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Jay-Z
Jay-Z: The Blueprint 3
Mit "Blueprint 3" spiegelt Jay-Z den Status Quo der heutigen Rap-Musik wieder. Dieser reicht von Sternstunden bis zu musikalischen Blindgängern.

Dass er die oberste Liga des Hip Hop repräsentiert, lässt sich schwer bestreiten. Vom rappenden Dealer auf der Straße hat er das Business von der Pike auf gelernt und seit den späten 90ern geprägt. Mittlerweile mit über 15 Alben in der Discographie, kann er auf Meilensteinen wie das hoch gelobte 2001er "The Blueprint" oder seinen Job als CEO von Def Jam verweisen und nennt ganz nebenbei noch acht Grammys sein Eigen. Zudem sorgt Jay-Zs Gespür fürs Geschäft, wie beispielsweise auch seine erfolgreiche Modemarke Rocawear zeigt, dass der Rolling Stone ihn nicht ohne Grund als einen der "kommerziell am erfolgreichsten schwarzen Musiker seiner Zeit" einzuordnen weiß.
Vor dem Hintergrund sollte die Messlatte für "The Blueprint 3" entsprechend hoch hängen, doch, seine letzten Alben noch im Hinterkopf, ist es vielmehr Hoffnung als Erwartung, dass der Jigga damit einen großen Wurf landet. Der Vorbote "D.O.A. (Death Of Autotune)" war schon mal kein schlechter Start. Mit eben diesem Track präsentiert Jay-Z die Kampfansage an das im stimmverfremdeten Einheitsbrei zu versinken drohende Hip Hop-Geschäft. Aus organisch, jazzigen Vibez und progressiven Text baut er das Requiem für die Klingelton-Ära, auf das so viele gewartet haben - musikalisch wie inhaltlich vom feinsten.
Jay-Z - D.O.A.
Wer damit jedoch den Beginn eines neuen Zeitalters wähnte, der wurde mit der anschließenden Auskopplung "Run This Town" in seiner Euphorie gebremst. Vor allem Rihannas Stimme pop-verwässert den an sich mit schicker Drum-Spur, geloopten Piano und drückendem Bass programmierten Tune. Da hilft auch das anarchistisch arrangierte Video nichts.
Und so verhält es sich mit "The Blueprint 3" wie eingangs schon beschrieben. Auf Bomben wie "D.O.A" folgen leider auch schwache Momente, am extremsten durch das üble Alphaville Cover "Young Forever" verdeutlicht. Zu den hervorzuhebenden Momenten zählt in jedem Fall noch "Empire State Of Mind" bei dem Jay-Z und Alicia Keys eine eingängige Ode an den Big Apple abliefern.
Unbestritten sind, trotz allem Für und Wieder, die Rap-Skills des Jiggas. Reimfluss, Intonation und nicht zuletzt Lyrics zeigen unmissverständlich, dass, auch wenn man sich mal beim Abholen des neu gepimten Bentleys trifft, dennoch Welten zwischen ihm und Kollegen wie 50 Cent liegen.
Instrumental findet sich Jay-Zs Hip Hop nach wie vor im Spannungsfeld zwischen klassischem Soul, R'n'B und Pop wieder, wobei auch gern mal eine Rock-Gitarre ihren Weg in einen Song findet. Seitens des Produzententeams ließt sich die Liste wie das Who-Is-Who des aktuellen Business: Neben Kanye West und Swizz Beats steuern auch Timbaland, MGMT und die Neptunes ihr Produktionen bei.
"The Blueprint 3" ist somit ein gelungenes Gesamtwerk des aktuellen kommerziellen Hip Hops. Die Stärken liegen neben Jay-Zs sauberen Reimbeiträgen in den organisch-treibenden Instrumentals, die sich vor allem dem Trend, der Elektro-Pop-Verweichlichung entziehen. Nur ein paar beliebige bis nervende Pop-Ausrutscher stellen die Schwächen dar. Der Ausweg liegt im aktuell gängigen Verhalten, sich nur auf die gefallenden Songs zu besinnen und statt der kompletten, eine handverlesen Playlist aus der Tracklist zusammenzustellen.
Kai-Uwe Weser
VÖ: 01.09.2009
Label: Roc Nation
Tracklist:
01. What We Talking About
02. D.O.A.
03. Weigh Me Down ft. Kid Cudi
04. Unforgiven
05. Run This Town ft. Rihanna & Kanye West
06. Empire State Of Mind ft. Nas
07. When It Comes To This
08. Always ft. Drake
09. Scenes From The Past
10. Everyday A Star Is Born ft. Mr. Hudson
11. Already Home
12. Forever Young ft. Mr. Hudson
13. Thank You
14. Sound Of The 70s
15. We Made History

Dass er die oberste Liga des Hip Hop repräsentiert, lässt sich schwer bestreiten. Vom rappenden Dealer auf der Straße hat er das Business von der Pike auf gelernt und seit den späten 90ern geprägt. Mittlerweile mit über 15 Alben in der Discographie, kann er auf Meilensteinen wie das hoch gelobte 2001er "The Blueprint" oder seinen Job als CEO von Def Jam verweisen und nennt ganz nebenbei noch acht Grammys sein Eigen. Zudem sorgt Jay-Zs Gespür fürs Geschäft, wie beispielsweise auch seine erfolgreiche Modemarke Rocawear zeigt, dass der Rolling Stone ihn nicht ohne Grund als einen der "kommerziell am erfolgreichsten schwarzen Musiker seiner Zeit" einzuordnen weiß.
Vor dem Hintergrund sollte die Messlatte für "The Blueprint 3" entsprechend hoch hängen, doch, seine letzten Alben noch im Hinterkopf, ist es vielmehr Hoffnung als Erwartung, dass der Jigga damit einen großen Wurf landet. Der Vorbote "D.O.A. (Death Of Autotune)" war schon mal kein schlechter Start. Mit eben diesem Track präsentiert Jay-Z die Kampfansage an das im stimmverfremdeten Einheitsbrei zu versinken drohende Hip Hop-Geschäft. Aus organisch, jazzigen Vibez und progressiven Text baut er das Requiem für die Klingelton-Ära, auf das so viele gewartet haben - musikalisch wie inhaltlich vom feinsten.
Jay-Z - D.O.A.
Wer damit jedoch den Beginn eines neuen Zeitalters wähnte, der wurde mit der anschließenden Auskopplung "Run This Town" in seiner Euphorie gebremst. Vor allem Rihannas Stimme pop-verwässert den an sich mit schicker Drum-Spur, geloopten Piano und drückendem Bass programmierten Tune. Da hilft auch das anarchistisch arrangierte Video nichts.
Und so verhält es sich mit "The Blueprint 3" wie eingangs schon beschrieben. Auf Bomben wie "D.O.A" folgen leider auch schwache Momente, am extremsten durch das üble Alphaville Cover "Young Forever" verdeutlicht. Zu den hervorzuhebenden Momenten zählt in jedem Fall noch "Empire State Of Mind" bei dem Jay-Z und Alicia Keys eine eingängige Ode an den Big Apple abliefern.
Unbestritten sind, trotz allem Für und Wieder, die Rap-Skills des Jiggas. Reimfluss, Intonation und nicht zuletzt Lyrics zeigen unmissverständlich, dass, auch wenn man sich mal beim Abholen des neu gepimten Bentleys trifft, dennoch Welten zwischen ihm und Kollegen wie 50 Cent liegen.
Instrumental findet sich Jay-Zs Hip Hop nach wie vor im Spannungsfeld zwischen klassischem Soul, R'n'B und Pop wieder, wobei auch gern mal eine Rock-Gitarre ihren Weg in einen Song findet. Seitens des Produzententeams ließt sich die Liste wie das Who-Is-Who des aktuellen Business: Neben Kanye West und Swizz Beats steuern auch Timbaland, MGMT und die Neptunes ihr Produktionen bei.
Kai-Uwe Weser
VÖ: 01.09.2009
Label: Roc Nation
Tracklist:
01. What We Talking About
02. D.O.A.
03. Weigh Me Down ft. Kid Cudi
04. Unforgiven
05. Run This Town ft. Rihanna & Kanye West
06. Empire State Of Mind ft. Nas
07. When It Comes To This
08. Always ft. Drake
09. Scenes From The Past
10. Everyday A Star Is Born ft. Mr. Hudson
11. Already Home
12. Forever Young ft. Mr. Hudson
13. Thank You
14. Sound Of The 70s
15. We Made History
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