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In einer Zeit, in der Päpste wie Pop-Stars gefeiert werden, können auch deutsche Rap-Gruppen frohen Herzens ihre Zugehörigkeit zum christlichen Glauben kundtun. W4C steht nämlich für Warriors For Christ, wobei Gotteskrieger schon eher einen negativen Beigeschmack hat. Aber ähnlich dezent wie in ihrem abgekürzten Namen bringen W4C auch die Bezüge zu Gott in ihren Texten unter.
Natürlich gibt es auch schon Stücke wie 'Gott Sei Dank', bei dem eben dem Herrn gedankt wird. Aber am Valentinstag veröffentlichten sie dieses Jahr z.B. schon die Single 'Ist Es Liebe?', deren Text auf einem Gedicht von Detlev von Liliencron basiert. Unterstützt werden Rapper Danny, Beatbastler Ruben und ihr DJ Peter dabei von Cassandra Steen, der Sängerin von Glashaus. Mit dem Stück hat es das Trio auch gleich auf den Sampler 'Deutschstunde' (ZYX) geschafft, auf dem auch Artverwandtes von z.B. Die Fantastischen Vier, Clueso und Max Herre zu finden ist.
Bei 'Flow Fett' hingegen geht es eben eher um das HipHop-typische Thema, dass W4C eben am besten rappen. Dabei bedienen sie sich recht sympathisch bei 'Hit The Road, Jack'. Eine andere Referenz neben Ray Charles ist Freundeskreis, die sie in 'Unterwegs' zitieren: "Immer wenn es regnet, muss ich an dich denken./ Weil ich im Auto sitz, bin wieder mal am Pendeln./ Wieder mal im Dunkeln mit Umleitungs- und Baustellenscheiß./ Ich würd' liebend gern umkehren, die Nacht aufhellen. Ich weiß,/ ich bin auf der Schwäbischen Alp./ Doch um jemand zu fragen, ist es zu spät und ein wenig zu kalt./ Und der letzte Passant war ein wenig zu alt und mit zu viel Dialekt:/'Dahn farns grad da hindn ums Eck'!"
In 'Respect!' fordern sie ihre Mitmenschen dann noch auf, doch stärker aufeinander zuzugehen: "Bin ich laufstark nur auf Laufstegen oder auch im täglichen Leben?/ Kann ich täglich vergeben? Auch all den wenigen eben, die mich eh nicht versteh'n?/ Wir bewegen uns neben und auf sehr ähnlichen Wegen./ Doch begnügen uns damit, nur ein wenig zu reden."
Ihre 'Tanzbeinpolitik' betreiben W4C durchaus mit so viel Groove, Humor und positiver Botschaft, dass sie weniger mit Beatbetrieb als viel mehr mit den oben erwähnten Künstlern und den Söhnen Mannheims gemeinsam haben. Fast ein bisschen zu nett, aber auf jeden Fall besser als das Battle-Geschrei irgendwelcher selbst ernannten Ghetto-Kids.
Text: Holger Köhler



