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Eminem
Eminem: Recovery
Bei Haddaway-Samples und Gastauftritten nur der großen Namen wegen hilft auch Flow und Message nicht mehr. Could the real Slim Shady please stand up again?

"Cause some things just, don't change/ it's better when they stay the same" eröffnet Eminem Wasser predigender Weise sein neues Werk namens "Recovery" und erweckt zunächst die Hoffnung, sein Lebenswerk um ein ausgereiftes Album zu bereichern. Doch weit gefehlt, besinnt sich Mr. Mathers nämlich nicht wie im Vorjahr bei "Relapse" auf eher kantige 90er-Beats, sondern zeugt vielmehr von einem reinen Massentauglichkeits-Kalkül .
Was Eminem als Genesung ("Recovery") etikettiert, mag vielleicht auf seinen Gesundheitszustand zutreffen, die offensichtliche Kehrtwende zu überproduziertem Pop ist jedoch keinesfalls als solche anzusehen. Daher auch die Empfehlung, wenn sich schon die neue Shady-Scheibe in den Player verirrt hat, nach dem Opener sofort den Stop- oder Eject-Knopf zu betätigen - Untätigen und "Skippern" drohen flache Gewässer. Das anschließende "Talking To Myself featuring Kobe" leitet nämlich mit unspektakulären E-Gitarren und dem Autotune-Gesäusel des Gastsängers das Stell-Dich-Ein der beliebigen Mainstream-Nummern ein. Stellvertretend seien hier auch die Auftritte von P!nk und Rihanna genannt, erstere, die ohne große eigene Note, den Chorus des rockigen "Won't Back Down" bedient, letztere, deren Organ die seichten Harmonien aus Synthieflächen und Akustikgitarreneinsatz abrunden soll.
Trostpflaster stellen auf "Recovery" Songs wie "So Bad" dar, dass an Dre-Produktionen à la "What's The Difference" anknüpft, da es das Gefälligkeitsmaß nicht zu überspannen weiß. Was dem Fass letztendlich dennoch den Boden ausschlägt ist "No Love", eine auf Haddaways "What Is Love" aufgebaute Zusammenarbeit mit Lil Wayne. Schleppend rappen sich beide über die Eurorave-Samples, die konsequent verhindern, dass ihre durchaus energiegeladene Mittelfingerattitüde glaubhaft rübergebracht wird.
2010 sind also Ironie und Selbstkritik des Vorgänger "Relapse" samt seiner kompromisslosen Instrumentierung Geschichte. (Ganz nebenbei brachte das unserem Oscarpreisträger dennoch zwei Grammys und den Titel "erfolgreichsten Musiker des letzten Jahrzehnts" ein). Stattdessen distanziert sich Eminem in allen aktuellen Statements von seinem 2009er Wurf und propagiert mit "Recovery" eine neue Ära, die inhaltlich weniger auf reines Wortspiel und Pointen bedacht und musikalisch lieber profillos daherkommt. Den Kurswechsel untermalt Slim Shady zudem recht unbescheiden im aktuellen Clip "Not Afraid", wo er seinen inneren Dämonen entkommt und sich zum fliegenden Superhelden mausert. Dass er sich da mal nicht an der Sonne verbrennt...
Kai-Uwe Weser
VÖ: 21.06.2010
Label: Interscope (Universal)
Tracklist:
01. Cold Wind Blows
02. Talkin’ 2 Myself Feat. Kobe
03. On Fire
04. Won’t Back Down Ft. Pink
05. W.T.P.
06. Going Through Changes
07. Not Afraid
08. Seduction
09. No Love Ft. Lil Wayne
10. Space Bound
11. Cinderella Man
12. 25 to Life
13. So Bad
14. Almost Famous
15. Love the Way You Lie Ft. Rihanna
16. You’re Never Over

"Cause some things just, don't change/ it's better when they stay the same" eröffnet Eminem Wasser predigender Weise sein neues Werk namens "Recovery" und erweckt zunächst die Hoffnung, sein Lebenswerk um ein ausgereiftes Album zu bereichern. Doch weit gefehlt, besinnt sich Mr. Mathers nämlich nicht wie im Vorjahr bei "Relapse" auf eher kantige 90er-Beats, sondern zeugt vielmehr von einem reinen Massentauglichkeits-Kalkül .
Was Eminem als Genesung ("Recovery") etikettiert, mag vielleicht auf seinen Gesundheitszustand zutreffen, die offensichtliche Kehrtwende zu überproduziertem Pop ist jedoch keinesfalls als solche anzusehen. Daher auch die Empfehlung, wenn sich schon die neue Shady-Scheibe in den Player verirrt hat, nach dem Opener sofort den Stop- oder Eject-Knopf zu betätigen - Untätigen und "Skippern" drohen flache Gewässer. Das anschließende "Talking To Myself featuring Kobe" leitet nämlich mit unspektakulären E-Gitarren und dem Autotune-Gesäusel des Gastsängers das Stell-Dich-Ein der beliebigen Mainstream-Nummern ein. Stellvertretend seien hier auch die Auftritte von P!nk und Rihanna genannt, erstere, die ohne große eigene Note, den Chorus des rockigen "Won't Back Down" bedient, letztere, deren Organ die seichten Harmonien aus Synthieflächen und Akustikgitarreneinsatz abrunden soll.
Trostpflaster stellen auf "Recovery" Songs wie "So Bad" dar, dass an Dre-Produktionen à la "What's The Difference" anknüpft, da es das Gefälligkeitsmaß nicht zu überspannen weiß. Was dem Fass letztendlich dennoch den Boden ausschlägt ist "No Love", eine auf Haddaways "What Is Love" aufgebaute Zusammenarbeit mit Lil Wayne. Schleppend rappen sich beide über die Eurorave-Samples, die konsequent verhindern, dass ihre durchaus energiegeladene Mittelfingerattitüde glaubhaft rübergebracht wird.
2010 sind also Ironie und Selbstkritik des Vorgänger "Relapse" samt seiner kompromisslosen Instrumentierung Geschichte. (Ganz nebenbei brachte das unserem Oscarpreisträger dennoch zwei Grammys und den Titel "erfolgreichsten Musiker des letzten Jahrzehnts" ein). Stattdessen distanziert sich Eminem in allen aktuellen Statements von seinem 2009er Wurf und propagiert mit "Recovery" eine neue Ära, die inhaltlich weniger auf reines Wortspiel und Pointen bedacht und musikalisch lieber profillos daherkommt. Den Kurswechsel untermalt Slim Shady zudem recht unbescheiden im aktuellen Clip "Not Afraid", wo er seinen inneren Dämonen entkommt und sich zum fliegenden Superhelden mausert. Dass er sich da mal nicht an der Sonne verbrennt...
Kai-Uwe Weser
VÖ: 21.06.2010
Label: Interscope (Universal)
Tracklist:
01. Cold Wind Blows
02. Talkin’ 2 Myself Feat. Kobe
03. On Fire
04. Won’t Back Down Ft. Pink
05. W.T.P.
06. Going Through Changes
07. Not Afraid
08. Seduction
09. No Love Ft. Lil Wayne
10. Space Bound
11. Cinderella Man
12. 25 to Life
13. So Bad
14. Almost Famous
15. Love the Way You Lie Ft. Rihanna
16. You’re Never Over
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