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Dossier: GEMA
Dossier: GEMA: Status Quo Vadis

Alltag bei YouTube. Leid tut es vor allem dem Musikfan.
"Leider ist dieses Video in Deutschland nicht verfügbar, da es Musik enthalten könnte, für die die GEMA die erforderlichen Musikrechte nicht eingeräumt hat." Es ist ein Satz, den jeder kennen dürfte, der sich immer mal wieder ein Musikvideo auf YouTube anschauen möchte – und wer tut das nicht? Immer öfter scheint man darauf zu stoßen, es trifft die ganz großen Megastars ebenso wie junge Independent-Bands, Klassiker ebenso wie eben erst gedrehte Clips. Und Schuld hat – so steht es ja da – natürlich immer die GEMA. Das zumindest behauptet YouTube, das hierzulande beliebteste Videoportal und es ist ob des massiven Einsatzes, eine Art negativer Popularitäts-Höhepunkt in der Geschichte der GEMA. In der Beliebtheitsskala deutscher Institutionen rangiert die GEMA gleich neben der GEZ – ganz weit unten.
Die GEMA ist die wichtigste deutsche Verwertungsgesellschaft für Musik (Einige Basisinformationen dazu gibt es hier.). Wer in Deutschland öffentlich Musik abspielt, Konzerte veranstaltet, CDs produziert, USB-Sticks- oder CD-Rohlinge herstellt und wer die Warteschleife seiner Telefonanlage mit Musik bestückt, ist davon betroffen. Und muss zahlen. Oder wenigstens nachweisen, warum er nicht zahlen muss. Denn die GEMA hat eine gesetzlich untermauerte und höchstrichterlich bestätigte Vorrangstellung und besondere Rechte bei der Durchsetzung ihrer Interessen. Schon sind wir mitten drin im Dschungel um Ansprüche, Rechte, Lizensierungsformen und Tarife, der selbst Wohlmeinende gern in die Verzweiflung treibt. Dabei ist die Grundlage aller GEMA-Aktivitäten eigentlich sehr einfach: Diejenigen, die Musik machen, sollen dafür ihren mehr oder weniger gerechten Lohn erhalten. Über Jahrzehnte war dieser Anspruch relativ unumstritten. Grundlage dafür ist das Urheberrecht, das jedes Werk eines Komponisten oder Texter bis zu 70 Jahre nach dem Tod des Künstlers schützt und für seine Verwendung eine Gebühr vorsieht. Das Urheberrecht an sich ist indes allein schon kompliziert genug und alles andere als unumstritten (Eine verständliche Einführung in Grundlagen und den Stand der Dinge gibt es hier). Verschärft hat sich der Streit vor allem, weil die neuen technischen Möglichkeiten die seit scheinbaren Ewigkeiten geltenden Spielregeln komplett verändert haben.
Die mit der immer weiter fortschreitenden Digitalisierung ermöglichte drastische Vereinfachung der Kopierbarkeit von Musik, die für jedermann mögliche Verbreitung per Internet, neue globale Konstellationen von Informations-Konzernen und die mit all dem einhergehende sogenannte "Krise der Musikindustrie" haben die Verteilungskämpfe verschärft, machen viele bis dato funktionierende Regelungen obsolet. Vor allem aber reißen sie völlig neue Fronten quer durch die verschiedensten Interessengruppen auf und man muss schon genauer hinschauen, wer warum wofür eintritt, um ein halbwegs objektives Bild zu erhalten. Ein simples "Gut/Böse"-Schema funktioniert dabei nicht. Auch wenn die GEMA mit zielsicherer Tapsigkeit alles dafür zu tun scheint, sich als Buhmann zu qualifizieren.

Werden auch gern zur Kasse gebeten: Kindergärten.
Die Fettnäpfchen-Spur der GEMA ist lang und sie wird zuverlässig immer wieder neu bedient. Da werden Martinssänger mit Abgaben bedroht. Bundesweit wird allen Kindergärten eine GEMA-Pauschale für Kinderlieder abverlangt – ohne darauf hinzuweisen, dass es auch ohne diese machbar ist, "Alle meine Entchen" zu singen. Kaum ein Konzertveranstalter hat sich noch nicht über eine offensichtlich falsche GEMA-Abrechnung geärgert. Selbst Veranstalter, die ausdrücklich nur Musik abspielen, für die die GEMA gar nicht zuständig ist, erhalten eine Rechnung – mitunter sogar, wenn sie vermeintlich lückenlos nachweisen, dass sie nicht abgabepflichtig sind. Seit 2009 währen die Verhandlungen mit Google, dem Eigentümer von YouTube, über das Streaming von Videoclips, eine Einigung ist nicht in Sicht. Davon fühlte sich die Hacker-Gruppe Anonymous provoziert und legte in diesem Jahr zweimal die Homepage der GEMA lahm (motor.de berichtete). Sogar die Musikindustrie murrt inzwischen deutlich hörbar über die beinharte Linie. "Transparenz" ist dabei ein Fremdwort. Worum im Detail verhandelt wird, unterliegt einer Verschwiegenheitsklausel. Legendär ist auch die strikte Blockadepolitik der Pressestelle der GEMA gegenüber Journalisten. Immer wieder laufen pauschal unter Kritikvorbehalt gesehene Nachfragen ins Leere, werden gar nicht oder nur lapidar beantwortet.
Auch intern ist das System GEMA hoch umstritten. Von über 60.000 Mitgliedern des Vereins sind gerade mal gut 3.000 "ordentliche Mitglieder". Sie sind nicht nur die dicken Fische im Teich, denen nach einem heftig diskutierten "Verteilungsplan" der übergroße Teil der Ausschüttungen zufällt, sie sind auch diejenigen, die allein entscheidungsberechtigt sind und an grundlegenden Änderungen naturgemäß wenig Interesse haben. Klar, dass der Vorwurf der "verkrusteten Strukturen" nahe liegt, vor allem auch, weil es vor allem die nicht stimmberechtigten "Kleinen" sind, die den neuen Gegebenheiten eher offen gegenüberstehen. Auch die Details der Rechtevertretung werden immer wieder kritisiert: das reicht von der Vertragslaufzeit bis zum Grundsätzlichen: Auf "einmal in der GEMA, immer in der GEMA" lässt sich das Dilemma vieler Künstler auf den Punkt bringen, die gern flexiblere Optionen hätten. Immer wieder gern angeprangert, wird auch der "Wasserkopf", der wenig flexible Verwaltungsaufwand, den die GEMA mit ihren ca. 1.000 Mitarbeitern betreibt.

Der große Teil vom Kuchen geht an fünf Prozent der Mitglieder. (Quelle: GEMA Geschäftsbericht 2010)
Das Image der GEMA ist also nicht ohne Grund verheerend schlecht. Allerdings sollte man daraus nicht schließen, dass ihr niemand beisteht. Das betrifft vor allem die Künstler selbst. Niemand wird gezwungen, in die GEMA einzutreten und sich somit von ihr vertreten zu lassen. Aber am Ende zahlt die GEMA Erlöse aus. Geld, das sich kaum anderweitig eintreiben lässt, schon gar nicht mit den neuen Kostenloskultur-Modellen, die derzeit vor allem von Netzaktivisten gern propagiert werden. Die Mitgliederzahl der GEMA wächst.
Fortsetzung folgt.
Augsburg
motor.de hat es sich zur Aufgabe gemacht, in Zukunft mit einem Dossier: GEMA das Thema speziell unter die Lupe zu nehmen, Player und ihre Interessen deutlich zu machen, Probleme zu analysieren, Meinungen zum komplexen Thema und zu den Perspektiven zu sammeln.
Hilfreiche Einführungen:
» Basisinformation zur GEMA
» Urheberrecht
- Hab hier mal was NEUES gegründet, damit sich mal konstruktiv was ändert!!! Check it out - SPREAD the NEWS!!! - WEITER SAGEN -
https://www.facebook.com/pages/GEMAFREIE-Musik-Veranstaltungen-etc/274074985967965
BITTE auf -->>DER SEITE "gefällt mir" klicken, ->wenn's gefällt... ;-)
Das System GEMA funtioniert nach dem Motto, wer am längsten dabei ist, zieht am meisten ab. Da haben sich wohl einige festgesessen und meinen, das bleibe immer so. Ganz einfach: Wir umrunden den Verein so gut es geht, und plötzlich merken die, dass ihnen die Hits und deren Rechte abgehen. Noch 20 Jahre, und der Spuk ist vorbei ...
Außerdem habe ich nach der BEGRÜNDUNG gefragt! Lesen Sie doch einfach mal was da steht, und gehen sie darauf ein. Gerne warte ich auch, bis Sie sich informiert haben, wenn Sie es persönlich nicht wissen, wie diese Entscheidung zu Stand kam. Aber genau DAS würde mich interessieren.
Und bevor Sie jetzt wieder bemerken, daß ich so schreien würde - das sind nur HERVORHEBUNGEN - entschuldigen Sie höflichst diesen Ausdruck - für Menschen die nicht lesen können, oder anscheinend immer wieder was übersehen...
(das davor war auch ich, habe vergessen meinen Namen einzutippen)
Und Sie gehen immer davon aus, daß man sich nicht verarscht fühlt hinsichtlich solcher Antworten, die keine sind?
Hier mal ein Zitat von IHRER Webseite: "Für die Tarifeinstufung wird die Gesamtfläche des Raumes, gemessen von Wand zu Wand, OHNE Abzug von Wirtschaftsflächen / Bühnen etc., herangezogen. Galerien o. ä. werden hinzugerechnet." (Hervorhebung durch mich)
https://www.gema.de/musiknutzer/lizenzieren/meine-lizenz/veranstalter-von-events-konzerten-und-theaterauffuehrungen/faq-zu-den-tarifen-u-vk-und-m-u/faq-zu-den-tarifen-u-vk-veranstaltungen-mit-live-musik-und-m-u-unterhaltungs-und-tanzmusik-mit-tontraegerwiedergabe.html
Frage 2
Abartig diese Art. Anstatt mir diverse Links zu schicken, könnten Sie einfach mal antworten - genau das haben Sie auch auf der Facebook Seite nicht getan!
Ich habe hier mit einem andern Ton versucht mal sachlich um Klärung zu bitten (habe erst im Nachhinein festgestellt, daß sie ja auch zu der Truppe von GEMAdialog sind.) War gespannt auf die Antworten, und jetzt sowas...
Hallo Herr Harder,
Ich dachte eigentlich, dass wir den Großteil Ihrer Fragen bereits auf Facebook beantwortet hätten – aber weil Sie es sind, hier ein paar Lesetipps zu den neu dazugekommenen Punkten:
Die Konzepte für „kleinere Veranstalter“ finden Sie hier: https://www.gema.de/fileadmin/user_upload/Presse/Publikationen/gema_stellungnahme.pdf - inspiriert wurden diese vom Schlussbericht der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ des Deutschen Bundestags. Bitte achten Sie auf die Stand der Stellungnahme (17.11.2008) und auf das Datum der Petition. Die für Veranstalter relevanten Themen wurden anlässlich der Jahrespressekonferenz 2009 noch einmal in folgender Pressemitteilung zusammengestellt: https://www.gema.de/presse/aktuelle-pressemitteilungen/presse-details/article/jahrespressekonferenz-2009digitale-pressemappe-stellungnahme-der-gema-zum-schlussbericht-der-enque.html. Zudem haben wir in unserer neuesten Broschüre "Musik zum fairen Preis" alles zu diesem Thema übersichtlich zusammengefasst. Die können Sie hier herunterladen: https://www.gema.de/fileadmin/user_upload/Presse/Publikationen/gema_broschuere_ehrenamt.pdf.
„Des Weiteren fände ich spannend, wenn Sie mal erläutern würden, wie denn die Möglichkeiten genau aussehen, sich vom angeschlossenen über außerordentlichem hin zum ordentlichen Mitglied "hoch zu arbeiten"? Wie läuft das so praktisch ab?“ Das haben wir bereits erläutert: https://www.gema.de/musikurheber/neu-hier/mitglied-werden-urheber-verleger/infos-zur-mitgliedschaft/wie-wird-man-mitglied.html
„Sie schreiben: "Eine Vielzahl der angeschlossenen und außerordentlichen Mitglieder verfügt über gar keine bzw. äußerst geringfügige GEMA-Erträge." - Meine Vermutung ist, daß hier ein direkter Zusammenhang vorliegt! Entkräften Sie!“ – Natürlich gibt es hier einen direkten Zusammenhang: Ordentliches Mitglied kann nur ein Urheber mit einem gewissen Mindestaufkommen werden (siehe Link oben). Ist das der Zusammenhang, den Sie suchen..?
Infos zum PRO-Verfahren finden Sie hier: https://www.gema.de/fileadmin/user_upload/Presse/Publikationen/GEMAwissen/GEMA_Wissen7.pdf , und keine Sorge, niemandem geht etwas verloren.
Und zu guter Letzt: Wie sie im Infoblatt zum Tarik „U-VK“ sehen können (https://www.gema.de/fileadmin/user_upload/Musiknutzer/Tarife/Tarife_ad/tarif_u_vk.pdf), wird lediglich die Größe des Veranstaltungsraumes gemessen, kein Backstage-Bereich oder ähnliches.
Beste Grüße,
Peter Hempel
tldr
Hallo Andreas,
Google/YouTube fordert nach unserem Wissen diese Verschwiegenheitsklausel bei allen Verhandlungen. Ohne Einwilligung wäre es also gar nicht zu Verhandlungen gekommen und es war ja nicht gleich zu Beginn abzusehen, dass die Verhandlungen scheitern.
Zur tatsächlichen Forderung dürfen wir immer noch nichts sagen, außer dass wir zuletzt einen marktüblichen, einstelligen Centbetrag gefordert haben. Ich kann nur nochmals den Spreeblick-Artikel http://www.spreeblick.com/2011/06/21/gema-vs-youtube-geruchte-zahlen-forderungen/ empfehlen. Dort werden unter anderem die Tantiemen-Einnahmen unserer ausländischen Schwestergesellschaften, die bereits Vereinbarungen mit YouTube haben, gegen die vermuteten Werbeeinnahmen von YouTube gegengerechnet.
Beste Grüße,
Peter Hempel, GEMA
Sehr geehrter Herr Hempel!
Soweit in Ordnung, was Sie schreiben. Vieles stimmt. Etwas Licht ins Dunkel gebracht. Ich hätte an dieser Stelle gerne noch ein wenig mehr Erhellendes bzw. weitere und ergänzende Erhellungen:
Vorweg aber erstmal meine Feststellung, daß das "verheerende Image" der GEMA meißtens auf verheerenden Erfahrungen Betroffener beruht, weniger von Medien forciert wird. Die Medien greifen es nur auf, und m. E. viel zu selten. (Die sogenannten Mißverständnisse häuften sich, und einer der Gründe war und ist eben die GEMA-Vermutung, die - sieht man sich mal die Landschaft der Nachwuchsbands an - immer weniger zutrifft)
- Wie kam es denn zu der Petition? Menschen, die sich seit Jahren für Kultur im Kleinen einsetzten, sahen sich gezwungen diese Petition (zu Recht) anzustreben, damit sich was ändert. Und wenn Sie den "Beschluss der vergangenen Mitgliederversammlung, die Erhöhung der Anzahl der Delegierten" benennen, weiß der Unbeteiligte aber nicht, daß das nicht eine fortschrittliche Idee der GEMA selbst war, sondern eben eine (kleine) Frucht der Petition!
Was die "Konzepte für kleinere Veranstalter", die Sie in den letzten Jahren "aus der Taufe gehoben haben" betrifft, würde mich 1. interessieren, welche das denn genau sind, und 2. in welchem Verhältnis diese ebenfalls dem Druck von außen zuzuordnen sind, bzw. echte eigene Initiativen seitens der GEMA waren?
Des Weiteren fände ich spannend, wenn Sie mal erläutern würden, wie denn die Möglichkeiten genau aussehen, sich vom angeschlossenen über außerordentlichem hin zum ordentlichen Mitglied "hoch zu arbeiten"? Wie läuft das so praktisch ab?
Sie schreiben: "Eine Vielzahl der angeschlossenen und außerordentlichen Mitglieder verfügt über gar keine bzw. äußerst geringfügige GEMA-Erträge." - Meine Vermutung ist, daß hier ein direkter Zusammenhang vorliegt! Entkräften Sie!
Dann habe ich noch 2 weitere Themen, deren Logik sich mir nicht erschließt:
1. Aus welchem Grund werden für - sagen wir mal 12 Konzerte einer Band - in einem GEMA-Bezirk 12 mal GEMA-Gebühren eingefahren (also 12 verschiedene Veranstalter zahlen 12x GEMA-Gebühren) - der Band gegenüber die Ausschüttung diesbezüglich so gehandhabt wird, als hätten sie nur ein Konzert gegeben? Während die Gleiche Band, wenn sie dieses Konzert in 12 verschiedenen Bezirken gespielt hätten, dann eben anders verteilt wird. (Wenn ich das richtig verstanden habe) - Gerade Nachwuchsbands, die logischerweise in Ihrem lokalen Umfeld erst einmal spielen um bekannt zu werden, gehen doch gerade die Gelder verloren, die sie so dringend bräuchten, um den Nachweis zu führen, wieviel sie an Tantiemen "einfahren", um eben den Weg Richtung außerordentliches, bzw. ordentliches Mitglied zu werden. (Wo bleibt denn das Geld? Wird es, auf die ordentlichen Mitglieder verteilt? (Dann dürfte ja nicht wundern, daß, wie Sie sagen "die ordentlichen Mitglieder, (die) den Großteil des wirtschaftlich relevanten Repertoires in die GEMA einbringen" ) - Wie verhält es sich hier?
2. Welcher nachvollziehbaren Logik entspringt die Tatsache, daß bei der zu Grunde Legung des Tarifs für die Abgabe von GEMA-Gebühren eines Lokals, die Gesamtquadratmeter des Objektes ausschlaggebend ist, also auch der Bereich, der garnicht zum Aufenthalt der Gäste gedacht ist (wie Bar, Bühne, Backstage, Büro, etc. - ausgenommen die Toiletten, aber auch dort findet in der Regel kein Konzert statt), anstatt der reine Gastraum, der ja das Fassungsvermögen für die Besucher maßgeblich bestimmt?
Wer der Beteiligten Verbände etc. ist auf diese Idee gekommen und mit welcher Begründung? Und, falls es eine Begründung gibt, wie verhält sie sich mit der Realität?
So, daß war's erstmal.
Sitze gerade in einer dunklen Ecke, hätte gerne etwas mehr Licht!
Hallo Herr Hempel,
hat YouTube die erforderlichen Rechte nur darum nicht erworben, weil die GEMA diese nur zu untragbaren Konditionen für YouTube anbietet?
Warum ist die GEMA auf eine Verschwiegenheitsklausel eingegangen? Wenn eh kein Weg für YouTube an der GEMA vorbeigeht könnt ihr doch auf solche Wünsche pfeifen und das Thema öffentlich machen!
YouTube blockiert masters nicht mechanicals.
Sehr geehrter Herr Augsburg,
es tut mir leid, aber das sehen meine Kollegen und ich anders. Gerade aus dem Teil über die diversen "Fettnäpfchen", in die die GEMA getreten sein soll, geht eben nicht klar heraus, dass es sich hierbei lediglich um Wahrnehmungen handelt, "die ganz offensichtlich existieren". Und einige der Dinge, die Sie in dem Artikel auflisten, stimmen so eben einfach nicht. Sie werden sicherlich verstehen, dass wir solche falschen Fakten lieber am Beginn einer Artikelserie richtigstellen, bevor sich diese noch weiter verbreiten. Dafür arbeite ich auch gerne mal am Wochenende - ebenso wie meine Kolleginnen und Kollegen von GEMAdialog.
Gerne hätten wir die Gelegenheit bekommen, diese Dinge gleich im Vorfeld der Veröffentlichung auszuräumen - wie bereits erwähnt, stehen wir für Stellungnahmen und Zusatz-Informationen immer gern zur Verfügung.
Beste Grüße,
Peter Hempel
@Peter Hempel: ich würde mich schon mal nach einem neuen Job umsehen. Die deutsche Bevölkerung lehnt die GEMA ab, und ich glaube nicht, dass sie noch lange existieren wird.
"Und stellt Wahrnehmungen dar, die ganz offensichtlich existieren. Und zwar bei sehr vielen Menschen, die mit der GEMA in irgendeiner Weise zu tun haben."
Wo kann man das nachlesen? Gibt es dazu belastbare Zahlen, Untersuchungen oder basiert die Meinung auf einem Gefühl, Eindruck, o.ä.? Man liest diese Meinung ja immer wieder. Mich würde wirklich eine belastbare Quelle interessieren und meine damit keinen Eintrag in einem Blog, Gästebuch, Forum, etc.
Vielen lieben Dank im Voraus,
Carsten
Sehr geehrter Herr Hempel,
ich danke Ihnen natürlich sehr für diesen durchaus umfangreichen Beitrag, der immerhin aufzeigt, dass sich eines bei der GEMA auf jeden Fall schon mal sehr deutlich gebessert hat: der Wille zu einem besseren Image, sogar mit Samstagsarbeit.
Nichtsdestotrotz wiese ich natürlich die Unterstellung der "mangelnden Recherche" entschieden zurück. Denn wie dem Artikel unschwer zu entnehmen, ist dieser nur eine Einführung in das komplexe Themenfeld der aktuell öffentlich wahrnehmbaren Situation. Und stellt Wahrnehmungen dar, die ganz offensichtlich existieren. Und zwar bei sehr vielen Menschen, die mit der GEMA in irgendeiner Weise zu tun haben.
Ich denke, es ist im Text auch ausreichend dargestellt worden, dass diese Vorwürfe (und der Grad ihrer Berechtigung) gegenüber der GEMA in einer NOCH FOLGENDEN Artikelserie untersucht werden sollen. Ihre Vorne-Verteidigung ist also ein wenig voreilig und unangebracht. Sie können selbstverständlich davon ausgehen, dass wir auch Ihre Positionen in journalistisch angemessener Weise berücksichtigen werden.
Viele Grüße
Jörg Augsburg, motor.de
Sehr geehrter Autor dieses Beitrags,
das Image der GEMA mag aus verschiedenen Gründen aus Ihrer Sicht "verheerend schlecht" sein – oftmals liegt diese Wahrnehmung aber auch an einer falschen Darstellung der GEMA in den Medien, aufgrund mangelnder Recherche. So wie auch in diesem Artikel.
Lassen Sie uns mit der "YouTube"-Thematik beginnen. Der Satz "Leider ist dieses Video in Deutschland nicht verfügbar, da es Musik enthalten könnte, für die die GEMA die erforderlichen Musikrechte nicht eingeräumt hat." führt den User in die Irre: Es wird behauptet, dass die GEMA die Rechte nicht eingeräumt hat (was sie von Rechts wegen aber muss) – dabei hat YT die Rechte einfach noch nicht erworben.
Es ist doch so: Wir wissen ja alle, dass YT eine nützliche Plattform ist, um Musik zu promoten. Dabei wird von Seiten YouTubes/Googles ein riesiger Umsatz mit Werbeeinblendungen gemacht. Viele große Labels haben bereits Verträge mit YT abgeschlossen, sodass die Interpreten und andere Rechteinhaber ihren Teil vom Kuchen abbekommen. Nun sollen auch die Urheber – unsere Mitglieder, die in den meisten Fällen nicht mit den Interpreten identisch sind – fair vergütet werden, und dafür setzen wir uns ein. Übrigens: Die Verschwiegenheitsklausel war nicht unsere Idee, sondern die von YouTube/Google. Wir hätten gern transparent kommuniziert, um welche Beträge es ging, auch im Sinne unserer Mitglieder. Mehr dazu: Hier http://www.spreeblick.com/2011/06/21/gema-vs-youtube-geruchte-zahlen-forderungen/ und hier: http://blog.gema.de/blog/beitrag/youtube-nicht-gespraechsbereit/
Anderes Thema. Zitat: "Denn die GEMA hat eine gesetzlich untermauerte und höchstrichterlich bestätigte Vorrangstellung und besondere Rechte bei der Durchsetzung ihrer Interessen." – Sie spielen hier wohl auf die GEMA-Vermutung an, richtig? Da die GEMA in Deutschland die einzige Verwertungsgesellschaft für musikalische Urheberrechte ist spricht eine doppelte tatsächliche Vermutung dafür, dass die Rechte an dem umfassenden Repertoire in- und ausländischer Musikwerke, die von ihr vertreten werden, auch wahrgenommen werden müssen. Dazu ist die GEMA laut deutscher Gesetzgebung verpflichtet. Wir machen die Gesetze nicht. Übrigens: Es steht jedem in Deutschland frei, eine eigene Verwertungsgesellschaft zu gründen - so geschehen erst vor Kurzem mit der Verwertungsgesellschaft der Konzertveranstalter (http://www.musikmarkt.de/Aktuell/News/News/bdv-gruendet-neue-Verwertungsgesellschaft-fuer-Veranstalter/%28language%29/ger-DE)
"Selbst Veranstalter, die ausdrücklich nur Musik abspielen, für die die GEMA gar nicht zuständig ist, erhalten eine Rechnung – mitunter sogar, wenn sie vermeintlich lückenlos nachweisen, dass sie nicht abgabepflichtig sind." – Hierbei kann es sich nur um ein Missverständnis handeln. Auf welchen Fall beziehen Sie sich denn? Diesen hier? http://www.kraftfuttermischwerk.de/blogg/?p=30917 Hier wurde erst eine lange Liste der Interpreten eingereicht – die uns aber nicht weiterhilft, wir vertreten ja die Urheber – und erst danach eine Liste mit ganzen vier Urhebern. Da sollte man schon stutzig werden dürfen, oder?
Ad Kindergärten und St. Martins-Umzüge: Wir haben weder Martinssänger "mit Abgaben bedroht" noch wird den Kindergärten eine Pauschale für das Singen von Kinderliedern abverlangt. Gerne stellen wir Material zur Nachrecherche zur Verfügung: https://www.gema.de/presse/top-themen/notenkopien-fuer-vorschulische-einrichtungen.html bzw. http://blog.gema.de/blog/tag/kindergarten/ - oder wenn Sie lieber eine Nicht-GEMA-Quelle wollen: http://www.stefan-niggemeier.de/blog/der-kindergarten-als-rechtsfreier-raum/
Es gibt eine "Blockadepolitik der Pressestelle der GEMA gegenüber Journalisten"? Das wäre uns neu. Wir beantworten immer gerne Journalistenanfragen. Leider bevorzugen es einige Journalisten-Kollegen, sich gleich gar nicht an uns zu wenden – entsprechend viele falsche Fakten finden sich in den Artikeln wieder. Hatten wir schon einmal das Vergügen?
Zu guter Letzt noch ein paar Worte zu den "verkrusteten Strukturen": Das kann ich so nicht stehen lassen. Die Unterscheidung zwischen angeschlossenen oder außerordentlichen Mitgliedern auf der einen Seite und ordentlichen Mitgliedern auf der anderen Seite ist begründet in der Tatsache, dass Urheber mit regelmäßig genutztem Repertoire, die das wirtschaftliche Fundament der GEMA bilden, eine relativ kleine Zahl ausmachen, während die Urheber, deren Repertoire nur gelegentlich genutzt wird, zahlenmäßig überwiegen. Die ordentlichen Mitglieder, die den Großteil des wirtschaftlich relevanten Repertoires in die GEMA einbringen, sollen bei der Entscheidungsbildung nicht durch die Vielzahl der außerordentlichen oder angeschlossenen Mitglieder dominiert werden. So waren die ordentlichen Mitglieder beispielsweise im Jahr 2006 am wirtschaftlichen Ergebnis mit 61,5 % beteiligt; alle anderen (angeschlossene und außerordentliche Mitglieder sowie Rechtsnachfolger) mit 38,5 %. Dieses Verhältnis ist über die Jahre hinweg im Wesentlichen konstant. Eine Vielzahl der angeschlossenen und außerordentlichen Mitglieder verfügt über gar keine bzw. äußerst geringfügige GEMA-Erträge. Im Übrigen sind nach dem ausdrücklichen und in der Gesetzesbegründung zum UrhWG 1965 niedergeschriebenen Willen des Gesetzgebers nicht alle Berechtigten einer Verwertungsgesellschaft gleichermaßen an der Entscheidung über die Belange der Verwertungsgesellschaft zu beteiligen. Gemäß § 6 Abs. 2 UrhWG ist zur angemessenen Wahrung der Belange der Berechtigten, die nicht als Mitglieder der Verwertungsgesellschaft aufgenommen werden, eine gemeinsame Vertretung zu bilden. Die Anzahl dieser Delegierten wurde auf Beschluss der vergangenen Mitgliederversammlung erhöht. Die GEMA tut zudem so Einiges, um junge Urheber zu fördern, und hat in den letzten Jahren einige Konzepte für kleinere Veranstalter aus der Taufe gehoben. Und genauso freiwillig wie der Eintritt in die GEMA ist, kann sich jeder Urheber auch wieder zum Austritt entschließen: Die Vertragslaufzeit beläuft sich bei Mitgliedern aus EU-Staaten auf drei Jahre.
Ich hoffe, ich konnte etwas Licht ins Dunkel bringen.
Beste Grüße,
Peter Hempel, GEMA

Für mich stellt sich vor allem die Frage inwieweit die Monopolstellung der GEMA zu einem gewissen Verlust der Verhältnissmässigkeit insbesondere gegenüber den vielen kleinen Veranstaltern, Bands und Locationbetreibern geführt hat. Ein großer Teil bewegt sich da eh im Non-Profit Bereich und hat es auch ohne GEMA schon schwer genug die Kosten im Rahmen zu halten und trotzdem eine Veranstaltung durchzuführen die ein Minimum an Niveau bietet. Bei vorzugsweise jungem, studentischem Publikum sind auch die Eintrittspreise oftmals nicht wesentlich über 5-6 Euro anzusetzten. Bei einer Location mit 100qm will die GEMA da bei einer Disco-VA. 150€, bei Live-Veranstaltungen sind es dann "nur" noch etwa 80€. Klingt erstmal nicht so viel. Aber wenn da 100 Leute kommen (und in mancher Region muß der Veranstalter auch schon um 100Leute zu ziehen trotz gutem Programm Handstände machen) sind das 25% (Discotarif) bzw. 13% (Livetarif) der Türeinnahmen. Und bei 100 Gästen kommt an der Bar auch nicht so viel rum..... Bei dieser Art von Veranstaltung bekommen ja selbst die körperlich anwesenden Künstler die ggf. noch Fahrtkosten haben und Instrumente mitbringen meist weniger Gage als der durch die GEMA vertretene, im Normalfall nicht anwesende Urheber. Ich möchte den Urheber hier einen Anteil zugestehen, aber wenn geistiges Eigentum das meist in der warmen Stube entstanden ist mehr Wert sein soll als viele Stunden Aufbauarbeit in einem kleinem ggf. ungeheiztem Club, da stimmt da doch etwas genauso wenig wie in unserem Bankensystem oder in der Zeitarbeitsbranche. Auch wenn ich jetzt für 200 oder 300 Gäste das ganze realistisch betrachte schaut die Bilanz da nicht besser aus, da die Location größer wird, mehr Technik benötigt ist und und und..... Ich will jetzt nicht nur schwarz malen, es gibt sicher auch immer wieder Veranstaltungen die aufgrund günstiger Umstände, Sponsoring, etc. oder einfach einem geringen Anspruch an die Umsetzung der Veranstaltung eine gute Bilanz hinbekommen. Am Ende ist das Berechnungsmodell nach Eintritt und Fläche aber für die Mehrzahl ungerecht und unverhältnismäßig. Und Verhandlungen bezüglich Rabatten, Härtefallklauseln sind realistisch betrachtet auch für die meisten zu bürokratisch. Ob das durch die GEMA bewußt so bürokratisch gestaltet ist oder ob es aufgrund der komplexen Organiesationsstruktur der GEMA so ist sei dahingestellt. Mit dem örtlichen Finanzamt hab ich auch ab und zu meine Späße, aber da ist man oft schon beim ersten Anruf erstaunlich kooperativ. Und theoretisch ist das dort alles in Gesetzen und Vorschriften nachzulesen, man kann es nicht gleich Transparent nennen, aber im wesentlichen nachvollziehbar. Sprich beim Finanzamt hat man auch gelegentlich positive Erfahrungen. Nach über 10 Jahren arbeit im Veranstaltungssektor mit Veranstaltungen bis zu 2500 Gästen habe ich noch nix positives von der GEMA gehört. Und die Mehrzahl der Veranstalter war sich da durchaus seiner Verantwortung gegenüber den Urhebern
bewußt. Sprich der Wille ist größtenteils da, wird aber durch die vielen sogenannten dumm gelaufenen Einzelfälle und das monopolistische Verhalten der Gema zunichte gemacht.
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