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Foo Fighters
Foo Fighters: Wasting Light
Die Garage von Herrn Grohl ist zu aufgeräumt und seine Band mittlerweile zu groß dafür. Mehr Dreck wäre schön gewesen, gefallen tut es trotzdem.

Es ist so eine Sache mit den Erwartungshaltungen und ihrem Futter. Die Foo Fighters beherrschen deren Aufbau mit Bravour und lenkten im Vorfeld alles auf ein kompromissloses Fest der rohen, unverbrauchten Rockbretter. Butch Vig sollte es richten und "Wasting Light" wie auch damals Nirvanas "Nevermind" zum richtigen Sound verhelfen. Es wurde komplett auf digitale Technik verzichtet und alles Equipment in Grohls Garage geschafft, wo sonst für gewöhnlich sein Minivan parkte. Mit gezielt gewählten Kostproben goss die wieder zum Quintett gewachsene Band vorab ordentlich Öl ins Euphorie-Feuer. Eines jedoch vorweg: Mit "White Limo" haben die Foo Fighters ihr Peak-Level erreicht, der Rest der Platte ist mit einer Ausnahme deutlich weniger rabiat.
Diese Ausnahme ist der Opener "Bridge Burning" - ein pulsierendes Energiebündel, wie man es von der Band seit "There Is Nothing Left To Lose" nicht mehr gehört hat. Derart druckvoll, aggressiv und dennoch sympathisch klingen die Foo Fighters hier und prügeln kompromisslos große Melodien nach vorn, dass man sich sofort mehr davon wünscht. Zusammen mit "White Limo" ist dieser Song genau das, worauf man seit ihrem Debüt warten musste. "Rope", "A Matter Of Time" oder "Miss The Misery" legen partiell nach, können die Spannung jedoch nicht halten. Dennoch punktet die Platte mit starken Melodien, tollen Gitarren und einer Attitüde, die sie so nah an die Blütezeiten des 90er Alternativerocks bringen, wie kaum ein Foo Fighters-Album zuvor.
Foo Fighters - "White Limo"
Eine deutliche Reverenz zeigt sich im grandiosen "I Should Have Known", das durch Nirvana-Gründungsmitglied Krist Novoselic am besonders zum Ende überaus knorrigen Bass und einem seichten Akkordeon bereichert wird. Auch Grohls Stimme, die hier leicht verzerrt und leidenschaftlich einen ihrer besten Momente hat, trägt dazu bei, dass dieses im Verhältnis ruhigste Stück der Platte einen weiteren Höhepunkt markiert. Die im Song klar offenbarten Kanten hätten vielen anderen Stellen auf "Wasting Light" ebenfalls gut getan.
Wenn Dave Grohl mit seinen Versprechungen im Vorfeld auch gern mal über das Ziel hinaus schießt, soll er dieses Mal unterm Strich doch Recht behalten. Die Foo Fighters haben sich auf diesem Album wieder zusammengerissen, ihre Wurzeln freigelegt und sogar mit ins Heute getragen. Man spürt über weite Strecken deutlich mehr Energie, Gefühl und Leidenschaft, ihre Songs wirken wieder in sich geschlossen und wissen mit großartigen Harmonien, Akkordfolgen und einem Organ zu überzeugen, dessen Eindringlichkeit und Gewalt nie besser war.

Schade nur, dass der so vollmundig versprochene Garagecharme höchstens unterschwellig spürbar ist bzw. ganz vermisst wird, denn ein bisschen Sand im Getriebe hat schließlich noch keiner guten Rockplatte geschadet. Vom rohen, kantigen "White Limo"-Sound und seiner ungeschminkten, inneren Schönheit könnten sich viele Songs von "Wasting Light" noch eine gute Scheibe abschneiden. Doch die Herren altern in Würde, da muss man sich hier und da schonmal ein bisschen schonen. Wenn sie uns dafür noch zwei oder drei weitere Alben dieser Güte bescheren, dann sei ihnen der Glanz und das bisschen Makeup vollends verziehen.
Alex Beyer
VÖ: 8.4.2011
Label: RCA/Sony
Tracklist:
01. Bridge Burning
02. Rope
03. Dear Rosemary
04. White Limo
05. Arlandria
06. These Days
07. Back And Forth
08. A Matter Of Time
09. Miss The Misery
10. I Should Have Known
11. Walk

Es ist so eine Sache mit den Erwartungshaltungen und ihrem Futter. Die Foo Fighters beherrschen deren Aufbau mit Bravour und lenkten im Vorfeld alles auf ein kompromissloses Fest der rohen, unverbrauchten Rockbretter. Butch Vig sollte es richten und "Wasting Light" wie auch damals Nirvanas "Nevermind" zum richtigen Sound verhelfen. Es wurde komplett auf digitale Technik verzichtet und alles Equipment in Grohls Garage geschafft, wo sonst für gewöhnlich sein Minivan parkte. Mit gezielt gewählten Kostproben goss die wieder zum Quintett gewachsene Band vorab ordentlich Öl ins Euphorie-Feuer. Eines jedoch vorweg: Mit "White Limo" haben die Foo Fighters ihr Peak-Level erreicht, der Rest der Platte ist mit einer Ausnahme deutlich weniger rabiat.
Diese Ausnahme ist der Opener "Bridge Burning" - ein pulsierendes Energiebündel, wie man es von der Band seit "There Is Nothing Left To Lose" nicht mehr gehört hat. Derart druckvoll, aggressiv und dennoch sympathisch klingen die Foo Fighters hier und prügeln kompromisslos große Melodien nach vorn, dass man sich sofort mehr davon wünscht. Zusammen mit "White Limo" ist dieser Song genau das, worauf man seit ihrem Debüt warten musste. "Rope", "A Matter Of Time" oder "Miss The Misery" legen partiell nach, können die Spannung jedoch nicht halten. Dennoch punktet die Platte mit starken Melodien, tollen Gitarren und einer Attitüde, die sie so nah an die Blütezeiten des 90er Alternativerocks bringen, wie kaum ein Foo Fighters-Album zuvor.
Foo Fighters - "White Limo"
Eine deutliche Reverenz zeigt sich im grandiosen "I Should Have Known", das durch Nirvana-Gründungsmitglied Krist Novoselic am besonders zum Ende überaus knorrigen Bass und einem seichten Akkordeon bereichert wird. Auch Grohls Stimme, die hier leicht verzerrt und leidenschaftlich einen ihrer besten Momente hat, trägt dazu bei, dass dieses im Verhältnis ruhigste Stück der Platte einen weiteren Höhepunkt markiert. Die im Song klar offenbarten Kanten hätten vielen anderen Stellen auf "Wasting Light" ebenfalls gut getan.
Wenn Dave Grohl mit seinen Versprechungen im Vorfeld auch gern mal über das Ziel hinaus schießt, soll er dieses Mal unterm Strich doch Recht behalten. Die Foo Fighters haben sich auf diesem Album wieder zusammengerissen, ihre Wurzeln freigelegt und sogar mit ins Heute getragen. Man spürt über weite Strecken deutlich mehr Energie, Gefühl und Leidenschaft, ihre Songs wirken wieder in sich geschlossen und wissen mit großartigen Harmonien, Akkordfolgen und einem Organ zu überzeugen, dessen Eindringlichkeit und Gewalt nie besser war.

Schade nur, dass der so vollmundig versprochene Garagecharme höchstens unterschwellig spürbar ist bzw. ganz vermisst wird, denn ein bisschen Sand im Getriebe hat schließlich noch keiner guten Rockplatte geschadet. Vom rohen, kantigen "White Limo"-Sound und seiner ungeschminkten, inneren Schönheit könnten sich viele Songs von "Wasting Light" noch eine gute Scheibe abschneiden. Doch die Herren altern in Würde, da muss man sich hier und da schonmal ein bisschen schonen. Wenn sie uns dafür noch zwei oder drei weitere Alben dieser Güte bescheren, dann sei ihnen der Glanz und das bisschen Makeup vollends verziehen.
Alex Beyer
VÖ: 8.4.2011
Label: RCA/Sony
Tracklist:
01. Bridge Burning
02. Rope
03. Dear Rosemary
04. White Limo
05. Arlandria
06. These Days
07. Back And Forth
08. A Matter Of Time
09. Miss The Misery
10. I Should Have Known
11. Walk
Links
christoph.berger
vor 419d 3h
Sand im Getriebe stört doch Rockbands ebenso wie Motoren, oder hab ich da was falsch verstanden!? ;-)
Zum doch recht glattgebügelten Klang sagte Grohl im Interview mit der Wischens sinngemäß: "Garage ja, aber wir haben immer noch einen gewissen Anspruch an unseren Sound..." Dann kann man sich das auch gleich schenken :-D




Och ich weiss nich,
ich bin zwar schon nen FooFighters Fanboy und vielleicht deswegen etwas vor eingenommen, aber ich finde die Kritik das es doch zu soft gewoden ist nicht gerecht fertig.
Was genau heisst den soft??
Fast jeder Song hat seine harten Riffs und Gesänge wie ich finde, warum sollte mir jetzt Grohl jeden Song wie The Pretender präsentieren???
Irgendwo ist gerade die Abwechslung im Album angenehm, denn wenn jeder Song wie White Limo klingen würde wäre es erst recht langweilig und wie jedes andere Rock Album.
So bleibt es doch schön knackig und vor allem in sich geschlossen, das letzte war ja schon eher konfuser gestaltet!!
Ich finds einfach Klasse und hörs mir immer wieder gerne an, wegen mir können sie genauso weiter machen!!!
Ach und das Dave the Grohl ne große Klappe hat weiss doch jeder, dafür nimmt er sich mindestens genauso wenig ernst ;)
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