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Kanye West
Kanye West: 808s & Heartbreak
Elektro-Pop statt gesampelter Soul, Autotune-Balladen anstelle von Rap-Songs: Das neue Album „808s & Heartbreak“ ist da und mit ihm ein neuer Kanye West.
Einer der stilbildendsten Produzenten und Rap-Musiker der letzten Dekade vollzieht eine musikalische Kehrtwende und bricht zu neuen Ufern auf: Mit seinem vierten Album „808s & Heartbreak“ dreht Kanye West dem Hip Hop den Rücken zu und widmet sich intensiv dem Pop-R’n’B oder, wie er es nennt, der „Pop-Art“. Fans seines bisherigen Schaffens werden daher vergebens den trockenen Sprechgesang suchen. Theatralisch gesungen wird hingegen zur Genüge.
Von Kanyes Stimme ist auf „808s & Heartbreak“ Dank des inflationär verwendeten Auto-Tune-Effektes nicht viel übrig geblieben. Was ürsprünglich als elektronische Tonhöhenkorrektur entwickelt wurde, setzt Kanye nun bewusst bis penetrant zur Stimmveränderung ein. Einzig die bevorstehende Single „Heartless“ sowie der vierte Track „Amazing feat. Young Jeezy“ erinnern an seine Hip Hop-Herkunft und stellen die Highlights des Albums dar. Tiefpunkt ist hingegen der letzte Track "Pinocchio Story" - ein nicht enden wollender Live-Mitschnitt, der weder vom Stil noch von der Soundqualität mir den übrigen Titeln zu vereinbaren ist. Ansonsten hat der leicht soulige Elektro-Pop die Scheibe fest im Griff. Solides Vehikel dafür sind die der namensgebenden Drum-Machine Roland TR-808 entlockten Beats sowie insbesondere die opulenten Basslines.
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West mit seiner Mutter
Gründe für den musikalischen Wandel, den Kanye zumindest sehr stilsicher vollzieht, finden sich vor allem in seiner Biographie. Mit dem neuen Album verarbeitet der Künstler zum einen den Tod seiner Mutter. (Beide Arm-in-Arm finden sich auch als Faltposter in der CD.) Zum anderen spiegelt sich die Trennung von seiner Verlobten wider. Beziehungen und Gefühle stehen folglich im Mittelpunkt der emotionalen, teils traurigen, teils wütenden Lieder. (Damit wäre dann übrigens auch das "Heartbreak" im Titel geklärt.)
Fazit: Um „808s & Heartbreak“ in seiner Gesamtheit inklusive seichter Pop-Hymnen und Elektro-Gurgel-Stimme gut zu finden, muss man nur drei Augen zudrücken:
1. Kanye West verarbeitet seine privaten Schicksalsschläge.
2. Er beweist Mut zu Neuem.
3. Für den kommenden Sommer hat er bereits ein Hip Hop-Album und somit die Rückkehr ins gewohnte Metier angekündigt.
Kai-Uwe Weser
Kanye West - Love Lockdown
VÖ: 21.11.08
Label: Def Jam (Universal)
Tracklist:
01. Say You Will
02. Welcome To Heartbreak
03. Heartless
04. Amazing
05. Love Lockdown
06. Paranoid
07. RoboCop
08. Street Lights
09. Bad News
10. See You In My Nightmares
11. Coldest Winter
12. Pinocchio Story (Freestyle Live From Singapore)
Einer der stilbildendsten Produzenten und Rap-Musiker der letzten Dekade vollzieht eine musikalische Kehrtwende und bricht zu neuen Ufern auf: Mit seinem vierten Album „808s & Heartbreak“ dreht Kanye West dem Hip Hop den Rücken zu und widmet sich intensiv dem Pop-R’n’B oder, wie er es nennt, der „Pop-Art“. Fans seines bisherigen Schaffens werden daher vergebens den trockenen Sprechgesang suchen. Theatralisch gesungen wird hingegen zur Genüge.
Von Kanyes Stimme ist auf „808s & Heartbreak“ Dank des inflationär verwendeten Auto-Tune-Effektes nicht viel übrig geblieben. Was ürsprünglich als elektronische Tonhöhenkorrektur entwickelt wurde, setzt Kanye nun bewusst bis penetrant zur Stimmveränderung ein. Einzig die bevorstehende Single „Heartless“ sowie der vierte Track „Amazing feat. Young Jeezy“ erinnern an seine Hip Hop-Herkunft und stellen die Highlights des Albums dar. Tiefpunkt ist hingegen der letzte Track "Pinocchio Story" - ein nicht enden wollender Live-Mitschnitt, der weder vom Stil noch von der Soundqualität mir den übrigen Titeln zu vereinbaren ist. Ansonsten hat der leicht soulige Elektro-Pop die Scheibe fest im Griff. Solides Vehikel dafür sind die der namensgebenden Drum-Machine Roland TR-808 entlockten Beats sowie insbesondere die opulenten Basslines.
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West mit seiner Mutter
Fazit: Um „808s & Heartbreak“ in seiner Gesamtheit inklusive seichter Pop-Hymnen und Elektro-Gurgel-Stimme gut zu finden, muss man nur drei Augen zudrücken:
1. Kanye West verarbeitet seine privaten Schicksalsschläge.
2. Er beweist Mut zu Neuem.
3. Für den kommenden Sommer hat er bereits ein Hip Hop-Album und somit die Rückkehr ins gewohnte Metier angekündigt.
Kai-Uwe Weser
Kanye West - Love Lockdown
VÖ: 21.11.08
Label: Def Jam (Universal)
Tracklist:
01. Say You Will
02. Welcome To Heartbreak
03. Heartless
04. Amazing
05. Love Lockdown
06. Paranoid
07. RoboCop
08. Street Lights
09. Bad News
10. See You In My Nightmares
11. Coldest Winter
12. Pinocchio Story (Freestyle Live From Singapore)
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