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Goose
Goose: Synrise
Auf ihrem zweiten Album setzen Goose ihre elektronische Erfolgsstrategie fort, doch sind die Jungs viel zu verspielt, um sich nur auf einen Sound-Stil festzulegen.

Belgier sind Elektro-Künstler. Mit ihrer zweiten Platte "Synrise" komponieren sich Goose aus Kortrijk ein schillerndes Beat-Potpourri für die Tanzfläche zusammen. Und alles nur, weil sie sich irgendwann einmal für die "gute Seite" entschieden haben, denn Elektro-Rocker stehen meist vor einem geschmacklichen Scheideweg: In der einen Ecke lauern aufgeblasene, melodiöse, weichgespülte Synthie-Sounds und eine Band mit den ausladenden Gesten einer Metalkapelle nach aggressivem Zuckerschock. Davon bekommen viele geschmackssichere Konzertbesucher schon nach fünf Minuten genug und steigen, wenn nicht gleich körperlich, wenigstens geistig schon mal aus. In der anderen, der guten Ecke, gehen die Leute nicht nach Hause, nein, sie tanzen. Natürlich sind die Übergänge auch hier fließend, und Goose tappten schon mit ihrem Debüt "Bring It On" aus dem Jahre 2006 immer wieder mal (gewollt) in das eine oder andere Schlagloch aus überdrehtem Kitsch.
Goose - "Bring It On" (live)
Doch wie wir alle wissen: Je dicker der Beat, desto größer die Tanzfreude und Kitsch in Maßen ist doch eigentlich ganz cool. Mit "Synrise" haben sich die vier eine Dance-Platte mit ordentlich Achtziger-Anleihen zusammengebastelt, und auch die synthetischen Siebziger dürfen nicht fehlen. Allerdings muss sich jetzt niemand vor experimentellem Avantgarde-Gedröhne fürchten, so viel Pop-Auftrag muss sein. Disco, New-Wave, Dance-Punk, Techno-Kuhglocken und Pop - Goose würfeln alles zusammen, was nicht bei Drei einen Kurzschluss vortäuscht. Dabei schaffen sie sich trotzdem ein hohes Maß an Individualität, die sonst bei so vielen Neukünstlern und ihren Trend-anbiedernden Laptop-Spielereien verloren geht.
Goose haben mit "Synrise" eine Elektro-Platte gemacht, die aufgrund ihrer Vielseitigkeit nie langweilig wird. Gut, der Tempoabfall im Song "Hunt" hätte nun wirklich nicht sein müssen, aber ansonsten darf ordentlich gefeiert werden. Und das ist doch schon mal sehr viel wert.
Christine Stiller
VÖ: 19.10.2010
Label: !K7/Alive
Tracklist:
01. Synrise
02. Can't Stop Me Now
03. After
04. Like You
05. As Good As It Gets
06. Hunt
07. Words
08. Bend
09. In Cars
10. Staring

Belgier sind Elektro-Künstler. Mit ihrer zweiten Platte "Synrise" komponieren sich Goose aus Kortrijk ein schillerndes Beat-Potpourri für die Tanzfläche zusammen. Und alles nur, weil sie sich irgendwann einmal für die "gute Seite" entschieden haben, denn Elektro-Rocker stehen meist vor einem geschmacklichen Scheideweg: In der einen Ecke lauern aufgeblasene, melodiöse, weichgespülte Synthie-Sounds und eine Band mit den ausladenden Gesten einer Metalkapelle nach aggressivem Zuckerschock. Davon bekommen viele geschmackssichere Konzertbesucher schon nach fünf Minuten genug und steigen, wenn nicht gleich körperlich, wenigstens geistig schon mal aus. In der anderen, der guten Ecke, gehen die Leute nicht nach Hause, nein, sie tanzen. Natürlich sind die Übergänge auch hier fließend, und Goose tappten schon mit ihrem Debüt "Bring It On" aus dem Jahre 2006 immer wieder mal (gewollt) in das eine oder andere Schlagloch aus überdrehtem Kitsch.
Goose - "Bring It On" (live)
Doch wie wir alle wissen: Je dicker der Beat, desto größer die Tanzfreude und Kitsch in Maßen ist doch eigentlich ganz cool. Mit "Synrise" haben sich die vier eine Dance-Platte mit ordentlich Achtziger-Anleihen zusammengebastelt, und auch die synthetischen Siebziger dürfen nicht fehlen. Allerdings muss sich jetzt niemand vor experimentellem Avantgarde-Gedröhne fürchten, so viel Pop-Auftrag muss sein. Disco, New-Wave, Dance-Punk, Techno-Kuhglocken und Pop - Goose würfeln alles zusammen, was nicht bei Drei einen Kurzschluss vortäuscht. Dabei schaffen sie sich trotzdem ein hohes Maß an Individualität, die sonst bei so vielen Neukünstlern und ihren Trend-anbiedernden Laptop-Spielereien verloren geht.
Goose haben mit "Synrise" eine Elektro-Platte gemacht, die aufgrund ihrer Vielseitigkeit nie langweilig wird. Gut, der Tempoabfall im Song "Hunt" hätte nun wirklich nicht sein müssen, aber ansonsten darf ordentlich gefeiert werden. Und das ist doch schon mal sehr viel wert.
Christine Stiller
VÖ: 19.10.2010
Label: !K7/Alive
Tracklist:
01. Synrise
02. Can't Stop Me Now
03. After
04. Like You
05. As Good As It Gets
06. Hunt
07. Words
08. Bend
09. In Cars
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