rüber
14. Urlaub vom Urlaub
Schon damals verkündeten die Hamburger: "Impulsive Menschen kennen keine Grenzen." Das bewahrheitet sich nun auch auf 'Arbeit Nervt', wie die Jungs im Interview bestätigen: "Wir konzentrieren uns darauf, an die Grenze zu gehen. Nicht handwerklich, dass wir besonders ausgefeilt Gitarre spielen oder so etwas, sondern das wir andere Wege einschlagen. Das macht es vielleicht auch interessant für den Zuhörer. Mehr als die Musik, die eigentlich auf eine Art hart und manchmal grässlich ist."
"Kein Mensch ist illegal - vor allem, wenn er breit ist."
Eröffnet wird das neue Werk dementsprechend mit einem stumpfen Techno-Stampfer namens 'Hört Ihr Die Signale'. Zwischen Genie und Wahnsinn verbinden Philepp, Sebi, Porky, DJ Phono und Neuzugang Ferris MC dabei Prozentiges mit Politischem und skandieren etwa folgende Zeilen wie "Hört ihr die Signale, die Saufsignale?", "Ein Hoch auf die internationale Getränkequalität! Ein Hoch auf die Säufersolidarität!" und "Kein Mensch ist illegal - vor allem, wenn er breit ist."Grund für diese wilde Mischung soll sein, dass es in der Band zwei getrennte Lager gibt. (Obwohl es wahrscheinlich nicht so strikt abläuft. Vorstellbar ist eher so etwas wie die LOHAS-Bewegung, also ein Lifestyle Of Health And Sustainability. Wobei es den Anhängern zum Beispiel darum geht, Auto fahren zu können - aber bitte mit einem umweltfreundlicheren Hybridmotor.) Laut Phono sind die Rollen bei Deichkind aber klar verteilt: "Die einen beschäftigen sich mit der Hochkultur und essen vegetarisch, die anderen fahren S-Klasse und hören Techno. Aber wir lernen da auch von einander. Das ist es vielleicht auch, was die Leute an uns toll finden. Das wir keine richtige Proll-Band sind - es aber sein können!"
Wobei zumindest Philepp erklärt, dass er durchaus beide Pole in sich erkennt: "In jedem Dinkel-Typen steckt ja auch ein Kapitalo, muss ich sagen - aufgrund meiner Erziehung und dem Umfeld, aus dem ich stamme. Dem muss ich mich auch stellen. Deshalb war es für mich eine Befreiung, als ich diesen Teil von mir nicht mehr unterdrücken brauchte. So habe ich einen Punkt erreicht, von dem aus ich neue Gefilde erreichen kann."
"Es ist uns wichtig zu zeigen, dass wir nicht nur Prolls sind..."
Was sich die Jungs genau darunter vorstellen, ist im Video zum Titeltrack zu sehen. Da wird eine völlig unkontrollierte Bier-Schlacht ausgetragen. Doch auch hier möchte Philepp betonen, dass da durchaus eine bedeutendere Botschaft mit dem Songtext transportiert werden soll: "Der Titel ist auch eine Auseinandersetzung damit, dass du auf eine Art dein Geld verdienen musst, aber gleichzeitig an deine Gesundheit, Beziehung und Familie denken willst. Es ist uns wichtig zu zeigen, dass wir nicht nur Prolls sind und Remmidemmi machen wollen, sondern das wir uns auch so unsere Gedanken machen."Deichkind: Arbeit Nervt
Worüber die Jungs sonst so nachgedacht haben? In 'Ich Und Mein Computer' zum Beispiel über ihre Hassliebe zu einem Stück "Plastik mit dem Apfel" drauf, dass sie wohl nie verstehen werden. Oder darüber, wer wohl an Autobahn-Raststätten zur 'Travelpussi' greift. Letztendlich geht es aber nur um eines - die Revolution muss tanzbar sein: "Das Album ist der Soundtrack zu unserer Show, weil wir da natürlich auch mal etwas Abwechslung haben wollen. Unser Format ist schon fast nicht mehr das Album, sondern eben die Show, die immer wieder neu gefüttert werden möchte. Denn die Veränderung wird kommen. Stichwort 'Generation iTunes'. Die Leute machen sich heutzutage lieber Playlisten. Deswegen sind wir offen für neue Konzepte und arbeiten selber daran."
Text: Holger Muster
VÖ: 17.10.2008
Label: Vertigo (Universal)
Tracklist:
01. Hört Ihr die Signale
02. Dicker Bauch
03. Arbeit Nervt
04. Ich und mein Computer
05. 23 Dohlen
06. Luftbahn
07. Metro
08. Klötersound – Skit
09. Gut dabei
10. Im Raucherzimmer – Skit
11. Travelpussy
12. Hoverkraft
13. Komm rüber
14. Urlaub vom Urlaub
Links
sky
vor 1343d 4h
sehr tolles album... auch wenn sich mir einige fragen bei den texten aufwerfen und Luftbahn eher an einen top-load von jamba errinnert kommts im großen und ganzen schon fett...
mein motto: arbeit nervt!





Hy Sky,
habe unter http://popshot.over-blog.de/article-23759271.html noch etwas zum Album geschrieben - wahrscheinlich ist das Ganze einfach eine therapeutische Massnahme. Ein paar mehr Infos zu "Travelpussy" und "Luftbahn" gibt's da auch.
Ansonsten nenne doch gerne mal konkrete Textpassagen. Können wir gerne drüber diskutieren! ;-)
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