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Earthbend
Earthbend: Attack Attack Attack
Die Ungnade der späten Geburt: Earthband feiern den Rock, als würde die Jahreszahl noch mit "197..." beginnen.

Das letzte Album "Harmonia" begeisterte die Kritiker und nicht wenige sagten der Band in der deutschen Rockszene einen großen Schritt nach vorne voraus. Ganz so gewaltig ist der letztlich nicht ausgefallen, dennoch kein Anlass für das Trio aus Brandenburg, ihr Ding nicht mit dem denkbar größten Selbstvertrauen durchzuziehen. Genau das trieft auch greifbar aus jeder Note des dritten Albums, bei dem nicht nur der Name "Attack Attack Attack" angriffslustig ausgefallen ist.
Im Vergleich zum höchst gelungenen Vorgänger fällt der neue Longplayer durch durchweg kompakte Songs auf, die auf gelegentliche krautrockige Eskapaden gänzlich verzichten. Wie alle guten Rockplatten bleibt die Spielzeit unter 40 Minuten, für den Song sind die klassischen dreieinhalb das Maß, und auch sonst beackern Earthbend die Disziplin "schnörkelloser Rocksong" mit größter Konsequenz. Dass "die Bend" sich nicht groß um Trends der Gegenwart schert, hat sie ja von Anfang an gezeigt, dennoch: so viel Siebziger-Rock-Einflüsse gab es noch nie. Sogar das Unwort "Classic Rock" ist hier nicht verpönt, sondern sogar maßgebend.
Das Kunststück heißt hierbei, ihn anno 2010 so zu spielen, ohne dass er auf peinliches Klischeegehabe und anachronistische Schwanzfixierung zurückfällt. Und wahrlich: wo etwa Jet nur dreist kopieren und Airbourne sich breitbeinig in Rockpose werfen, nehmen sich Earthbend ihre AC/DC-, Thin Lizzy- und MC5-Einflüsse und verarbeiten sie zu etwas erfreulich Eigenständigem, das ohne jeden Showeffekt auskommt, sondern von der reinen Spielfreude lebt.
Earthbend - "Ozzy Attack"
Die Siebziger-Hommage hört übrigens nicht auf bei der Musik. Das zweite große Thema von "Attack Attack Attack" ist der alte Horrorfilm. Texte, Artwork und Video durchziehen Referenzen an alte trashige Kinostreifen als roter Faden. Das kommt wohl nicht ungefähr, wenn man weiß, dass das Album in einem leerstehenden Kino eingespielt wurde, in dem sich Earthbend über Wochen hinweg verbarrikadiert haben. Deswegen dürfte die erste Single "Ozzy Attack" auch als das Herzstück des Albums ausgewählt sein. Andre Kunze singt von angreifenden Monstern, dem finsterem Fledermausköpfer wird im Titel auch gleich eine Aufwartung gemacht und das Video dazu dürfte dann auch gleich den Entstehungsort des Albums zeigen. Zudem lädt der Refrain ein, den Albumtitel richtig schön mitzushouten.
Aus diesem kompakten Rock-Gesamtpaket stechen allerdings kaum einzelne Songs hervor. Was einerseits dafür spricht, dass es keine Ausfälle gibt, aber halt auch keine richtigen Hits wie auf den Vorgängeralben. Der eingängigste Refrain, nämlich der von "Earth Rising", liegt ein bisschen zu nah an Alphavilles "Forever Young", um richtig gut zu sein.
Insgesamt legen Earthbend also ein kraftvolles, ehrliches und erfrischend authentisches Stück Rock vor. Wenn sie als nächstes den Schwung von "Attack..." mit den geilen Melodien von "Harmonia" vereinigen könnten, dann wären sie endgültig unter den richtig Großen.
Robert Goldbach
VÖ: 20.08.1973 2010
Label: Nois-O-Lution
Tracklist
01. Blistered & black
02. Driller killer
03. Ozzy attack
04. Earth rising
05. Rashomon
06. Evermore
07. Newbourne
08. Zombie
09. Back to the wall
10. Beretta
11. Neighbors from hell

Das letzte Album "Harmonia" begeisterte die Kritiker und nicht wenige sagten der Band in der deutschen Rockszene einen großen Schritt nach vorne voraus. Ganz so gewaltig ist der letztlich nicht ausgefallen, dennoch kein Anlass für das Trio aus Brandenburg, ihr Ding nicht mit dem denkbar größten Selbstvertrauen durchzuziehen. Genau das trieft auch greifbar aus jeder Note des dritten Albums, bei dem nicht nur der Name "Attack Attack Attack" angriffslustig ausgefallen ist.
Im Vergleich zum höchst gelungenen Vorgänger fällt der neue Longplayer durch durchweg kompakte Songs auf, die auf gelegentliche krautrockige Eskapaden gänzlich verzichten. Wie alle guten Rockplatten bleibt die Spielzeit unter 40 Minuten, für den Song sind die klassischen dreieinhalb das Maß, und auch sonst beackern Earthbend die Disziplin "schnörkelloser Rocksong" mit größter Konsequenz. Dass "die Bend" sich nicht groß um Trends der Gegenwart schert, hat sie ja von Anfang an gezeigt, dennoch: so viel Siebziger-Rock-Einflüsse gab es noch nie. Sogar das Unwort "Classic Rock" ist hier nicht verpönt, sondern sogar maßgebend.
Das Kunststück heißt hierbei, ihn anno 2010 so zu spielen, ohne dass er auf peinliches Klischeegehabe und anachronistische Schwanzfixierung zurückfällt. Und wahrlich: wo etwa Jet nur dreist kopieren und Airbourne sich breitbeinig in Rockpose werfen, nehmen sich Earthbend ihre AC/DC-, Thin Lizzy- und MC5-Einflüsse und verarbeiten sie zu etwas erfreulich Eigenständigem, das ohne jeden Showeffekt auskommt, sondern von der reinen Spielfreude lebt.
Earthbend - "Ozzy Attack"
Die Siebziger-Hommage hört übrigens nicht auf bei der Musik. Das zweite große Thema von "Attack Attack Attack" ist der alte Horrorfilm. Texte, Artwork und Video durchziehen Referenzen an alte trashige Kinostreifen als roter Faden. Das kommt wohl nicht ungefähr, wenn man weiß, dass das Album in einem leerstehenden Kino eingespielt wurde, in dem sich Earthbend über Wochen hinweg verbarrikadiert haben. Deswegen dürfte die erste Single "Ozzy Attack" auch als das Herzstück des Albums ausgewählt sein. Andre Kunze singt von angreifenden Monstern, dem finsterem Fledermausköpfer wird im Titel auch gleich eine Aufwartung gemacht und das Video dazu dürfte dann auch gleich den Entstehungsort des Albums zeigen. Zudem lädt der Refrain ein, den Albumtitel richtig schön mitzushouten.
Aus diesem kompakten Rock-Gesamtpaket stechen allerdings kaum einzelne Songs hervor. Was einerseits dafür spricht, dass es keine Ausfälle gibt, aber halt auch keine richtigen Hits wie auf den Vorgängeralben. Der eingängigste Refrain, nämlich der von "Earth Rising", liegt ein bisschen zu nah an Alphavilles "Forever Young", um richtig gut zu sein.
Insgesamt legen Earthbend also ein kraftvolles, ehrliches und erfrischend authentisches Stück Rock vor. Wenn sie als nächstes den Schwung von "Attack..." mit den geilen Melodien von "Harmonia" vereinigen könnten, dann wären sie endgültig unter den richtig Großen.
Robert Goldbach
VÖ: 20.08.1973 2010
Label: Nois-O-Lution
Tracklist
01. Blistered & black
02. Driller killer
03. Ozzy attack
04. Earth rising
05. Rashomon
06. Evermore
07. Newbourne
08. Zombie
09. Back to the wall
10. Beretta
11. Neighbors from hell
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