Euphoric /// Heartbreak

Alben von Glasvegas

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Große Gesten, viel Gedöns – dieses verflixte zweite Album ist nicht wirklich der Weg zur Unsterblichkeit.

Viel Zeit lassen sich Glasvegas auf diesem Album, volle drei Minuten gibts erstmal nur atmosphärisches Gemurmel und Gesause, bevor es mit den eigentlichen Songs losgeht. Und irgendwie kann man das für dieses zweite Album der Schotten auch als wegweisend erachten. Zweieinhalb Jahre nach ihrem furiosen Debüt und dem gleich ganz großen Rummel vom Start weg, sind die Erwartungen selbstredend enorm, kaum zu erfüllen eigentlich wie so oft.

Im mondänen Strandhaus in Santa Monica wurden die Songs geschrieben, mit Produzent Flood – den kennt man zwar von PJ Harvey, aber eben auch von 30 Seconds To Mars, den Killers oder den Smashing Pumpkins – haben sie für die Aufnahmen einen geholt, der gern das große Besteck benutzt, und der gar nicht weiß, wie man kleine Brötchen backt. So kommt man beim Hören von „Euphoric /// Heartbreak \“ nie wirklich von dem Gedanken los, dass es vielleicht auch in die andere Richtung hätte gehen können, die der Vorgänger aufgemacht hat. Auf der noch kleinen Clubtour kurz nach Veröffentlichung konnte man sich diese Seite von Glasvegas anschauen, die Reduzierung auf das eigentliche Songgerüst, den kompakt gehaltenen und trotzdem machtvollen Lärm und die formidable Stimme von Frontmann James Allen. Die steht auch diesmal wieder im Zentrum des Glasvegas-Sounds, der aber ansonsten allzu gern dem eigenen Pathos erliegen möchte. Statt Clash-Attitude gibts also U2-Stadion-Gesten, statt Jesus And Mary Chain-Lärmattacken wird georgelt, was das Zeug hält, statt die Wall of sound ihre Arbeit tun zu lassen, wird alles mit Effekten zugekleistert, was auch nur eine klitzekleine Luftholerlücke sein könnte.

Man kann sich das an der ersten Single „Euphoria, Take My Hand“ alles schon anhören, die großen ausholenden Melodiebögen mit der verzweifelten Grundstimmung, die gniedelnden Gitarren auf dichtgewebtem Synthieteppich. Und man stellt fest, dass in all dem Getöse schlicht und einfach die zwingende Songidee vergessen wurde, ein Grundproblem dieses Albums, bei dem am Ende außer all dem Soundbrimborium und Allens Sirenenstimme nicht wirklich viel hängenbleibt. Es ist kein schlechtes Album an sich, das sollte festgehalten werden, aber es ist eben auch nicht das Album, was einem Glasvegas für die nächsten Jahre unverzichtbar gemacht hätte.

Augsburg


VÖ: 1.4.2011

Label: Sony

Tracklist:
01. Pain Pain Never Again
02. The World Is Yours
03. You
04. Shine Like Stars
05. Whatever Hurts You Through The Night
06. Stronger Than Dirt - (homosexuality pt.2)
07. Dream Dream Dreaming
08. I Feel Wrong - (homosexuality pt.1)
09. Euphoria, Take My Hand
10. Lots Sometimes
11. Change

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danilo.roessger
danilo.roessger vor 430d 11h 

die rezi find ich sogar noch sehr wohlwollend ;) was für ein reinfall, dieses album!! und der "gesang" war auf dem debüt doch noch nich so verquietscht und verquetscht? meh, da wird mir übel. ganz kleines kino nach so nem mega-erstling.

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