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Juli
Juli: In Love
Juli sind zurück! Der Titel ihres dritten Studioalbums „In Love“ leitet erst fehl. Nein, die singen jetzt nicht auf Englisch, aber sie machen elektronische Musik. Oder so.

Als der Albumtitel bekannt gegeben wurde, fingen die Diskussionen in den Fanforen sofort an: Ob Juli jetzt auf Englisch singen? Verraten sie sich dann nicht selbst? Hätten sie vielleicht mal machen sollen. Denn wo die Songs musikalisch ausgefeilter und komplexer sind als auf vorherigen Juli-Alben, können die gefühlsduseligen, ans Kitschige grenzenden Texte über die inhaltliche Banalität dieser Band nicht hinwegtäuschen.
Wenn eine Band auf deutsch mit großen Melodien singt, dann erinnert das oft ein wenig an Schlager. Da nicht ins Peinliche zu rutschen, schaffen Bands wie Tomte, Kettcar oder Wir Sind Helden. Juli und die viel verglichenen Bautzener von Silbermond können sich immerhin noch das Schild Gitarren-Pop umhängen. Sonst stehen sie musikalisch aber eher zwischen anspruchsvollem deutschen Gitarren-Pop und Casting-Band.
Dafür präsentieren sie auf ihrem neuen Album feinste Pop-Songs, in denen die Gitarren erstmals in den Hintergrund rutschen. Juli sind ja nicht dumm, die große Elektro-Welle ging auch nicht an den fünf aus Gießen vorbei. Sie geben sich experimentell, stapeln Sounds übereinander, fügen Beats ein oder betten Eva Briegels Gesang in ruhige Synthie-Klänge wie in „Woanders zu Hause“. Jetzt noch auf diese Welle aufzuspringen ist vielleicht nicht zu spät, aber leider erfindet sich die Band mit dieser neu gewonnenen Komplexität auch nicht vollkommen neu. Denn im Großen und Ganzen klingen die Songs immer noch wie Juli vor sechs Jahren.
Juli -- Elektrisches Gefühl
Drei Jahre Arbeit stecken in dem Album. Juli haben sich weiterentwickelt, mittlerweile sind die Mitglieder schon Anfang Dreißig, Eva Briegel gibt Interviews in „Gala“ und „Eltern“ über ihr gemeinsames Kind mit MIA.-Gitarrist Andy Penn. Dass sich die Band Zeit gelassen hat, hört man den neuen Songs an. Hier wurde viel über die Instrumentierung nachgedacht, vielleicht erwachsener und auf jeden Fall mit mehr Erfahrung gehandelt. Doch bleibt Juli eine Band, die vor allem Balladen schreibt. Diese gewisse Grundmelancholie haftet den Songs immer noch an, auch wenn es inhaltlich mal nicht um das Zwischenmenschliche und die Enttäuschung geht. Wo „Immer wenn es dunkel wird“ oder „Maschinen“ lauter und kantiger daherkommen, versprühen sie doch nicht unbedingt gute Laune. Und immer wieder die Texte, die mit vielen Worten fast nichts aussagen. Wenn Briegel in „Ich bin in love (Paris)“ über gezupften Streichern und plätschernden Klavierklängen singt „Fall ich rückwärts den Himmel hinauf/ Die Welt ist von oben so schön/ Alle sind in Paris, nur ich bin in love“, fragt man sich schnell ob die das wirklich ernst meinen.
Allein die Single „Elektrisches Gefühl“ sticht mit ihrem eingängigen Refrain und den treibenden Beats hervor. Briegel singt vom Aktivwerden, davon dich von den Dingen zu befreien, die dich lange bedrückt haben. „Elektrisches Gefühl/ Ich bin völlig schwerelos/ .../ Elektrisches Gefühl/ Und die Stimme die mir sagt heute wird ein guter Tag.“ Juli verbinden ihre typischen glattgestrichenen Gitarrensounds mit den Dingen die sie ganz am Anfang mal erfolgreich gemacht haben: Songs über eine aufstrebende Jugend, die rausgeht, um eine „geile Zeit“ zu haben und ihre Chancen nicht zu verpassen. Das können sie anscheinend immer noch am besten. Und der Sound passt auch besser zum Text. Das neue Experimentelle nimmt man ihnen einfach nicht ab, wenn darüber jemand „Die Sterne fallen auf uns herunter/ Und egal was auch passiert/ Wir werden auf den Strahlen tanzen/ Während alles explodiert“ singt.
Laureen Kornemann
VÖ: 17.09.2010
Label: Universal
Trackliste:
01. Immer wenn es dunkel wird
02. Süchtig
03. Eisenherz
04. Woanders zu Hause
05. Mit verbundenen Augen
06. Elektrisches Gefühl
07. Ich bin in love (Paris)
08. Du lügste so schön
09. Maschinen
10. Jessica
11. Die Sterne fallen
12. Seenot
Als der Albumtitel bekannt gegeben wurde, fingen die Diskussionen in den Fanforen sofort an: Ob Juli jetzt auf Englisch singen? Verraten sie sich dann nicht selbst? Hätten sie vielleicht mal machen sollen. Denn wo die Songs musikalisch ausgefeilter und komplexer sind als auf vorherigen Juli-Alben, können die gefühlsduseligen, ans Kitschige grenzenden Texte über die inhaltliche Banalität dieser Band nicht hinwegtäuschen.
Wenn eine Band auf deutsch mit großen Melodien singt, dann erinnert das oft ein wenig an Schlager. Da nicht ins Peinliche zu rutschen, schaffen Bands wie Tomte, Kettcar oder Wir Sind Helden. Juli und die viel verglichenen Bautzener von Silbermond können sich immerhin noch das Schild Gitarren-Pop umhängen. Sonst stehen sie musikalisch aber eher zwischen anspruchsvollem deutschen Gitarren-Pop und Casting-Band.
Dafür präsentieren sie auf ihrem neuen Album feinste Pop-Songs, in denen die Gitarren erstmals in den Hintergrund rutschen. Juli sind ja nicht dumm, die große Elektro-Welle ging auch nicht an den fünf aus Gießen vorbei. Sie geben sich experimentell, stapeln Sounds übereinander, fügen Beats ein oder betten Eva Briegels Gesang in ruhige Synthie-Klänge wie in „Woanders zu Hause“. Jetzt noch auf diese Welle aufzuspringen ist vielleicht nicht zu spät, aber leider erfindet sich die Band mit dieser neu gewonnenen Komplexität auch nicht vollkommen neu. Denn im Großen und Ganzen klingen die Songs immer noch wie Juli vor sechs Jahren.
Juli -- Elektrisches Gefühl
Drei Jahre Arbeit stecken in dem Album. Juli haben sich weiterentwickelt, mittlerweile sind die Mitglieder schon Anfang Dreißig, Eva Briegel gibt Interviews in „Gala“ und „Eltern“ über ihr gemeinsames Kind mit MIA.-Gitarrist Andy Penn. Dass sich die Band Zeit gelassen hat, hört man den neuen Songs an. Hier wurde viel über die Instrumentierung nachgedacht, vielleicht erwachsener und auf jeden Fall mit mehr Erfahrung gehandelt. Doch bleibt Juli eine Band, die vor allem Balladen schreibt. Diese gewisse Grundmelancholie haftet den Songs immer noch an, auch wenn es inhaltlich mal nicht um das Zwischenmenschliche und die Enttäuschung geht. Wo „Immer wenn es dunkel wird“ oder „Maschinen“ lauter und kantiger daherkommen, versprühen sie doch nicht unbedingt gute Laune. Und immer wieder die Texte, die mit vielen Worten fast nichts aussagen. Wenn Briegel in „Ich bin in love (Paris)“ über gezupften Streichern und plätschernden Klavierklängen singt „Fall ich rückwärts den Himmel hinauf/ Die Welt ist von oben so schön/ Alle sind in Paris, nur ich bin in love“, fragt man sich schnell ob die das wirklich ernst meinen.
Allein die Single „Elektrisches Gefühl“ sticht mit ihrem eingängigen Refrain und den treibenden Beats hervor. Briegel singt vom Aktivwerden, davon dich von den Dingen zu befreien, die dich lange bedrückt haben. „Elektrisches Gefühl/ Ich bin völlig schwerelos/ .../ Elektrisches Gefühl/ Und die Stimme die mir sagt heute wird ein guter Tag.“ Juli verbinden ihre typischen glattgestrichenen Gitarrensounds mit den Dingen die sie ganz am Anfang mal erfolgreich gemacht haben: Songs über eine aufstrebende Jugend, die rausgeht, um eine „geile Zeit“ zu haben und ihre Chancen nicht zu verpassen. Das können sie anscheinend immer noch am besten. Und der Sound passt auch besser zum Text. Das neue Experimentelle nimmt man ihnen einfach nicht ab, wenn darüber jemand „Die Sterne fallen auf uns herunter/ Und egal was auch passiert/ Wir werden auf den Strahlen tanzen/ Während alles explodiert“ singt.
Laureen Kornemann
VÖ: 17.09.2010
Label: Universal
Trackliste:
01. Immer wenn es dunkel wird
02. Süchtig
03. Eisenherz
04. Woanders zu Hause
05. Mit verbundenen Augen
06. Elektrisches Gefühl
07. Ich bin in love (Paris)
08. Du lügste so schön
09. Maschinen
10. Jessica
11. Die Sterne fallen
12. Seenot
Links
thomas.kasperski
vor 632d 7h
ich dachte bei 0:12, gleich müsste lena meyer-landrut anfangen zu singen - checkt mal die parallelen. muarrr...
christoph.berger
vor 632d 8h
Haha, ich erinner mich... Da hat sich jemand beim Texten wirklich für die gute Sache verdient gemacht :-D
david.raetsch
vor 632d 12h
An dieser Stelle möchte ich nochmal aus dem furiosen Pressetext zitieren: Dass „Elektrisches Gefühl“ die Tanzflächen sämtlicher Danceclubs, Großraumdiskotheken und Indie-Schuppen in bisher nie gekannter Eintracht zum Beben bringt, steht außer Frage.
Word up!





ein ereignis der stärke 3 auf der nach oben offenen richter-skala schafft das sogar einschließlich der stark frequentierten und streng riechenden toilettenflächen sämtlicher danceclubs, großraumdiskotheken und indie-schuppen der städte, in denen furiose pressetexte zitiert und kuriose monatsbands rezensiert werden - nur muß man noch solch einem beben in nie gekannter eintracht hoffen, daß die welle nicht ins eigene wohngebiet schwappt. oh, was 'mag' ich die bestücker der bravo-hits-cd's, deren unzählige ausgaben die bananenkisten der trödelmärkte verstopfen, auf daß man nicht an die suchwürdigen perlen gelangt...
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