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Johnny Cash
Johnny Cash: "American Recordings VI: Ain't No Grave"
Knapp sieben Jahre nach dem Tod Johnny Cashs erscheint mit "Ain't No Grave" nun die siebte und letzte Episode der legendären American Recordings.

In einer Blockhütte hatte der Rock- und Metallproduzent Rick Rubin 1993 einst den totgeglaubten Country-Mythos Johnny Cash reanimiert und gemeinsam mit ihm den Grundstein für ein fulminantes Alterswerk gelegt. Cash erhob sich so als Phoenix aus der Asche und landete an der Spitze der US-amerikanischen Charts. Während ihres zehnjährigen Schaffens blieb das Dream-Team "Cash-Rubin" stets dem Konzept des Erstlings treu: Der Produzent reduzierte den Sänger abseits abgeschmackter Country-Sounds auf Herz und Knochen - eine Stimme und eine nackte Gitarre, Schmerz und Glauben blieben übrig. So kamen Rubin und die Hörer dem "Man In Black" näher denn je.
"American Recordings VI: Ain't No Grave" glänzt wie gewohnt mit einer subjektiven Auswahl minimalistischer Adaptionen. Country-Klassiker, ein Song der aktuellen Künstlerin Sheryl Crow sowie das titelgebende Traditional "Ain't No Grave" beschäftigen sich neben einer letzten Cash-Komposition allerdings noch eindringlicher als voran gegangene Alben mit dem großen Thema "Abschied". Direkt nach der Veröffentlichung von "American Recordings IV" drängte Cash, seinen Tod erahnend, das eingeschworene Studio-Team um Rick Rubin, Tom-Petty-Gitarrist Mike Campbell und Keyboarder Benmont Tench zur Arbeit an neuen Aufnahmen. Nachdem June Carter schließlich im Mai 2006 an den Folgen einer Herzklappen-Operation starb, verschlechterte sich der Gesundheitszustand des, an Diabetes erkrankten Sängers weiter und häufige Krankenausaufenthalte erschwerten die Durchführung der Sessions. "Ich glaube, dass er einzig und allein für die Musik weitergelebt hat“, ist sich Rick Rubin heute angesichts des Durchhaltevermögen des damals 75-jährigen sicher.
Nicht zuletzt beeinträchtigt durch seinen geschwächten körperlichen Zustand, hat Cashs Stimme auf dem aktuellen Album zwar an Kraft, nicht aber an Gewalt verloren. Seine atemberaubende Präsenz kommt dem Musiker auch angesichts des eigenen Todes nicht abhanden. Nicht Angst oder Trauer, sondern die Lust am Ende, am Beenden und an der Vergänglichkeit zeichnet die Interpretation der ausgewählten Songs aus.
Bob Nolans "Cool Water" und Sheryl Crows "Redemption Day" zeugen davon, dass vor allen Dingen seine unerschütterliche Religiösität und der feste Glaube an Erlösung eine würdevolle letzte Arbeit ermöglichten. Die drei Songs von Kris Kristofferson, Ed McCurdy, J.H. Red Hayes und Jack Rhodes stechen in diesem Sinne sogar durch Themen hervor, die sich mit ausgesprochen diesseitigen Dingen auseinander setzten. Der lebensbejahende Wunsch nach Frieden, die Huldigung der Freundschaft und eine Abrechnung mit den Geldsüchtigen dieser Welt beweisen, dass Cash dem Leben auch kurz vor seinem Tod noch zugewandt war. Die brüchig vorgetragene Eigenkomposition "I Corinthians 15:55" ist somit wohl das einzige wirklich düster-depressive Stück des Albums, schrieb Cash den Song doch kurz nach dem Tod seiner Lebensliebe June Carter.
Nach Cashs Ableben im September 2006 entschied Rick Rubin, sicher nicht ohne Geschäftskalkül, die letzten Aufnahmen auf mehrere Veröffentlichungen zu verteilen. Als Rahmen der nunmehr letzten Cash-Platte wählte er den Opener "Ain't No Grave" sowie den Abschiedsgruß der letzten hawaiischen Königin "Aloha Oe". Der Titelsong "Ain't No Grave" erfüllt dabei seinen Zweck gleich doppelt: Neben der letztendlich positiv-religiösen Lebens- und Sterbenseinstellung Johnny Cashs, bringt der Song angesichts seines Ablebens für Rick Rubin und alle anderen Fans ein vorherrschendes Gefühl zum Ausdruck: Ain't no grave can hold his music down.
Sophie Bischoff
VÖ: 26.02.2010
Label: Universal
Trackliste:
01. Ain’t No Grave (traditional)
02. Redemption Day (Sheryl Crow)
03. For The Good Times (Kris Kristofferson)
04. I Corinthians 15:55 (Johnny Cash)
05. Where I’m Bound (Tom Paxton)
06. Satisfied Mind (J.H. Red hayes, Jack Rhodes)
07. It Don’t Hurt Anymore (Don Robertson and Jack Rollins)
08. Cool Water (Bob Nolan)
09. Last Night I Had the Strangest Dream (Ed McCurdy)
10. Aloha Oe (Queen Lili'uokalani)

In einer Blockhütte hatte der Rock- und Metallproduzent Rick Rubin 1993 einst den totgeglaubten Country-Mythos Johnny Cash reanimiert und gemeinsam mit ihm den Grundstein für ein fulminantes Alterswerk gelegt. Cash erhob sich so als Phoenix aus der Asche und landete an der Spitze der US-amerikanischen Charts. Während ihres zehnjährigen Schaffens blieb das Dream-Team "Cash-Rubin" stets dem Konzept des Erstlings treu: Der Produzent reduzierte den Sänger abseits abgeschmackter Country-Sounds auf Herz und Knochen - eine Stimme und eine nackte Gitarre, Schmerz und Glauben blieben übrig. So kamen Rubin und die Hörer dem "Man In Black" näher denn je.
"American Recordings VI: Ain't No Grave" glänzt wie gewohnt mit einer subjektiven Auswahl minimalistischer Adaptionen. Country-Klassiker, ein Song der aktuellen Künstlerin Sheryl Crow sowie das titelgebende Traditional "Ain't No Grave" beschäftigen sich neben einer letzten Cash-Komposition allerdings noch eindringlicher als voran gegangene Alben mit dem großen Thema "Abschied". Direkt nach der Veröffentlichung von "American Recordings IV" drängte Cash, seinen Tod erahnend, das eingeschworene Studio-Team um Rick Rubin, Tom-Petty-Gitarrist Mike Campbell und Keyboarder Benmont Tench zur Arbeit an neuen Aufnahmen. Nachdem June Carter schließlich im Mai 2006 an den Folgen einer Herzklappen-Operation starb, verschlechterte sich der Gesundheitszustand des, an Diabetes erkrankten Sängers weiter und häufige Krankenausaufenthalte erschwerten die Durchführung der Sessions. "Ich glaube, dass er einzig und allein für die Musik weitergelebt hat“, ist sich Rick Rubin heute angesichts des Durchhaltevermögen des damals 75-jährigen sicher.
Nicht zuletzt beeinträchtigt durch seinen geschwächten körperlichen Zustand, hat Cashs Stimme auf dem aktuellen Album zwar an Kraft, nicht aber an Gewalt verloren. Seine atemberaubende Präsenz kommt dem Musiker auch angesichts des eigenen Todes nicht abhanden. Nicht Angst oder Trauer, sondern die Lust am Ende, am Beenden und an der Vergänglichkeit zeichnet die Interpretation der ausgewählten Songs aus.
Bob Nolans "Cool Water" und Sheryl Crows "Redemption Day" zeugen davon, dass vor allen Dingen seine unerschütterliche Religiösität und der feste Glaube an Erlösung eine würdevolle letzte Arbeit ermöglichten. Die drei Songs von Kris Kristofferson, Ed McCurdy, J.H. Red Hayes und Jack Rhodes stechen in diesem Sinne sogar durch Themen hervor, die sich mit ausgesprochen diesseitigen Dingen auseinander setzten. Der lebensbejahende Wunsch nach Frieden, die Huldigung der Freundschaft und eine Abrechnung mit den Geldsüchtigen dieser Welt beweisen, dass Cash dem Leben auch kurz vor seinem Tod noch zugewandt war. Die brüchig vorgetragene Eigenkomposition "I Corinthians 15:55" ist somit wohl das einzige wirklich düster-depressive Stück des Albums, schrieb Cash den Song doch kurz nach dem Tod seiner Lebensliebe June Carter.
Nach Cashs Ableben im September 2006 entschied Rick Rubin, sicher nicht ohne Geschäftskalkül, die letzten Aufnahmen auf mehrere Veröffentlichungen zu verteilen. Als Rahmen der nunmehr letzten Cash-Platte wählte er den Opener "Ain't No Grave" sowie den Abschiedsgruß der letzten hawaiischen Königin "Aloha Oe". Der Titelsong "Ain't No Grave" erfüllt dabei seinen Zweck gleich doppelt: Neben der letztendlich positiv-religiösen Lebens- und Sterbenseinstellung Johnny Cashs, bringt der Song angesichts seines Ablebens für Rick Rubin und alle anderen Fans ein vorherrschendes Gefühl zum Ausdruck: Ain't no grave can hold his music down.
Sophie Bischoff
VÖ: 26.02.2010
Label: Universal
Trackliste:
01. Ain’t No Grave (traditional)
02. Redemption Day (Sheryl Crow)
03. For The Good Times (Kris Kristofferson)
04. I Corinthians 15:55 (Johnny Cash)
05. Where I’m Bound (Tom Paxton)
06. Satisfied Mind (J.H. Red hayes, Jack Rhodes)
07. It Don’t Hurt Anymore (Don Robertson and Jack Rollins)
08. Cool Water (Bob Nolan)
09. Last Night I Had the Strangest Dream (Ed McCurdy)
10. Aloha Oe (Queen Lili'uokalani)
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kanns net anhören ohne zu heulen
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