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Earthbend
Earthbend: Harmonia
Bislang findet man weder auf der offiziellen Stadtwebseite noch im Wikipedia-Eintrag von Finsterwalde eine Erwähnung von Earthbend. Hingegen dürfte es bald für eine Auszeichnung um die Verdienste um das Image der Stadt reichen, denn der Hinweis auf die Herkunft fehlt bislang in kaum einem Text, der über Earthbend geschrieben wird. Bedeutend ist das deswegen, weil in der kommenden Zeit viel über Earthbend geschrieben werden wird. Knallen sie uns mit ihrem zweiten Album "Harmonia" doch so ein ausgereiftes Stück Rock vor den Latz, dass das niemand, wirklich niemand verpassen sollte, der auch nur ein halbes Herz für Gitarrenmusik hat.
Konnte ihr Debüt "Young Man Afraid" vor anderthalb Jahren immerhin noch als Achtungserfolg verbucht werden, treten sie nun aus allen Schatten und Dunstkreisen, die damals so ausgemacht wurden. Allen voran natürlich dem von Kurt Ebelhäuser, der beide Alben mit ihnen im Studio aufnahm und dessen Bands Blackmail und vor allem Scumbucket gleich als praktische Referenz mit zur Hand waren. "Harmonia" hat es allerdings nicht mehr nötig, sich mit dem Namen eines Produzenten zu schmücken, es besitzt selbst eine solche Strahlkraft, dass es zur Referenzgröße für den Produzenten Kurt Ebelhäuser werden sollte. Oder sagen wir einfach: hier fand zusammen, was zusammen passt.
Die Klasse des Albums wird natürlich nicht nur durch den kraftvollen und geerdeten Sound bestimmt. Wer das Selbstbewusstsein hat, ein Album gleich mit einer orgelverzierten zehnminütigen Rockabfahrt zu beginnen, deren Strophengesang auch noch von einer Vocoderstimme besorgt wird - der muss sich seiner Sache ziemlich sicher sein. Und in der Tat sind diese äußerst schnell vergehenden zehn Minuten des Titelsongs nur ein Highlight von vielen. Das anschließende "Leroi" mit seinen eingängigen Riffs ist schon der nächste Hit, "1000 Yard Stare" und das tolle und ebenfalls ausufernde "Bones" fallen da nicht ab. Und dann bittet ein klassisch straighter Geradeausrocker in bester MC5-Manier zum Tanz: "Too many stars" basiert auf einem arg simplen Riff und ist sicher nicht der beste Song der Platte, aber es fügt sich als Zwischenstation gut in den Fluss des Albums ein und findet so seine Berechtigung zwischen den anderen Klassekompositionen. Mit "Troja" geht die Reise ja schon wieder in wesentlich komplexere Gefilde. Bis zum letzten Ton von "Tropical Heatwave" hat man nicht das Bedürfnis zu skippen, und das auch bei fortgesetztem Immer-wieder-Durchspielen der Scheibe.
Das Adjektiv "zeitlos" wird ja gerne verwendet und es sieht gut dafür aus, dass sich auch "Harmonia" dieses Prädikat ans Revers heften darf. Trendreiterei konnte man den Herren ja sowieso nie vorwerfen, Ewiggestrigsein allerdings wohl auch nicht. Die Einflüsse von Led Zeppelin bis King Crimson hört man zwar deutlich heraus, Earthbend gehören aber zu jenen Bands, die die Idee dieser Vorbilder ins hier und heute transportieren, und stehen somit in einer Reihe mit Bands wie Kings Of Leon, Motorpsycho, Scumbucket oder Mother Tongue. Und da stehen sie nicht schlecht.
Ach was soll's, letztlich machen sie eh nur ihr Ding, und das mit unbeirrter Konsequenz. Anders könnte man ein Album wie "Harmonia" wohl auch nie schaffen.
Robert Goldbach
VÖ: 22.08.2008
Label: Rookie Records/ Cargo
Tracklist:
01. Harmonia
02. Leroi
03. 1000 Yard Stare
04. Bones
05. Too Many Stars
06. Troja
07. Dragon Lady
08. Scattergun
09. Jadis
10. Tropical Heat Wave
Konnte ihr Debüt "Young Man Afraid" vor anderthalb Jahren immerhin noch als Achtungserfolg verbucht werden, treten sie nun aus allen Schatten und Dunstkreisen, die damals so ausgemacht wurden. Allen voran natürlich dem von Kurt Ebelhäuser, der beide Alben mit ihnen im Studio aufnahm und dessen Bands Blackmail und vor allem Scumbucket gleich als praktische Referenz mit zur Hand waren. "Harmonia" hat es allerdings nicht mehr nötig, sich mit dem Namen eines Produzenten zu schmücken, es besitzt selbst eine solche Strahlkraft, dass es zur Referenzgröße für den Produzenten Kurt Ebelhäuser werden sollte. Oder sagen wir einfach: hier fand zusammen, was zusammen passt.
Die Klasse des Albums wird natürlich nicht nur durch den kraftvollen und geerdeten Sound bestimmt. Wer das Selbstbewusstsein hat, ein Album gleich mit einer orgelverzierten zehnminütigen Rockabfahrt zu beginnen, deren Strophengesang auch noch von einer Vocoderstimme besorgt wird - der muss sich seiner Sache ziemlich sicher sein. Und in der Tat sind diese äußerst schnell vergehenden zehn Minuten des Titelsongs nur ein Highlight von vielen. Das anschließende "Leroi" mit seinen eingängigen Riffs ist schon der nächste Hit, "1000 Yard Stare" und das tolle und ebenfalls ausufernde "Bones" fallen da nicht ab. Und dann bittet ein klassisch straighter Geradeausrocker in bester MC5-Manier zum Tanz: "Too many stars" basiert auf einem arg simplen Riff und ist sicher nicht der beste Song der Platte, aber es fügt sich als Zwischenstation gut in den Fluss des Albums ein und findet so seine Berechtigung zwischen den anderen Klassekompositionen. Mit "Troja" geht die Reise ja schon wieder in wesentlich komplexere Gefilde. Bis zum letzten Ton von "Tropical Heatwave" hat man nicht das Bedürfnis zu skippen, und das auch bei fortgesetztem Immer-wieder-Durchspielen der Scheibe.
Das Adjektiv "zeitlos" wird ja gerne verwendet und es sieht gut dafür aus, dass sich auch "Harmonia" dieses Prädikat ans Revers heften darf. Trendreiterei konnte man den Herren ja sowieso nie vorwerfen, Ewiggestrigsein allerdings wohl auch nicht. Die Einflüsse von Led Zeppelin bis King Crimson hört man zwar deutlich heraus, Earthbend gehören aber zu jenen Bands, die die Idee dieser Vorbilder ins hier und heute transportieren, und stehen somit in einer Reihe mit Bands wie Kings Of Leon, Motorpsycho, Scumbucket oder Mother Tongue. Und da stehen sie nicht schlecht.
Ach was soll's, letztlich machen sie eh nur ihr Ding, und das mit unbeirrter Konsequenz. Anders könnte man ein Album wie "Harmonia" wohl auch nie schaffen.
Robert Goldbach
VÖ: 22.08.2008
Label: Rookie Records/ Cargo
Tracklist:
01. Harmonia
02. Leroi
03. 1000 Yard Stare
04. Bones
05. Too Many Stars
06. Troja
07. Dragon Lady
08. Scattergun
09. Jadis
10. Tropical Heat Wave
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