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Gnarls Barkley
Gnarls Barkley: The Odd Couple
Ein satter Surf-Rock Rhythmus eröffnet "The Odd Couple" - das nunmehr zweite Album des "eigenartigen Pärchens" Gnarls Barkley. Der Song "Charity Case" zeigt uns in vielerlei Hinsicht, wo es lang geht auf diesem Zweitwerk. Wie ansatzweise bereits auf dem Debüt "St.
Elsewhere" zu erkennen, orientieren sich die Stücke wieder stark am Soul-Groove der 50er bis 70er Jahre. Der Sound, für den das Produzenten-Genie Danger Mouse alias Brian Burton hauptverantwortlich ist, wirkt dabei absolut authentisch. Als wären Kondensator-Mikrofone noch nicht erfunden worden, klingt Cee-Los Gesang wie in die zweite Reihe verbannt. Doch sein kräftiges Organ verschafft sich auch von dort aus ungeteiltes Gehör, nicht zuletzt weil er sich auch auf "The Odd Couple" wieder oft mit sich selbst im Duett verstärkt. Der Retro-Sound hat es Gnarls Barkley überhaupt angetan auf diesem Album. Das Knistern alter Schellackplatten, Cee-Los Stimme aus dem Trichter eines Grammophons, die Sängerknaben im Hintergrund und die niedlichen Streicher und Glockenspielchen aus Synthesizern der allerersten Generation schaffen jene Atmosphäre, die Gnarls Barkley so unverwechselbar macht.
Doch bevor zuviel nostalgische Ruhe aufkommt, reißt uns der potentielle Tanzflächen-Knaller "Going On" aus der Romantik der ersten Stücke heraus. Dieser Titel muss die zweite Single des Albums werden! Mit etwas Mut zum Humor besäßen auch die Ohrwürmer "Whatever" und "Blind Mary" absolutes Hit-Potential. "Open Book" ist das nächste Highlight der Platte, denn das Stück beweist wieder einmal Gnarls Barkleys schier unerschöpfliches Repertoire guter Ideen. Quasi ohne Beat singt Thomas Callaway alias Cee-Lo Green allein über eine rhythmische Soundcollage der Marke "zerkratzte CD hängt sich im Player auf". Mit "She Knows" wird die Platte wieder etwas ruhiger. Eine kühle Ballade mit Köpfchen statt nur schleimigem Herzschmerz - das ist selten geworden seit der Zielgruppenfokus der Majorlabels eher ins pre-pubertäre Alter verschoben wurde. Lyrische und musikalische Zitate kommen auf dieser Platte regelmäßig auch aus dem Genre des Gospel. Im Arrangement der Songs bedeutet das den Einsatz rhythmischer Chöre in "Little Better" oder der guten alten E-Orgel in "Who's Gonna Save My Soul".
Gnarls Barkley: Run
Das Gespür für ein gelungenes Artwork bleibt die größte Gemeinsamkeit mit "St. Elsewhere", dem erfolgreichen 2006er Debüt Gnarls Barkleys. Von der Angst vor dem zweiten Album ist bei Cee-Lo und Danger Mouse jedoch rein gar nichts zu hören. In ihrer Kreativität ist diese Platte äußerst selbstbewusst und daher unbedingt empfehlenswert, auch wenn sie insgesamt deutlich weniger Dancefloor-geeignet ist als ihr Vorgänger. Dafür ist "The Odd Couple" angenehm pragmatisch gehalten; die Hälfte der Songs bleibt unter 3:00 Minuten. Innerhalb gewisser Subkulturen würde man den musikalischen Wandel wahrscheinlich so ausdrücken: "Der Beat ist zwar unten herum weniger fett, aber dafür hat das ganze einfach Groove und einen verdammt tighten Flow". Oder so ähnlich. Ihr versteht schon.
Samuel Jackisch
» Gnarls Barkley: The Odd Couple komplett im Albumplayer anhören
VÖ: 04.04.2008
Label: Warner
Tracklist:
01. Charity Case
02. Who's Gonna Save My Soul
03. Going On
04. Run (I'm A Natural Disaster)
05. Would Be Killer
06. Open Book
07. Whatever
08. Surprise
09. No Time Soon
10. She Knows
11. Blind Marry
12. Neighbors
13. Little Better
Doch bevor zuviel nostalgische Ruhe aufkommt, reißt uns der potentielle Tanzflächen-Knaller "Going On" aus der Romantik der ersten Stücke heraus. Dieser Titel muss die zweite Single des Albums werden! Mit etwas Mut zum Humor besäßen auch die Ohrwürmer "Whatever" und "Blind Mary" absolutes Hit-Potential. "Open Book" ist das nächste Highlight der Platte, denn das Stück beweist wieder einmal Gnarls Barkleys schier unerschöpfliches Repertoire guter Ideen. Quasi ohne Beat singt Thomas Callaway alias Cee-Lo Green allein über eine rhythmische Soundcollage der Marke "zerkratzte CD hängt sich im Player auf". Mit "She Knows" wird die Platte wieder etwas ruhiger. Eine kühle Ballade mit Köpfchen statt nur schleimigem Herzschmerz - das ist selten geworden seit der Zielgruppenfokus der Majorlabels eher ins pre-pubertäre Alter verschoben wurde. Lyrische und musikalische Zitate kommen auf dieser Platte regelmäßig auch aus dem Genre des Gospel. Im Arrangement der Songs bedeutet das den Einsatz rhythmischer Chöre in "Little Better" oder der guten alten E-Orgel in "Who's Gonna Save My Soul".
Gnarls Barkley: Run
Das Gespür für ein gelungenes Artwork bleibt die größte Gemeinsamkeit mit "St. Elsewhere", dem erfolgreichen 2006er Debüt Gnarls Barkleys. Von der Angst vor dem zweiten Album ist bei Cee-Lo und Danger Mouse jedoch rein gar nichts zu hören. In ihrer Kreativität ist diese Platte äußerst selbstbewusst und daher unbedingt empfehlenswert, auch wenn sie insgesamt deutlich weniger Dancefloor-geeignet ist als ihr Vorgänger. Dafür ist "The Odd Couple" angenehm pragmatisch gehalten; die Hälfte der Songs bleibt unter 3:00 Minuten. Innerhalb gewisser Subkulturen würde man den musikalischen Wandel wahrscheinlich so ausdrücken: "Der Beat ist zwar unten herum weniger fett, aber dafür hat das ganze einfach Groove und einen verdammt tighten Flow". Oder so ähnlich. Ihr versteht schon.
Samuel Jackisch
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VÖ: 04.04.2008
Label: Warner
Tracklist:
01. Charity Case
02. Who's Gonna Save My Soul
03. Going On
04. Run (I'm A Natural Disaster)
05. Would Be Killer
06. Open Book
07. Whatever
08. Surprise
09. No Time Soon
10. She Knows
11. Blind Marry
12. Neighbors
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