HipHop Is Dead

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Auch wenn mit der Veröffentlichung seiner neuen Platte schon die Auferstehung gefeiert werden soll, ist der Titel der CD von Nas natürlich provozierend gewählt: 'HipHop Is Dead'!

Auf dem Cover kniet er entsprechend über einem Grab, mit dunklen Vögeln hinter ihm im bewölkten Himmel und mit einer schwarzen Rose in der Hand. Im Titelstück erklärt Nas, warum HipHop überhaupt gestorben ist: "Everybody sound the same, commercialize the game./ Reminiscin' when it wasn't all business if it got where it started./ So we all gather here for the dearly departed!" Mit einiger Berechtigung kritisiert er, dass es im HipHop früher weniger ums Geschäft ging.

Doch ganz unschuldig an dieser Entwicklung ist er natürlich nicht. Nach seinem erdigen Debüt 'Illmatic' kooperierte er zum Beispiel mit R. Kelly für das Stück 'Street Dreams', das auf 'Sweet Dreams' der Achtziger-Pop-Gruppe Eurythmics beruhte.
Nach den darauf folgenden Ausverkaufsvorwürfen legte Nas sogar noch einen drauf und erklärte zusammen mit P. Diddy auf 'Hate Me Now', dass ihn jetzt ruhig alle hassen könnten.

Auch seiner eigenen Klage auf 'HipHop Is Dead', dass heutzutage alles gleich klingen würde, tritt er mit einer merkwürdigen Strategie entgegen. Auf dem Album arbeitet er nämlich mit den derzeit angesagtesten Kollegen zusammen: Dr. Dre, Will.I.Am, Salaam Remi, Kayne West, Scott Storch, Snoop Dogg und The Game. Folglich klingt das Ganze auch genauso wie die meisten anderen aktuellen CDs. Zumal 'Apache' von der Incredible Bongo Band oder 'Get Up, Get Into It, Get Involved' von James Brown zu samplen, musikalisch nicht der innovativste Einfall ist. Allerdings könnte das auch als Retro-Hinweis gedacht sein. Mit 'Where Are They Now' erinnert er nämlich auch textlich an alte Helden wie Black Sheep, Group Home und Special Ed. So ein eine Art 'Hyper Hyper' des HipHop hatte allerdings schon Busta Rhymes dieses Jahr mit 'New York S***' auf 'The Big Bang' abgeliefert und dort folgenden Gruß untergebracht: "Big up to Nas, big up to Jay-Z!"

Die beiden alten Rivalen um die Krone für den 'King of New York' haben ihren Streit übrigens beigelegt und rappen nun sogar gemeinsam beim Stück 'Black Republican', mit dem Nas und Jay-Z erklären, dass sie immer an ihre "Hood" denken werden: "I feel like a... black militant taking over the government./ Can't turn my back on the hood too much love for them!"

Schön ist auch, wie The Game seinem Gastgeber auf 'Hustlers' Respekt zollt: "'Illmatic' on the top shelf, 'The Chronic' on the left, homie!/ Wanna cop both but only got a twenty on me./ So fuck it, I stole both, spent the twenty on a dub-sack./ Ripped the package of 'Illmatic' and bumped that!"

Den Klassiker-Status von 'Illmatic' wird auch 'HipHop Is Dead' wieder nicht erreichen, aber für ein gutes Rap-Album ist Nas natürlich immer gut!

Text: Holger Köhler
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