172 online
- Dossier: GEMA
- Various Artists
- Dillon
- The Black Keys
- Einar Stray
- Air
- Lana Del Rey
- The Roots
- We Have Band
- Kettcar
- The Intersphere
- Die Antwoord
- Noel Gallagher
- Leonard Cohen
- The Rapture
- Tim Renner
- Florence And The Machine
- Peaking Lights
- Radiohead
- Of Montreal
- Begbie
- Bon Iver
- Memoryhouse
- Fucked Up
- Who Made Who
- Soap&Skin
- Arcade Fire
- Trailer Trash Tracys
- Bondage Fairies
- Luise Pop
Hadouken!
Hadouken!: For The Masses
Hadouken! bieten etablierten Elektro-Punkern die Stirn - Prodigy & Co. bekommen ernstzunehmende Konkurrenz. Selbstbewusst und entschlossen sind sie bereit „For The Masses“.

Das niederländische Drum'n'Bass-Trio Noisia lud die Band für dieses Album in ihr Studio ein und bediente die Regler. Von Februar bis April des letzten Jahres bastelten die Musiker zehn Tracks zusammen, die im Vergleich zu bisherigen deutlich an Druck gewonnen haben. Neben knarzigen Bässen und Ravesounds in Hülle und Fülle bedienen sie sich für ausgewählte Passagen auch aus dem 8-Bit-Katalog, als kleine Homage an den Namensgeber. Hadouken! stammt von einem speziellen Move im legendären Videospiel Street Fighter aus dem Jahre 1987 – ein geworfener Feuerball.
Recht dunkel ist diese Platte geraten, Lichtblicke sind rar gesät - und das gewollt. Wir haben es hier mit keiner Happy-Hardcore-Fraktion zu tun, wie gleich zu Beginn geklärt wird. „Rebirth“ - der ernste Opener mit orchestralem Pathos, der sich noch in anderen Songs wiederfindet, mündet in straighten Ravebeat. Sänger James Smith macht klar: „I don't need no sympathy“. Seiner Worte sicher, prügelt er sich ohne unnötiges Melodiegeplänkel, dafür aber mit umso mehr Durchsetzungskraft, durch das schiebende Beatgerüst. Wer sich jedoch unter den Textbeiträgen Tiefgang erhofft, wird enttäuscht - Hadouken! setzen ihre Prioritäten anders: „Wir wissen, was unsere Fans wollen.“ Rotzige, laute und ekstatische Beats lassen keinen Raum für Poesie - „Ugly“, als exemplarisches Beispiel. „I'm gonna fuck your face up! It's ugly like your sister.“ Halte man davon, was man will. Musikalisch zählt dieser Song jedenfalls zu den stärksten der Platte. Röhrender Bass stützt diese Hasstirade unterlegt von groovigem Schlagzeug in Drum'n'Bass-Manier, jedoch in moderatem Tempo. Als Highlight der Griff zur Spielkonsole: 8-Bit-Sounds fahren parallel mit angezerrter Gitarre das Finale entlang - durch diesen beachtlichen Feuerball geht die Street Fighter-Runde eindeutig an die Briten.
Das Ende des Albums kommt ähnlich wie bei Prodigys „Invaders Must Die“ sehr überraschend. „Lost“ als letzter Song serviert eine gewagt großzügige Stimmenverfremdungs-Portion Autotune, die nach neun Songs mit überwiegendem Sprechgesang und dem großflächigen Verzicht auf Diskoschnörkel ziemlich irritiert – ein gewöhnungsbedürftiger Schluss einer sonst recht homogenen Platte, die durch ihre Kompromisslosigkeit zu überzeugen weiß.
„Deine Mama wird es wahrscheinlich nicht mögen“, sagte Sänger James Smith im Vorfeld dem NME. Damit wird er Recht behalten, ist „For The Masses“ doch ein sehr spezielles Stück Musik. Trotzdem besteht die Möglichkeit, dass ein paar Songs sogar in die Playlist einiger Radiosender finden, ist der Ravepunk dem Underground doch längst entstiegen. Wenn Hadouken! vielleicht hierzulande noch mit einem Bein drinstehen, hat dieses Album aber das Zeug dazu, ihnen die letzte Hürde zu nehmen.
Alex Beyer
VÖ: 26.02.10
Label: Surface Noise Recordings/ADA/Warner
Tracklist:
01. Rebirth
02. Turn The Lights Out
03. M.A.D
04. Evil
05. House Is Falling
06. Mic Check
07. Ugly
08. Bombshock
09. Play The Night
10. Lost

Das niederländische Drum'n'Bass-Trio Noisia lud die Band für dieses Album in ihr Studio ein und bediente die Regler. Von Februar bis April des letzten Jahres bastelten die Musiker zehn Tracks zusammen, die im Vergleich zu bisherigen deutlich an Druck gewonnen haben. Neben knarzigen Bässen und Ravesounds in Hülle und Fülle bedienen sie sich für ausgewählte Passagen auch aus dem 8-Bit-Katalog, als kleine Homage an den Namensgeber. Hadouken! stammt von einem speziellen Move im legendären Videospiel Street Fighter aus dem Jahre 1987 – ein geworfener Feuerball.
Recht dunkel ist diese Platte geraten, Lichtblicke sind rar gesät - und das gewollt. Wir haben es hier mit keiner Happy-Hardcore-Fraktion zu tun, wie gleich zu Beginn geklärt wird. „Rebirth“ - der ernste Opener mit orchestralem Pathos, der sich noch in anderen Songs wiederfindet, mündet in straighten Ravebeat. Sänger James Smith macht klar: „I don't need no sympathy“. Seiner Worte sicher, prügelt er sich ohne unnötiges Melodiegeplänkel, dafür aber mit umso mehr Durchsetzungskraft, durch das schiebende Beatgerüst. Wer sich jedoch unter den Textbeiträgen Tiefgang erhofft, wird enttäuscht - Hadouken! setzen ihre Prioritäten anders: „Wir wissen, was unsere Fans wollen.“ Rotzige, laute und ekstatische Beats lassen keinen Raum für Poesie - „Ugly“, als exemplarisches Beispiel. „I'm gonna fuck your face up! It's ugly like your sister.“ Halte man davon, was man will. Musikalisch zählt dieser Song jedenfalls zu den stärksten der Platte. Röhrender Bass stützt diese Hasstirade unterlegt von groovigem Schlagzeug in Drum'n'Bass-Manier, jedoch in moderatem Tempo. Als Highlight der Griff zur Spielkonsole: 8-Bit-Sounds fahren parallel mit angezerrter Gitarre das Finale entlang - durch diesen beachtlichen Feuerball geht die Street Fighter-Runde eindeutig an die Briten.
Das Ende des Albums kommt ähnlich wie bei Prodigys „Invaders Must Die“ sehr überraschend. „Lost“ als letzter Song serviert eine gewagt großzügige Stimmenverfremdungs-Portion Autotune, die nach neun Songs mit überwiegendem Sprechgesang und dem großflächigen Verzicht auf Diskoschnörkel ziemlich irritiert – ein gewöhnungsbedürftiger Schluss einer sonst recht homogenen Platte, die durch ihre Kompromisslosigkeit zu überzeugen weiß.
„Deine Mama wird es wahrscheinlich nicht mögen“, sagte Sänger James Smith im Vorfeld dem NME. Damit wird er Recht behalten, ist „For The Masses“ doch ein sehr spezielles Stück Musik. Trotzdem besteht die Möglichkeit, dass ein paar Songs sogar in die Playlist einiger Radiosender finden, ist der Ravepunk dem Underground doch längst entstiegen. Wenn Hadouken! vielleicht hierzulande noch mit einem Bein drinstehen, hat dieses Album aber das Zeug dazu, ihnen die letzte Hürde zu nehmen.
Alex Beyer
VÖ: 26.02.10
Label: Surface Noise Recordings/ADA/Warner
Tracklist:
01. Rebirth
02. Turn The Lights Out
03. M.A.D
04. Evil
05. House Is Falling
06. Mic Check
07. Ugly
08. Bombshock
09. Play The Night
10. Lost
Links





