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Jarvis Cocker
Jarvis Cocker: Jarvis
Ängstliche Gewohnheitstiere, wie die Menschen es nun mal sind, verlangen sie allesamt nach Verlässigkeit. Daher kann es schon irritieren, wenn ein ehemaliger Brittpopper plötzlich Elektrorock macht. So geschehen 2003 im Falle von Jarvis Cocker.
Als der ehemalige Pulp-Frontmann plötzlich mit seinem Nebenprojekt Relaxed Muscle auf der Bildfläche erschien, fragten alle verdutzt: Hat der Typ jetzt völlig ein Rad ab? Und darf ich das mögen, wo Pulp so ganz anders waren?
Man durfte es mögen und es war die konsequenteste Abgrenzung, die Jarvis Cocker vollziehen konnte. Doch er ist nicht nur ein kreativer, sondern vor allem ein schlauer Kopf und wusste, dass einmal keinmal ist und zweimal, einmal zu viel! Deswegen besann er sich auf seine Qualitäten, als es ihn im letzten Jahr zurück ins Studio zog. Herausgekommen ist sein selbstbetiteltes Debütalbum "Jarvis" - ein Album, dass guten Gewissens als DAS Highlights des Jahres gelten darf. Die Gründe hierfür lauten wie folgt:
Erstens: Es besitzt schwelgerische Melodien
Schon im Opener ‚Don't Let Him Waste Your Time' holt Cocker zur großen Geste aus: "You ain't getting no younger/And you've got nothing to show/So tell him that it's now or never and go, go, go, go, go." Dazu türmen sich die Gitarren und Schellenringe, wie man es seit Pulps Großtat "This Is Hardcore" nicht mehr gehört hat. Doch auch ‚Black Magic', mit starken Sixties-Referenzen, prägnanten Drums und Frauenchor, lässt den selbsternannten Nerd am Ende um sein Leben flehen: "We can't escape/We're born to die/But I'm gonna give it a real good try/Because nothing comes close/And nothing can compare to Black Magic."
Zweitens: Es rockt passioniert
Den Mittelpunkt von "Jarvis" bildet der Song ‚Fat Children'. Es ist Cocker's sarkastische Anklage an das Bürgertum, welches tatenlos zusieht wie der geliebte Nachwuchs mehr und mehr verwahrlost: "The parents are the problem/giving birth to maggots without the sense to become flies/So pander to your pampered little princess - of such enormous size." Ein Song, welcher mit seiner treibenden Hookline und den rockenden Gitarren, zu den wohl ungewöhnlichsten Kompositionen in Cockers Karriere gehört. ‚Tonite' hingegen lehnt sich stark an Pulp's ‚Little Girl (With Blue Eyes)' an, besitzt Tearjerker-Qualitäten und fordert: "So let's take some drugs/And let's have some sex!"
Drittens: Es besitzt den perfekten Hidden-Track
Wie so oft, besitzt auch "Jarvis" einen Hidden-Track. Doch was für einen: ‚Running The World' ist so ziemlich das Beste, was Jarvis Cocker in seiner Karriere fabriziert hat. Es wirft einen Blick auf die Welt, schüchtern und zugleich erhaben, erklingt ein Glockenspiel, Cocker wird zum "Great Pretender" und selbst ein Freddy Mercury dürfte vor Neid erblassen.
Der meisterhafte Abschluss eines Albums, das Pulp zwar in keiner Sekunde vergessen-, aber zur Randerscheinung mutieren lässt. Jarvis Cocker tut niemanden den Gefallen und entwirft ein zweites "Different Class" oder "We Love Life", sondern ist um Eigenständigkeit bemüht. Natürlich wird es Solche geben, die Cocker genau daraus einen Strick drehen werden. Doch dann haben sie die majestätische und unantastbare Schönheit seines Debüts "Jarvis" schon längst verpasst!
Man durfte es mögen und es war die konsequenteste Abgrenzung, die Jarvis Cocker vollziehen konnte. Doch er ist nicht nur ein kreativer, sondern vor allem ein schlauer Kopf und wusste, dass einmal keinmal ist und zweimal, einmal zu viel! Deswegen besann er sich auf seine Qualitäten, als es ihn im letzten Jahr zurück ins Studio zog. Herausgekommen ist sein selbstbetiteltes Debütalbum "Jarvis" - ein Album, dass guten Gewissens als DAS Highlights des Jahres gelten darf. Die Gründe hierfür lauten wie folgt:
Erstens: Es besitzt schwelgerische Melodien
Schon im Opener ‚Don't Let Him Waste Your Time' holt Cocker zur großen Geste aus: "You ain't getting no younger/And you've got nothing to show/So tell him that it's now or never and go, go, go, go, go." Dazu türmen sich die Gitarren und Schellenringe, wie man es seit Pulps Großtat "This Is Hardcore" nicht mehr gehört hat. Doch auch ‚Black Magic', mit starken Sixties-Referenzen, prägnanten Drums und Frauenchor, lässt den selbsternannten Nerd am Ende um sein Leben flehen: "We can't escape/We're born to die/But I'm gonna give it a real good try/Because nothing comes close/And nothing can compare to Black Magic."
Zweitens: Es rockt passioniert
Den Mittelpunkt von "Jarvis" bildet der Song ‚Fat Children'. Es ist Cocker's sarkastische Anklage an das Bürgertum, welches tatenlos zusieht wie der geliebte Nachwuchs mehr und mehr verwahrlost: "The parents are the problem/giving birth to maggots without the sense to become flies/So pander to your pampered little princess - of such enormous size." Ein Song, welcher mit seiner treibenden Hookline und den rockenden Gitarren, zu den wohl ungewöhnlichsten Kompositionen in Cockers Karriere gehört. ‚Tonite' hingegen lehnt sich stark an Pulp's ‚Little Girl (With Blue Eyes)' an, besitzt Tearjerker-Qualitäten und fordert: "So let's take some drugs/And let's have some sex!"
Drittens: Es besitzt den perfekten Hidden-Track
Wie so oft, besitzt auch "Jarvis" einen Hidden-Track. Doch was für einen: ‚Running The World' ist so ziemlich das Beste, was Jarvis Cocker in seiner Karriere fabriziert hat. Es wirft einen Blick auf die Welt, schüchtern und zugleich erhaben, erklingt ein Glockenspiel, Cocker wird zum "Great Pretender" und selbst ein Freddy Mercury dürfte vor Neid erblassen.
Der meisterhafte Abschluss eines Albums, das Pulp zwar in keiner Sekunde vergessen-, aber zur Randerscheinung mutieren lässt. Jarvis Cocker tut niemanden den Gefallen und entwirft ein zweites "Different Class" oder "We Love Life", sondern ist um Eigenständigkeit bemüht. Natürlich wird es Solche geben, die Cocker genau daraus einen Strick drehen werden. Doch dann haben sie die majestätische und unantastbare Schönheit seines Debüts "Jarvis" schon längst verpasst!
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