Infinity On High

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Zweierlei lernt man diese Woche, wenn man auf die aktuellen Billboard Charts blickt: Fall Out Boy sind mit ihrem neuen Album "Infinity On High" aus dem Nichts an die Spitze geschossen (Äh..."Glückwunsch"), und um dorthin zu gelangen, haben sie 260.000 Einheiten verkauft (laut SoundScan.com). Zum einen sind Fall Out Boy also endlich dort angekommen, wohin die Band Stück für Stück seit dem 2005er Album "From Under the Cork Tree" strebte (in den von Zahlen bestimmten US-amerikanischen Erfolgs-Pop-Olymp), zum anderen muss man allerdings auch feststellen, dass diese "Erfolgszahlen" überraschend gering sind. Nach all den ausverkauften Stadien der jüngsten Vergangenheit, der gefühlten Omnipräsenz des Fall Out Boy-Sängers Patrick Stump (Gastauftritte bei den Gym Class Heroes und Busenkumpel von Panic!
At The Disco) und all dem Hot Fuss in der US-Klatschpresse um die Unten-Ohne-Bilder des Bassisten Peter Wentz hätte durchaus die halbe Million geknackt werden können.

»zum Albumprelistening

Was die Selbstwahrnehmung der Band angeht, vielleicht sogar geknackt werden MÜSSEN. Aus Fall Out Boy sind längst Posterboys geworden, zirkulierende Gerüchte um Vorhaut-Boy Pete Wentz und andere C-Skandälchen werden im aktuellen Video "This Is Ain't A Scene, It's An Arms Race" gekonnt aufgegriffen und - selbstverständlich! - "ironisch gebrochen" kommentiert. Die Single ist dabei kein selbstreferentieller Ausreißer, alles auf "Infinity On High" kreischt, schreit, gurrt nach größenwahnsinnigem US-Pop.

Video "This Is Ain't A Scene, It's An Arms Race"


Ob nun das berühmte "Hallelujah" von Leonard Cohen, das in "Hum Hallelujah" zweckentfremdet wird oder der Gastauftritt von Jay-Z, der im Opener "Thriller" (!) nuschelnd durch den Song huscht, "Infinity On High" will hoch hinaus, sucht mit aller Gewalt die Pole-Position in den Charts. Mit Punk oder Emo haben die 14 Pop-Melodien samt catchy Kitsch nicht mehr viel zu tun, als purer Pop hingegen funktioniert "Infinity On High" überraschend gut. Denn neben einer kahlrasierten Britney Spears, der dummen Dose Paris Hilton oder Altherrenrocker wie U2 wirkt "Infinity On High" wie Punkrock Anno 1976: herrlich frisch. Allerdings auch nur da.

Text: Heiko Reusch

: 02.03.2007

Label: Universal

Tracklist:
01. Thriller
02. The Take Over, The Breaks Over
03. This Ain't A Scene, It's An Arms Race
04. I'm Like A Lawyer With The Way...
05. Hum Hallelujah
06. Golden
07. Thnks Fr Th Mmrs
08. Don't You Know Who I Think I Am?
09. The (After) Life Of The Party
10. The Carpal Tunnel Of Love
11. Bang The Doldrums
12. Fame < Infamy
13 You're Crashing, But You're No Wave
14. I've Got All This Ringing In My Ears....
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