'Entweder Geht Diese Scheußliche Tapete - Oder Ich'

Alben von Jupiter Jones

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Die vier Kerle von Jupiter Jones positionieren sich mit ihrem Zweitwerk genau an der Schnittstelle zwischen Muff Potter und Kettcar. Emotionaler und befindlichkeitsfixierter als der Nagel-Trupp aus Münster, jedoch weniger kryptisch als das Grand Hotel Van Cleef-Flagschiff, bewältigen Jupiter Jones auf 'Entweder Geht Diese Scheußliche Tapete - Oder Ich' die letzten zwei Jahre Bandgeschichte. Denn gut sah es nicht aus.
Das großartige Debütalbum "Raum Um Raum" reichte offensichtlich nicht aus, um kleinere und größere Plattenfirmen von der Qualität der Saarländer zu überzeugen. Doch "Lass den Kopf nicht hängen mein Freund/ Es geht doch weiter wie du siehst/ Und wenn es sein muss, ganz allein." Letztlich haben sie das Album in kompletter Eigenregie produziert. "Entweder Geht Diese Scheußliche Tapete - Oder Ich", der Legende nach die letzten Worte von Oscar Wilde, schließt an den Hermann Hesse zitierenden Vorgänger an. Mit kraftvollem und grundehrlichem Punkrock spielen sie auf der Klaviatur der Gefühle und verteilen freundliche Seitenhiebe an ihre Deutsch-Punk-Mitstreiter. In "Luft Malen Und Wunder Erklären" bringen sie sich selbst nach Hause und den Typen vom "Balkon Gegenüber" reden sie in "Weitergehn" Mut zu. Diese Platte ist aus Tränen, Schweiß und Blut entstanden, doch ist der Kitsch meilenweit entfernt. An den Stellen, wo Revolverheld die Peinlichkeitsgrenze schon längst überschritten hätten, wirken Jupiter Jones authentisch bis ins Mark.

Text: Steffen Meyer



VÖ: 08.06.2007

Label: Mathildas (Broken Silence)

Tracklist:
01 Alleiner
02 Luft malen und Wunder erklären
03 Im Januar, Im Schlaf
04 Oh hätt ich Dich verloren
05 Wir sind ja schliesslich nicht Metallica
06 Land in Sicht
07 Zwischen der Zeit
08 Fulda, Horasplatz
09 Not statt Böller
10 Vom aufstehen und fallen
11 An diesem Morgen
12 Weitergehen (Für die Jungs Vom Balkon auf die Strasse)
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holger.köhler
holger.köhler vor 1854d 4h 

Wo ich hier gerade Revolverheld lässe - ihre neue Platte schwankt auch wieder arg zwischen Potenzial und Peinlichkeit (Die Rezi dazu gibt es hier!).

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