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Egotronic
Egotronic: Lustprinzip
Selbstbewusste Freitag-Abend-Party-Beats. Sounds like Feierabend in der Großstadt: Wenn man absolut nichts anderes im Köpflein hat, als das öde Normalsein im Arbeitsalltag mit frechem Deutsch-Elektro zu bekämpfen. Wenn man absolut nichts anderes als „in einer Disco schwitzen“ will, wie besungen wird. Wenn man nichts außergewöhnlich Anspruchsvolles verlangt...
"Lustprinzip" von Egotronic ist nämlich potenzierter Simplizismus. Die gewiss gewollte Schlichtheit, die zur Zeit ja ungemein angesagt ist, neigt oftmals unfreiwillig zur derben Eintönigkeit: Bässe brummen mutig dahin, doch verlieren in ihrer Einsamkeit alsbald ihre Attraktivität. Da fehlt es an musikalischem Gehalt.
Um der Fadheit vorzubeugen, hilft da nur das Tanzbein zu schwingen. Ach was - wenn man schon mal dabei ist - gleich beide. In eine Club-Situation passt Lustprinzip unverschämt gut rein!
Geübte Clubber überrascht hier aber freilich nichts. „Raven Gegen Deutschland“ klingt wie die harte 60:40-Mischung von „Tip Top“ (Tip Top) und „Ich Muss Gar Nichts“ (Grossstadtgeflüster). „Ich Kann Dich Fahren“ rumpelt daher wie „Männer Sind Scheiße Sexy“ (The Admirals feat. Seraphina) und die Tracks „Hip Cool Sexy“ + „Verliebt“ simulieren die "Neue Deutsche Welle" im neuen Jahrtausend. Bei allen Anlehnungen aber um einiges reduzierter.
Warte! Bei dieser Einschätzung kann es für „Ich Kann Dich Fahren“ nicht bleiben. Die besagte Klang-Verwandtschaft ist der beste Garant für eine Etablierung als großer Disco-Stampf-Hit.
Ganz wider ihres politischen Rufs, ist die Platte inhaltlich, trotz üblicher Deutschlandkritik, meistens ordinär im Sinne von gewöhnlich. Auf ein Minimum beschränkt, hat der unangestrengte Gesang aber auf jeden Fall seinen eigenen Charme. Ab und zu bringen verschiedene Gastmusiker Abwechslung ins Album. Texte jedoch – und ich hoffe dabei mit der Übereinstimmung der Interpreten – sollen hier nicht das wichtigste sein.
Jetzt aber gut mit dem journalistisch-analytischen Geplänkel und Tanzschuhe an. Denn obwohl keine bombastische Attraktion, sind in den 38,3 Minuten junge, lustige Mitschrei-Texte enthalten und im richtigen Takt bleiben die Berliner Jungs ja auch.
Anton Windirsch
Label: Audiolith
VÖ: 16.11.07
Tracklist:
01. Raven gegen Deutschland
02. Lustprinzip
03. der Tausch (feat. Kulla)
04. nicht nur Raver
05. Xtc-boy (feat. Tina & Plemo)
06. meine Sonnenbrille
07. ich kann dich fahren (vs. Sedlmeir)
08. hip cool sexy
09. verliebt
10. die zehn wird nicht geschrieben
11. afterhour
"Lustprinzip" von Egotronic ist nämlich potenzierter Simplizismus. Die gewiss gewollte Schlichtheit, die zur Zeit ja ungemein angesagt ist, neigt oftmals unfreiwillig zur derben Eintönigkeit: Bässe brummen mutig dahin, doch verlieren in ihrer Einsamkeit alsbald ihre Attraktivität. Da fehlt es an musikalischem Gehalt.
Um der Fadheit vorzubeugen, hilft da nur das Tanzbein zu schwingen. Ach was - wenn man schon mal dabei ist - gleich beide. In eine Club-Situation passt Lustprinzip unverschämt gut rein!
Geübte Clubber überrascht hier aber freilich nichts. „Raven Gegen Deutschland“ klingt wie die harte 60:40-Mischung von „Tip Top“ (Tip Top) und „Ich Muss Gar Nichts“ (Grossstadtgeflüster). „Ich Kann Dich Fahren“ rumpelt daher wie „Männer Sind Scheiße Sexy“ (The Admirals feat. Seraphina) und die Tracks „Hip Cool Sexy“ + „Verliebt“ simulieren die "Neue Deutsche Welle" im neuen Jahrtausend. Bei allen Anlehnungen aber um einiges reduzierter.
Warte! Bei dieser Einschätzung kann es für „Ich Kann Dich Fahren“ nicht bleiben. Die besagte Klang-Verwandtschaft ist der beste Garant für eine Etablierung als großer Disco-Stampf-Hit.
Ganz wider ihres politischen Rufs, ist die Platte inhaltlich, trotz üblicher Deutschlandkritik, meistens ordinär im Sinne von gewöhnlich. Auf ein Minimum beschränkt, hat der unangestrengte Gesang aber auf jeden Fall seinen eigenen Charme. Ab und zu bringen verschiedene Gastmusiker Abwechslung ins Album. Texte jedoch – und ich hoffe dabei mit der Übereinstimmung der Interpreten – sollen hier nicht das wichtigste sein.
Jetzt aber gut mit dem journalistisch-analytischen Geplänkel und Tanzschuhe an. Denn obwohl keine bombastische Attraktion, sind in den 38,3 Minuten junge, lustige Mitschrei-Texte enthalten und im richtigen Takt bleiben die Berliner Jungs ja auch.
Anton Windirsch
Label: Audiolith
VÖ: 16.11.07
Tracklist:
01. Raven gegen Deutschland
02. Lustprinzip
03. der Tausch (feat. Kulla)
04. nicht nur Raver
05. Xtc-boy (feat. Tina & Plemo)
06. meine Sonnenbrille
07. ich kann dich fahren (vs. Sedlmeir)
08. hip cool sexy
09. verliebt
10. die zehn wird nicht geschrieben
11. afterhour
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Ein absolut geniales Album! Einer meiner Favoriten auf das Album des Jahres - das ist Punk, das ist Electro!
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